mini|Andreas Rudolph am 9. Dezember 2008 Andreas Rudolph (* 22. März 1955 in Gummersbach) ist ein deutscher Unternehmer, Handballfunktionär und ehemaliger Handballspieler.

Werdegang

Beruf Rudolph studierte an der Ruhr-Universität Bochum Mineralogie, wurde dann beruflich im Bereich Vermarktung in der Arzneimittelbranche tätig. Er arbeitete für die Behringwerke, später für das dänische Unternehmen Coloplast. Rudolph widmete sich danach seiner Geschäftsidee für häusliches Gesundheitsmanagement, für die er 1992 die HSC GmbH gründete.H. WPaul: Helfer in der Not In: FAZ Ausgabe vom 7. März 2011. Bis 1998 war er alleiniger Gesellschafter des Unternehmens, dann wurde Coloplast, einer der Lieferanten der HSC GmbH, Mitgesellschafter.equistonepe.de: Barclays Private Equity verkauft GHD GesundHeits GmbH Deutschland an IK Investment Partners . eingesehen am 26. April 2015

Im Januar 2008 wurde die GHD GesundHeits GmbH Deutschland als neue Dachmarke für mehrere Gesellschaften gegründet.R. Kepler: Patientenversorgung im Umbruch (PDF; 69 kB) In: Healthcare Marketing 7–8,2008, S. 18–19. Im gleichen Jahr beteiligte sich die Kapitalgesellschaft Barclays Private Equity an der GHD mit einem dreistelligen Millionenbetrag und übernahm so die Kapitalmehrheit des Unternehmens. Ende 2010 kam mit IK Investment Partners ein neuer Eigner, der die Anteile von Barclays Private Equity übernahm. Das Unternehmen erzielt mit etwa 1500 Mitarbeitern einen Umsatz von circa 300 Millionen Euro.

Von 2002 bis 2006 war Rudolph stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Medizintechnologie.bvmed.de: BVMed-Mitgliederversammlung: Anton J. Schmidt als Vorstandsvorsitzender wiedergewählt. vom 17. März 2006, eingesehen am 10. April 2016

Handball Rudolph, der als Trainer die Schulmannschaft der Alfred-Krupp-Oberschule betreute, spielte unter anderem für SC Phönix Essen und OSC Rheinhausen mehrere Jahre in der Handball-Bundesliga. Im Alter von 32 Jahren musste er seine aktive Karriere verletzungsbedingt beenden. In der Saison 1978/79 war er Interimstrainer des OSC Rheinhausen.F. Loße: eingesehen am 6. November 2010

Ende Dezember 2004 wurde er zum Präsidenten des HSV Hamburg gewählt und rettete den in dieser Zeit wirtschaftlich angeschlagenen Verein vor dem Aus. Rudolph war in den folgenden fast zehn Jahren der wichtigste Mäzen des Handballvereins. Nach Einschätzung des Hamburger Abendblatts war der Verein „ohne Rudolphs Geld und seine Darlehen“ nicht überlebensfähig. Im Juli 2011 übernahm Martin Schwalb seinen Posten als Präsident beim HSV Hamburg,handball-world.com: Martin Schwalb neuer Präsident des HSV Handball eingesehen am 10. April 2016 Rudolph war fortan zwar ohne Amt im Verein, blieb aber als Geldgeber sehr einflussreich. Im Juli 2012 wurde Rudolphs jüngerer Bruder Matthias Präsident des HSV Handball. Vom 15. November 2013 bis zu seinem sofortigen Rücktritt am 8. Mai 2014 hatte Andreas Rudolph wieder das Präsidentenamt beim HSV Hamburg inne.handball-world.com: Rudolph folgt auf Rudolph eingesehen am 15. November 2013 Er begründete seinen überraschenden Rücktrittsentschluss mit den „Turbulenzen der letzten Wochen, nicht nur um die Mannschaft und den Verein des HSV Handball, sondern ganz besonders um meine Person.“www.handball-world.com Paukenschlag in Hamburg: Andreas Rudolph tritt zurück - Erklärung im Wortlaut vom 8. Mai 2014, abgerufen am 8. Mai 2014 In rund zehn Jahren soll Rudolph etwa 25 Millionen Euro in den Verein gesteckt haben, der Norddeutsche Rundfunk schätzte die Summe sogar auf 50 Millionen Euro. In seiner Amtszeit gewann die Mannschaft 2006 und 2010 den DHB-Pokal, 2007 den Europapokal der Pokalsieger, 2011 die Deutsche Meisterschaft und 2013 die Champions League. 2021 bezeichnete Rudolph sein Engagement beim HSV Handball rückblickend als die „geilsten zehn Jahre meines Lebens“.

Nachdem er im Frühjahr 2014 die finanzielle Unterstützung des Vereins einstellte, erhielt der HSV Hamburg von der Handball-Bundesliga (HBL) zunächst keine Lizenz.aha/dpa/sid: Angeschlagener Erstligist: HSV-Handballer bekommen keine Lizenz. In: Spiegel Online vom 15. Mai 2014 Nachdem der Verein vors Schiedsgericht der Handballbundesliga zog, erhielt der Verein im Juni 2014 doch noch die Lizenz.

Andreas Rudolph lebt in Hamburg, ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn.

Einzelnachweise

Literatur J. Marwedel: Dank Rudolphs Moneten. In: Süddeutsche Zeitung Ausgabe vom 29. März 2008 A. Leoni: Nur Platz für einen Retter. In: Der Spiegel Ausgabe vom 13. April 2007

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