mini|Pokalsieger 1977: SG Dynamo Dresden Zum 26. Mal wurde in der Fußballsaison 1976/77 der FDGB-Fußballpokal ausgespielt.
Am FDGB-Pokal-Wettbewerb 1976/77 nahmen 78 Mannschaften teil. Der Wettbewerb begann mit der I. Hauptrunde, die nach territorialen Gesichtspunkten gelost wurde, an dieser aus der Saison 1975/76 die 15 Bezirkspokalvertreter, 47 Mannschaften aus der DDR-Liga (ohne Aufsteiger und Zweitvertretungen) und die beiden Letzten der DDR-Oberliga teilnahmen. Dabei hatten acht DDR-Ligisten ein Freilos, die direkt in die folgende Zwischenrunde einzogen. Acht Bezirkspokalsieger überstanden die I. Hauptrunde und mussten sich dann in der Zwischenrunde mit den Freilosmannschaften und weiteren 14 Mannschaften der DDR-Liga auseinandersetzen.
Bis zur anschließenden II. Hauptrunde, in der noch vier Bezirkspokalsieger vertreten waren und die 14 Oberliga-Mannschaften in den Pokalwettbewerb eingriffen, wurden die Spiele im einfachen Pokalmodus ausgetragen und gegen falls nach Verlängerung durch Elfmeterschießen entschieden.
Wie im Vorjahr, schieden der FC Karl-Marx-Stadt und die BSG Wismut Aue zwei Oberligisten vor dem Achtelfinale aus, ab dem bis einschließlich Halbfinale die Sieger in Hin- und Rückspielen ermittelt wurden.
Mit der Zweitvertretung von Vorwärts Stralsund schied im Achtelfinale der letzte Bezirkspokalsieger ebenso aus, wie der letztjährige Pokalfinalist FC Vorwärts Frankfurt/Oder, der vom einzig verbliebenen DDR-Ligisten BSG Motor Suhl eliminiert wurde. Für die Suhler war im Viertelfinale Schluss, wo sie sich nach einem torreichen 4:4 im Heimspiel, dann im Rückspiel beim Pokalverteidiger 1. FC Lokomotive Leipzig mit 0:3 aus dem Pokalwettbewerb verabschieden mussten. Die Leipziger kamen nach zwei Halbfinal-Siegen über den HFC Chemie erneut in das Endspiel, wo sie auf den alten und neuen DDR-Meister SG Dynamo Dresden trafen, die ebenfalls mit zwei Siegen den FC Carl Zeiss Jena ausschalteten.
I. Hauptrunde Die Spiele fanden am Samstag, 5. September 1976 um 15:00 Uhr statt.
Durch ein Freilos zogen die BSG Energie Cottbus, ASG Vorwärts Dessau, SG Dynamo Eisleben, BSG Wismut Gera, BSG Chemie Leipzig, ASG Vorwärts Stralsund, BSG Motor Suhl und BSG Motor Werdau direkt in die Zwischenrunde ein.
Zwischenrunde Die Spiele fanden am Sonntag, 3. Oktober 1976 um 14:00 Uhr statt.
II. Hauptrunde Die Spiele fanden am Samstag, 16. Oktober 1976 um 13:30 Uhr statt.
Achtelfinale Die Hinspiele fanden am Samstag, 20. November 1976 um 13:30 Uhr und die Rückspiele am Samstag, 27. November 1976 sowie am Sonntag, 28. November 1976 (Union gegen Riesa) um jeweils 13:00 Uhr statt.
Viertelfinale Die Hinspiele fanden am Mittwoch, 15. Dezember 1976 und die Rückspiele am Mittwoch, 22. Dezember 1976 statt.
Halbfinale Die Hinspiele fanden am Mittwoch, 13. April 1977 um 17:00 Uhr und die Rückspiele am Freitag, 21. April 1977 (Dresden) um 18:30 Uhr sowie am Samstag, 22. April 1977 (Leipzig) um 16:00 Uhr statt.
Finale Statistik
Spielverlauf Das Spiel hatte mit Dynamo Dresden einen klaren Favoriten, die Mannschaft ging nicht nur als frischgebackener Meister, sondern auch mit acht aktuellen Nationalspielern in die Begegnung. Während die Dresdner, die nach dem Finalsieg 1971 ihre letzten drei Pokalendspiele verloren hatten, dass Double von Meisterschaft und Pokal anstrebten, ging es für die Leipziger, nur mit drei gegenwärtigen Nationalspielern antretend, aber auf den Altinternationalen Frenzel hoffend, um die Pokalverteidigung. Trotz der Vorschusslorbeeren für Dresden verlief die Partie völlig ausgeglichen, ein Sieger war lange nicht auszumachen. Die Dynamo-Mittelfeldreihe konnte zunächst keine entscheidenden Akzente setzen, Loks Stürmer zeigte sich zwar torgefährlich, konnten ihre Chancen jedoch nicht verwerten. Nach torloser erster Halbzeit schien Dynamo mit dem schnellen Führungstreffer durch Sachse nach der Pause ein Zeichen setzen zu wollen. Der Dresdner Mittelstürmer hatte in der 46. Minute einen vom Leipziger Eichhorn abgefälschten Ball mit einem Drehschuss im Tor unterbringen können. Obwohl danach Dresden mehrere Möglichkeiten zum 2:0 hatten, wurden durch den Rückstand bei den Leipzigern neue Kräfte freigesetzt, der 1. FC Lokomotive schlug postwendend mit Kontern zurück. Bereits nach neun Minuten war es Rechtsaußen Löwe, der nach einem 30-m-Pass von Frenzel Dresdens Klaus Müller ausspielte und mit einem Scharfschuss den Ausgleich erzielte. Mitten in eine Dresdner Angriffsphase schoss acht Minuten später Rechtsverteidiger Sekora, der Häfner an der Mittellinie abschütteln konnte, zur 2:1-Führung für Leipzig ein. Danach schaltete Dynamo Dresden auf bedingungslosen Angriff um, selbst Libero Dörner schaltete sich in den Sturmlauf mit ein. Die Lok-Mannschaft wurde in die eigene Spielhälfte zurückgedrängt und kam nur noch dazu, ihr eigenes Tor zu verteidigen. Fast 20 Minuten berannten die Dresdner den gegnerischen Strafraum vergeblich, doch mit einem wahren Kraftakt gelang es Dynamo, doch noch das Ruder herumzureißen. Mit einem Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten kurz vor Ultimo konnten Weber und Sachse den Leipzigern den sichergeglaubten Sieg noch entreißen. Weber köpfte in der 85. Minute einen von Häfner geschossenen Eckball ein, Sachse kam in 87. Minute mit einem Fernschuss zum Erfolg.
Literatur
#1976/77 Kategorie:Fußballsaison 1976/77 Kategorie:Sportveranstaltung in Berlin