Radio hsf (für Hochschulfunk) ist das Hochschulradio an der Technischen Universität Ilmenau. Betrieben wird Radio hsf von einem gemeinnützigen Verein, dem hsf Studentenradio e. V. Mit dem Sendestart als Betriebsfunk der Fachschule für Elektrotechnik und Maschinenbau Ilmenau im Mai 1950 gilt Radio hsf als das älteste Hochschulradio Deutschlands. der Thüringer Landesmedienanstalt. Abgerufen am 1. November 2017.
Empfang mini|Eingang zu den Räumen des Radio hsf. Das hsf Studentenradio e. V. besitzt seit 1999 eine Lizenz zum Einrichtungsrundfunk. Pressemitteilung der Thüringer Landesmedienanstalt 31. Juli 2002 Seitdem ist Radio hsf im Stadtgebiet Ilmenau über die UKW-Frequenz 98,1 MHz zu empfangen. Seit dem 26. Oktober 2010 sendet der hsf gemeinsam mit dem iSTUFF vom 50 Meter hohen Sendeturm am Vogelherd. Außerdem wird das Programm in das Kabelnetz der Studentenwohnheime und verschiedener lokaler TV-Kabelbetreiber eingespeist. Über das Internet wird ein Live-Stream verbreitet.
Programm Reguläres Programm Das ständige Programm von Radio hsf setzt sich aus Sendungen mit unterschiedlichen Formaten zusammen. Den Hauptteil des Programms bilden Magazinsendungen, die über das Geschehen an der TU Ilmenau und die Stadt Ilmenau informieren. Dazu gehören insbesondere die Berichterstattung über hochschulpolitische Themen, aber auch über das kulturelle Leben im Umfeld der Universität. Darunter fallen zum Beispiel die „infominutes“ sowie die Magazinsendung „universum“, wo über aktuelle Geschehnisse in Ilmenau berichtet wird. Daneben gibt es verschiedene Sendungen, die sich der Musik widmen: Bei der „music“ stellen wechselnde Moderatoren wöchentlich Neuveröffentlichungen aus verschiedenen Musikrichtungen vor. Diese werden von der Musikredaktion zu Beginn der Woche zusammengestellt und gemeinsam angespielt und bewertet. Die besten Songs werden dann in der „music“ gespielt und zu einem „rotation shuffle“ zusammengeschnitten. Aus einer erheblichen Sammlung an shuffles wird immer Nachmittags eine Auswahl gespielt. Weiterhin ist radio hsf Teil der überregionalen Initiative „Campuscharts“, die jeden Montag die aktuellen Charts der Campusradios in Deutschland vorstellt.
Eine Besonderheit bei Radio hsf ist, dass Sendungsmacher ihr eigenes Sendekonzept einreichen können. Somit laufen neben den Musik- und Magazinsendungen auch andere Formate, die bestimmte Zielgruppen bedienen und von festen Moderatoren bzw. Redakteuren mindestens über ein Semester betreut werden. Im Wintersemester 2024–2025 stehen da unter anderem Musiksendungen wie „mixtape“ oder „history maker“ im Programm. Auch redaktionell erarbeitete Wissenssendungen wie „techilog“ oder „ScienceCom“ finden sich dort wieder und stellen die Welt der Technik und die Forschung an der TU Ilmenau vor. Letztere Sendung wird auf Englisch moderiert, ebenso wie die Talk-Sendung „international“, bei der internationale Studierende an der TU Ilmenau sich und ihr Land vorstellen.
Abseits der Livesendungen wird morgens von 8 bis 11 Uhr Campusradio Jena übernommen. Danach laufen Wiederholungssendungen vom Vortag, anschließend bis 19 Uhr der hsf „shuffle“ mit Musikmischungen der Musikredaktion. Bis Mitternacht wird nach den Livesendungen anschließend das Programm anderer Bürgersender übertragen.
