Ab (auch Ab-anch-schetu) ist die Bezeichnung eines altägyptischen Dekans, der mindestens einen Dekan-Stern beinhaltete und zum Sternbild Krebs gehörte, dessen hellster Stern Altarf ist.
Der Beiname „Anch-schetu“ bezog sich auf die Schildkröte, ein heiliges und zugleich gefährliches Lebewesen in der ägyptischen Mythologie. In Verbindung mit dem Dekan Ab symbolisierte „Ab-anch-schetu“ als „Reinigung des Lebens der Schildkröte“ den Tod und die Wiedergeburt des Nils im Zusammenhang mit der Nilschwemme.Edouard Naville: Das aegyptische Todtenbuch der XVIII. bis XX. Dynastie aus verschiedenen Urkunden. Akad. Druck- u. Verlagsanstalt, Graz 1971 (Nachdruck der Ausgabe Berlin 1886), Spruch 161.
Hintergrund Gemeinsam mit dem Dekan Schetui bildete Ab das altägyptische Sternbild Ab-Schetui. In den Dekanlisten der Sethos-Schrift fehlt die Erwähnung des Dekans Ab, wird aber unter dem Leib der Nut als erster Dekan genannt, der mit Kenmut seinen heliakischen Aufgang am 6. Schemu I hatte. Als Datierungsgrundlage galt die verfügte Anordnung unter Sesostris III. (12. Dynastie) in dessen siebtem Regierungsjahr.
Der Dekan Ab wurde immer im Zusammenhang mit dem Sternbild Ab-Schetui gesehen und erscheint deshalb nicht namentlich in den Dekanlisten. Im Papyrus Carlsberg 1 wird seine besondere Stellung kommentiert:
Literatur Christian Leitz: Altägyptische Sternuhren. Peeters, Leuven 1995, ISBN 90-6831-669-9, S. 95. Siegfried Schott: Altägyptische Festdaten. Verlag der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz/Wiesbaden 1950, S. 12–13. Alexandra von Lieven: Grundriss des Laufes der Sterne – Das sogenannte Nutbuch. The Carsten Niebuhr Institute of Ancient Eastern Studies (u. a.), Kopenhagen 2007, ISBN 978-87-635-0406-5, S. 62–67 und S. 385 sowie Ergänzungsband: Das Nutbild.
Einzelnachweise
Kategorie:Dekanstern (Altägypten)