Laasow, , ist ein Ortsteil der Stadt Vetschau/Spreewald im Nordosten des südbrandenburgischen Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Bis zur Eingemeindung am 26. Oktober 2003 war Laasow eine eigenständige Gemeinde. Der Ort gehört zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden.

Geographie Laasow liegt am Südrand des Spreewaldes, knapp acht Kilometer Luftlinie südlich von Vetschau/Spreewald. Nur etwa 500 Meter vom Ortskern entfernt liegt der Gräbendorfer See. Der Ortskern liegt bei . Der heutige Ortsteil grenzt im Norden an Repten und die Kernstadt Vetschau/Spreewald, im Osten an Eichow, Wiesendorf, Brodtkowitz und Casel, im Süden an Reddern, im Westen an Ogrosen und Missen. Die Gemarkung Laasow grenzte um 1950 noch an Tornitz und Briesen im Norden, Wüstenhain und Gräbendorf (devastiert) im Osten, Laasdorf (devastiert) und Reddern im Süden, und Ranzow, Ogrosen und Missen im Westen.

Zum Ortsteil Laasow gehören die Gemeindeteile Tornitz und Wüstenhain sowie die Wohnplätze Briesen, Alte Windmühle, An der Alten Schäferei (Tornitzer Landstraße 39), Knorraue und Schäferei. Zur Unterscheidung von heutigem Ortsteil und dem namensgebenden Ort wird hier der ursprüngliche Ort auch als „Kernort“ bezeichnet. Die L 524 führt von Süden nach Norden durch den Kernort hindurch weiter nach Briesen. Kurz vor dem Ortseingang kreuzt sie sich mit der K6623, die vom Kernort zunächst nach Wüstenhain und von dort weiter nach Tornitz führt. Die K6623 verläuft weiter nach Lobendorf, die L524 von Briesen weiter nach Eichow. Der Ortsteil Laasow hatte zum 31. Dezember 2015 415 Einwohner, der namensgebende Ort ca. 200 Einwohner.

Geschichte Die Gemeinde Laasow in den Grenzen des heutigen Ortsteils entstand erst zum 1. Januar 1974 mit der Eingemeindung von Tornitz einschließlich Briesen und Wüstenhain. Der Artikel beschränkt sich auf die Geschichte des Kernortes (für die Geschichte der drei anderen Orte siehe jeweils dort).

Der Kernort Laasow wurde urkundlich erstmals 1377 erwähnt. Łaz, der sorbische Name für Laasow, ist die altsorbische Bezeichnung für eine Lichte Stelle im Wald, Waldwiese oder Dorf auf urbar gemachten Land. Der Dorfname veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte ein wenig, auch die Schreibweise variierte ständig. So wurde aus dem Lass, Laß, Loss, Loß, Lahß, Lahs, Lahse, Lase, Laso, Laaso, Lasow, Lahsow, schließlich Laasow. Nach Rudolf Lehmann war die ursprüngliche Dorfstruktur eine breite Gasse.

Besitzgeschichte Nach Gerhard Krüger belehnte der brandenburgische Kurfürst Joachim fünf Gebrüder von Zabeltitz mit dem Laß nebst Gericht, Kirchlehn und Windmühle. Leider gibt er keine Quelle für diese Information an. Im Register der Lehensleute, welche dem Kurfürsten Joachim und Markgrafen Albrecht die Huldigung geleistet haben, von den Jahren 1499 bis 1500 erscheinen tatsächlich fünf Brüder von Zabeltitz, allerdings ohne Ortsangabe, von denen Siuert, Cristoff und Heinrich den Lehnseid leisteten, Nickel und Ott abwesend waren und (noch) nicht geschworen hatten. Houwald identifiziert die fünf Brüder mit Wulff, Georg, Merten, Nickel und Peter von Zabeltitz zu Ogrosen, die 1527 mit Reuden, Bolschwitz, Saßleben und Ogrosen belehnt wurden. Dass Laasow dabei nicht genannt ist, erklärt er damit, dass die genannten Orte böhmische Lehen waren, Laasow aber ein brandenburgisches Lehen. Er schreibt aber etwas anderes unter Gahlen, hier heißt es ausdrücklich: Im Jahre 1500 wurden die 5 Brüder v. Zabeltitz mit Namen Sivert, Christoph, Heinrich, Nikolaus und Otto außer mit den Gütern Laasow (Laß) und Kalckwitz auch mit Gahlen, das schon ihren Eltern gehört hatte, belehnt. Es muss offen bleiben, welche der fünf Brüder mit der obigen Notiz bei Krüger gemeint sind. Die Besitzgeschichte folgt im Wesentlichen der Darstellung von Götz Freiherr von Houwald.