Außerhalb der Sendezeiten ist auf der Frequenz von radio hsf von 0 bis 8 Uhr das Programm von BBC World Service zu empfangen, in das Kabelsignal der Studentenwohnheime wurde früher währenddessen Radio Eins eingespeist.
Veranstaltungsrundfunk mini|Der amerikanische Medienkritiker Danny Schechter im Gespräch mit radio hsf während des ISWIradio 2007 Beginnend mit der Internationalen Studentenwoche Ilmenau (ISWI) 1993 begleitet radio hsf größere Veranstaltungen in Ilmenau mit einem eigens produzierten Sonderprogramm. Neben dem ISWIradio, welches das Studententreffen seitdem alle zwei Jahre mit einem zehntägigen 24-Stunden Live-Programm begleitet, gab es ein dreitägiges Vollprogramm anlässlich des Thüringentages 1998 in Ilmenau. Diese Sonderprogramme wurden bis zur Erteilung der dauerhaften Sendelizenz im Jahre 1999 im Rahmen eines Ereignisrundfunks durchgeführt., Thüringer Landesmedienanstalt. Abgerufen am 1. November 2017.
Während dieser Sonderprogramme zur ISWI konnten eine Vielzahl der hochkarätigen Gäste und Vortragenden des Studententreffens interviewt werden, unter ihnen waren: 1993 Joseph Weizenbaum, Jochen Kubosch, Gerald Kaufmann, Johan Galtung, Stuart Miller, Vaclav Zak, Robert Jungk 1995 Klaus von Klitzing, Konrad Zuse, Eva Huenges, Wau Holland 1997 Fritz Reheis, Friedrich Hitzer, Tschingis Aitmatow, Hans Birchler, Jacob Holdt, Joseph Weizenbaum 1999 Reiner Klingholz, Jack Steinberger, Amory Lovins, Rüdiger Nehberg 2001 Maurice King, Dave Schimel, Danny Schechter, Gary Melton, Robert Chassel, Wau Holland 2003 Johano Strasser, Joseph Weizenbaum, Joshua Farley, Gary Melton, Andy Müller-Maguhn 2005 Jón Baldvin Hannibalsson, Joseph Weizenbaum 2007 Danny Schechter, Raúl Montenegro, Brendan Dooley, Bernhard Huggonier, Valeriu Frunzaru und Matthias Platzeck.
Für die ISWI 1993 zeichnete radio hsf eine Grußbotschaft von Hans-Dietrich Genscher auf.
Neben dem eigentlichen ISWIradio-Programm organisiert radio hsf Radioworkshops, an dem internationale Teilnehmer der ISWI teilnehmen und unter Anleitung eine tägliche Sendung des ISWIradios vorbereiten und produzieren.
2007 begleiteten iSTUFF und der hsf studentenradio e.V erstmals die ISWI auch über DVB-T, Thüringer Landesmedienanstalt. Abgerufen am 16. Februar 2009., um der Ilmenauer Bevölkerung dieses Großereignis näher zu bringen. alt=PolitTalk zur Landtagswahl 2024|mini|Die Moderatoren von Radio hsf sowie die Regionalkandidaten der anwesenden Parteien beim PolitTalk zur Landtagswahl 2024 Zum Anlass der Kreistags- und Landtagswahlen in Thüringen 2024 veranstaltete Radio hsf in Ilmenau zwei Talkshows. Diese wurden ebenfalls von der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e. V. per Videostream ins Internet übertragen und im Anschluss auf YouTube veröffentlicht. Zum einen wurden die drei Oberbürgermeisterkandidaten für Ilmenau – Mathias Steitz (CDU), Jens Dietrich (AfD) sowie damaliger Amtsinhaber Daniel Schultheiß (Wählerbündnis Pro Bockwurst) – im Mai zu einer Polit-Diskussion in den Faraday-Hörsaal der TU Ilmenau eingeladen. In einem sechzigminütigen Themenblock wurden den Kandidaten Fragen zu regional bedeutsamen Themen gestellt. Anschließend konnte das Publikum Fragen an die Kandidaten richten. Zum anderen wurden Ende August die regionalen Kandidaten für die Landtagswahl zu einem Polit-Talk eingeladen. Aus Platzgründen fand dieser dann im Audimax der TU Ilmenau statt. Anwesend waren: Jens Wolling (Grüne), Andreas Bühl (CDU), Christian Schaft (Linke), Martin Mölders (FDP), Maximilian Reichel-Schindler (SPD), Jens Dietrich (AfD)
Auch hier wurden den Kandidaten Fragen zu den Themenblöcken Öffentlicher Nahverkehr, Nachhaltigkeit und Umweltschutz, Digitalisierung sowie Attraktivität des Wohnraumes Thüringen gestellt. Im Anschluss hatte das Publikum erneut Zeit, Fragen an die Kandidaten zu richten. Im Ganzen waren beide Veranstaltungen sehr gut besucht und die Übertragungen wurden von vielen Empfängern angenommen.
