mini|Gedenktafel am Haus Friedrichstraße 101, in Berlin-Mitte Willi Kollo, gebürtig Willi Artur Kollodzieyski (* 28. April 1904 in Königsberg;Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Charlottenburg I, Nr. 166/1935; kostenpflichtig abrufbar auf Ancestry.com † 4. Februar 1988 in West-Berlin), war ein deutscher Komponist und Autor.
Leben Willi Kollo war der Sohn des Komponisten Walter Kollo sowie dessen Frau Marie Kollo, geborene Preuß (1883–1954). Er begann seine Laufbahn in jungen Jahren unter dem Pseudonym „Edgar Allan“ als Verfasser der Liedtexte für das musikalische Lustspiel Der Fürst von Pappenheim von Hugo Hirsch sowie als Texter für verschiedene Berliner Kabaretts und Revuen. 1923 begann für ihn eine enge Zusammenarbeit mit seinem Vater. Das erste gemeinsame Werk war die Operette Marietta, die in diesem Jahr im Metropol-Theater in Berlin uraufgeführt wurde. Für dieses Werk dichtete er die Titel Was eine Frau im Frühling träumt, Warte, warte nur ein Weilchen und die weiteren Liedtexte.
Später machte Willi Kollo sich einen Namen als Autor von Kabarett-Revuen in Berlin Ende der 1920er Jahre. Ab 1930 schrieb er zudem Drehbücher und Filmmusik. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er von Berlin nach Hamburg, um 1955 wieder nach Berlin zurückzukehren. Er gründete einen Musikverlag, der auch seine eigenen Chansons herausgab.
Ein Werbespruch seiner Firma in den 1950er Jahren lautete: Was immer auch der Nachwuchs treibt, ob Rock er, Chacha, Mambo schreibt: Kollo bleibt!
Er war der Vater des Tenors René Kollo und der Agentin für Musiktheater und Musik- und Bühnenverlegerin Marguerite Kollo.
mini|hochkant|Grab von Willi Kollo auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend Willi Kollo starb im Februar 1988 im Alter von 83 Jahren in Berlin an Herzversagen.Seine Schlager besangen Berlin. In: Hamburger Abendblatt. Montag, 8. Februar 1988. S. 15. Abgerufen am 16. November 2019. Sein Grab befindet sich auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend (Grablage: 13-C-2).Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1. S. 489.
Am 30. September 2010 wurde am Berliner Admiralspalast, für dessen Revuetheater die Kollos tätig waren, eine Gedenktafel für Walter und Willi Kollo enthüllt.
Filmografie (Auswahl) Als Liederkomponist, wenn nicht anders vermerkt: 1929: Eveline und ihr Rin-Tin-Tin – Ich hab zuhaus ’nen riesengrossen Rintintin 1929: Jetzt geht’s der Dolly gut – Jetzt geht’s der Dolly gut 1929: Zille-Typen – Das war sein Milljöh 1930: Der Tiger 1931: Meine Frau, die Hochstaplerin – Ich zieh mit dir in ein kleines Stübchen • Zum Glück gehören zwei, mein Kind 1933: Liebe muß verstanden sein – Ein kleiner Vorschuß • Gibt’s im Radio Tanzmusiki 1934: Jungfrau gegen Mönch – Man lebt ja doch nur einmal • Warum bist du so allein 1937: Ball im Metropol – Ein ganzer Tag mit dir allein • Heut ist ein Märchen der Liebe aufgewacht 1937: Meine Freundin Barbara – Wovon andre Mädchen träumen, davon träum ich auch 1939: Wir tanzen um die Welt (auch Drehbuchbeteiligung) – Tanzen und jung sein • Einmal wirst du wieder bei mir sein • Nur keine Komplimente • Wir wünschen Ihnen alles Gute • Das kleine Koffergrammophon 1941: Krach im Vorderhaus – Berlin, dir bleib ich treu • Ich bin ein Berliner Kind 1941: Leichte Muse 1942: Zwei in einer großen Stadt – Zwei in einer großen Stadt • Morgen um diese Zeit • Heute Nacht 1943: Die Wirtin zum Weißen Rößl (Handlungsidee) 1948: Arche Nora – Nur nicht weinen 1949: Die Freunde meiner Frau – Ich bin heut so vergnügt • Wir wollen Reinemachen • Spießer-Song • Reizende Dorothee 1954: Hoheit lassen bitten – Wenn man liebt ist immer Sonntag • Du bist die Königin in meinem Herzen • Irgendwann an irgendeinem Tag im Jahr 1958: Solang noch Untern Linden (Darsteller, Regie, Drehbuch, Produktion, Musik)
Publikationen „Als ich jung war in Berlin …“ Literarisch-musikalische Erinnerungen. Bonus-CD mit 23 historischen Aufnahmen von Walter und Willi Kollo. Bearbeitet und herausgegeben von seiner Tochter Marguerite Kollo, Schott, Mainz 2008, ISBN 978-3-00-047615-0, e-ISBN 978-3-00-048857-3. „Als ich jung war in Berlin …“ Literarisch-musikalische Erinnerungen. Hörbuch. Gelesen von Marguerite & René Kollo. 3 CDs, incl. historische Tonaufnahmen. duo-phon-records, 2010, ISBN 978-3-937127-18-7. Jahreszeiten meines Lebens – Ein Lachen klingt, ein Lächeln schweigt. Gedichte 1904–1988. Bearbeitet und herausgegeben von Marguerite Kollo. Kollo-Erbengemeinschaft, Berlin 2016. ISBN 978-3-00-052785-2. Neuausgabe: tredition, Ahrensburg 2024, ISBN 978-3-384-16139-0 (auch online).
Literatur
Wolfgang Jansen: Willi Kollo. Autor und Komponist für Operette, Revue, Kabarett, Film und Fernsehen 1904–1988. Waxmann, Münster / New York 2020, ISBN 978-3-8309-3995-5.
Weblinks
Biografien von Walter und Willi Kollo sowie der restlichen Kollo-Familie, ebenso Infos zum Notenarchiv etc. Bühnenwerke von Willi Kollo Kollo-Familien-Theater
Einzelnachweise
Kategorie:Walter Kollo Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Komponist (Operette) Kategorie:Musiker (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1988 Kategorie:Mann