1511 soll noch ein Anteil von Laasow dem Hans und Andreas von Greiffenhagen (recte Greiffenhayn) abgekauft worden sein. 1536 wurde Peter von Zabeltitz auf Casel mit dem freien Haus und Vorwerk in Cottbus, dem Dorf Dissenchen, der Hälfte von Laubsdorf, sieben Hüfnern und zwei Gärtnern in Gor (Guhrow oder Gahry), drei Bauern in Laasow, vier Bauern in Kiekebusch und der Hälfte von Ranzow belehnt. 1527 urteilte der Hauptmann von Cottbus, Balthasar von Burgk, dass Renisch (recte Benisch) von Zabeltitz 3 Schillinge Zinsen an die Kirche in Cottbus zu zahlen habe, mit denen seine Bauern in Laasow in Rückstand waren. Nach der Zabeltitzschen Familiengeschichte saß dieser Behenisch von Zabeltitz auch noch 1536 auf Laß.Die Urkunde und die Arbeit von F. Schmidt ist in der Literatur bei G. v. Houwald unberücksichtigt geblieben. Der Lehenbrief des Martin von Zabeltitz zu Buchwäldchen über Schöllnitz von 1543 nennt mit den Mitbelehnten Benisch und Georg von Zabeltitz nun ebenfalls zwei zweifelsfreie Besitzer von Laasow (Laß). Nach der Zabeltitzschen Familiengeschichte von 1888 ist Benisch der Sohn des Otto von Zabeltitz (in der Familiengeschichte ist die Angabe allerdings mit einem Fragezeichen versehen). Benisch von Zabeltitz saß auch 1560 noch auf Laasow. Nach Schmidt starb Benisch 1564. Sein Leichenstein befindet sich hinter dem Altar der Kirche von Laasow. 1565 mussten die Zabeltitzer zu Saßleben und Loß drei gerüstete Ritterpferde stellen. 1567 wurde der Sohn des Benisch, Peter von Zabeltitz mit Laasow belehnt.Fritz Schmidt: Die Urkunden des Cottbuser Stadtarchivs in Regestenform. in: Niederlausitzer Mitteilungen. Zeitschrift der Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Alterthumskunde (Hrsg.), 10: 115–239, Guben 1907, S. 139, Regest-Nr. 125., in: Regesta Imperii. Am 11. Mai 1569 beruft Peter von Zabeltitz den Jonas Schonber aus Lieberose als Wendischen Schulmeister in Los (Laasow).Er muss aber bald danach verstorben sein, denn er taucht in keiner späteren Urkunde mehr auf.

1570 verlieh der niederlausitzische Landvogt Bohuslav Felix von Lobkowitz und Hassenstein dem Otto von Zabeltitz zu Saßleben, nach dem Tod seines Vaters Wolf, das Dorf Saßleben mit den beiden Rittersitzen, das Dorf Mlode, das Vorwerk vor Calau, das er von Georg von Kötteritz gekauft hatte, zwei Weinberge mit Zinsen, Renten, Pachten, Hofdiensten, Vorwerken, Schäfereien, Äckern, Wiesen, Holzungen, Büsche, Sträuchern, Mühlen, Mühlstätten, Teichen, Teichstätten, Wassern und Wasserläufen, mit allen Gnaden und Rechten, Gerichten, dem Ober- und Niedergericht und freie Holzung im Spreewald. Mitbelehnt waren seine Vetter Sebastian auf Reuden und Nickel auf Buchwäldchen, die Brüder Abraham, Georg, Christoph und Melchior in Laasow sowie Hans von Zabeltitz auf Ogrosen. 1574 empfingen Abraham, Georg, Christoph und Melcher, die Söhne Benedicts sel. zum Lase ihre Lehen vom brandenburgischen Kurfürsten Johann Georg. In die gesamte Hand aufgenommen waren Hans, Jürgens Sohn zu Maraß (nach der vorigen Urkunde ein grober Schreibfehler für Ogrosen), Bastian zu Reuden, und Otto, Wolfs Sohn zu Saßleben. Am 25. Juli 1575 kam es wegen des Leibgedinge der Ursula von Schkopp (Schapelo?) zu einem Vergleich zwischen Hans von Zabeltitz auf Ogrosen als deren Ehemann und seinen Vettern Abraham, Georg, Christoph und Melchior von Zabeltitz auf Laasow (zum Laß) sowie seinen Vettern auf Reuden und Saßleben. 1578 wurden die Brüder Abraham, Georg und Christoph auf Peitzendorf, Ogrosen und Laasow mit ihren niederlausitzischen Gütern belehnt. 1583 stellte Georg von Zabeltitz wegen Laasow ein gerüstetes Pferd. Nach der im Turmknopf der Laasower Kirche gefundenen Urkunde von 1585 war in diesem Jahr Georg von Zabeltitz Patron der Laasower Kirche und damit wahrscheinlich auch der Besitzer von Laasow. Er war mit Ursula geb. von Zabeltitz aus Ullersdorf verheiratet. Sie kann nur die Tochter des Georg (gest. 1561) und einer NN gewesen, die nach dem Tod des Georg den Friedrich von Zabeltitz auf Peitzendorf und Ogrosen geheiratet hatte. Nach Gerhard Krüger und Houwald wird Georg in Urkunden von 1589, 1591, 1592 und 1598 auf Laasow (zum Laß) genannt. Der Bruder Abraham hatte Peitzendorf inne, der Bruder Christoph Ogrosen. Georg war am 27. Oktober 1601 nach dem Leichenstein hinter dem Altar der Laasower Kirche ohne männliche Erben gestorben. 1602 wurden dann die Söhne seiner Brüder mit Laasow belehnt. Offensichtlich kam es in den alleinigen Besitz des Abraham von Zabeltitz, der Laasow 1604 an W(e)ichmann von Burgsdorf verkaufte.

mini|Laasow auf dem Urmesstischblatt 4250 Vetschau von 1846 Wichmann von Burgsdorf war mit Hippolyta von Schapelow verheiratet. Da er 8.000 Taler Schulden bei seinem Schwiegervater Franz von Schapelow auf Tucheband hatte, überließ er Laasow diesem. Am 29. September 1611 verkaufte Franz von Schapelow Laasow an Christoph von Zabeltitz auf Casel. Doch auch er behielt Laasow nicht für längere Zeit; 1619 verkaufte er es an Alexander Christoph von Stutterheim. Dieser erhielt am 24. März 1620 die Belehnung mit Laasow. Alexander Christoph von Stutterheim war in erster Ehe mit Eva von Buxdorf verheiratet, die 1624 nach 11-jähriger Ehe verstorben war. Mit ihr hatte er fünf Söhne (Hans Otto, Alexander Christoph, Georg Heinrich, Wilhelm Friedrich und Joachim Ernst) und drei Töchter (Anna Felicia, Eva Elisabeth und Anna Maria). In zweiter Ehe heiratete er Elisabeth von Pannwitz aus dem Hause Klein Gaglow. Er starb 1635/6. Sie heiratete später nach dem Tod des Alexander Christoph von Stutterheim den Bernhard Friedrich von der Drössel auf Drahnsdorf. Nach dem Tod des Alexander Christoph von Stutterheim übernahmen die Söhne Hans Otto und Alexander Christoph aus der Ehe mit Eva von Buxdorf Laasow. Die Feldmark von Laasow hatte 1635 konkret 25 Hufen, davon waren bereits 22 Hufen Ritterhufen, drei Bauernhufen. Die drei Bauernhufen lagen damals wüst. Außerdem wohnten sieben Gärtner und ein Schäfer in Laasow. Die Kriegsschäden durch Raub, Plünderung und Brand beliefen sich von September 1633 bis Pfingsten 1634 auf 400 Taler.

Bei der Huldigung 1644 für den neuen brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm waren Hans Otto und Alexander Christoph von Stutterheim zu Lahse nicht anwesend, sondern ließen Dr. Johann Meißner zu Cottbus in ihrem Namen den Lehnseid schwören. Die Gesamthänder sollten erst im abschließenden Lehnbrief eingetragen werden. Im vorigen Lehnbrief standen die Brüder ihres Vaters Otto Heinrich und Hans Jürge/Georg. Die beiden Brüder besaßen das Gut zunächst gemeinsam, später teilten sie Laasow. Allerdings verkaufte Hans Otto Christoph schon am 22. September 1651 seine Hälfte für 3.100 Gulden an seinen Bruder Alexander Christoph. Gerhard Krüger nennt ihn im Februar 1652 als Besitzer von Laasow. Anscheinend war der Verkauf zu diesem Zeitpunkt noch nicht konfirmiert. 1652 waren von 20 Gärtnergütern immerhin 13 Güter bewirtschaftet. Die meisten Gärtner waren in Laasow oder im Lande geboren, aber einige hatten erst vor kurzem ihre Stelle eingenommen. Der Schulze Hans Koßaz, ein Gärtner musste noch Allmosen annehmen. Ein Bauergut mit zwei Hufen und sieben Gärtnergüter waren wüst. Ein Stück des wüsten Bauerngutes bewirtschaftete der Pfarrer anstelle des Zehnten. Alexander Christoph von Stutterheim war mit Anna Elisabeth von Kottwitz, Tochter des Caspar von Kottwitz aus dem Hause Lakoma verheiratet. Er wohnte nach dem Tod seines Schwiegervaters in Lakoma. Dort ließ er gegen das ausdrückliche Verbot, 590 Eichen schlagen und verkaufen. Das trug ihm eine Strafe von 1.500 Talern ein, die später auf die Hälfte reduziert wurde. Bei der Kirche in Cottbus hatte er schließlich eine Schuldsumme von 3.700 Talern angesammelt, die er dadurch tilgte, dass er eine Hälfte von Laasow an die Kirche in Cottbus für 12 Jahre auf Wiederkauf verkaufte. Den Wiederkauf konnte er nicht mehr realisieren. Alexander Christoph von Stutterheim starb 1682.