Weitere Projekte Neben dem eigentlichen Radioprogramm gibt es innerhalb des hsf Studentenradio e.V weitere Projekte: STRIPE: Der Students Radio Internet Program Exchange wurde als Online-Plattform entwickelt, welche zum Austausch von Beiträgen, Interviews oder ganzen Sendungen zwischen den Studentenradios in Deutschland und Europa genutzt werden kann. hsf BigBand: Zum 50. Geburtstag des hsf im Jahre 2000 gründete sich im Dezember 1999 die radio hsf BigBand. Ursprünglich nur für ein Geburtstagskonzert gedacht, hat die BigBand mehrere erfolgreiche Auftritte absolviert. Beschallung von Events: Radio hsf ist regelmäßig auf Events an der Uni und in Ilmenau unterwegs, wo sie die Beschallung und/oder Moderation unterschiedlichster Veranstaltungen übernehmen.
Studiotechnik Studios und Büro des hsf Studentenradio e.V befinden sich im Keller des Studentenwohnheims „Haus L“ auf dem Campus der TU Ilmenau. Zwei Studios stehen für Produktion und Sendungen zur Verfügung. Im Studio 1 stand ein Mischpult der Firma Studer für aufwendigere Sendungen und Produktionen. Durch einen separaten Sprecherraum können hier auch größere Gesprächsrunden produziert werden. 2020 wurde das Studio 1 grundlegend modernisiert und ein Pult der Firma dhd.audio eingebaut. Studio 2 ist so konzipiert, dass bequem Sendungen im Selbstfahrerbetrieb produziert werden können, aber auch für bis zu 3 weitere Interviewgäste die Teilnahme möglich ist. Mit einer neu gestalteten Interviewecke sowie neuem Raumkonzept können in Studio 2 ab Ende 2024 auch neben dem Technik- und Sprechertisch Interviews geführt werden. Durch die ansprechende visuelle Raumgestaltung können diese dann auch bequem per Video mitgeschnitten werden. mini|263x263px|Der Sprecherraum von Studio 1 237x237px|mini|links|Ehemalige Senderegie von Studio 1 zentriert|mini|233x233px|Heutiges Studio 1 aus Sicht des Regieraums mit Selbstfahrer-Pult
Geschichte Das Studio im Alten Technikum (1950–1993) mini|Das Alte Technikum (1954), ab 1951 Heimat des Hochschulfunk Im Frühjahr 1950 nahm eine von Ingenieurschulstudenten zunächst behelfsmäßig aufgebaute und von ihnen auch betriebene Betriebsfunkanlage der damaligen Fachschule für Elektrotechnik und Maschinenbau Ilmenau den Sendebetrieb auf. Aus einem provisorischen Studio wurden täglich Sendungen von fünf bis zehn Minuten Länge in der großen Pause in die Klassenräume übertragen. Die Redaktion war damals schon thematisch in die Bereiche Politik, Kultur, Wirtschaft, Technik und Sport unterteilt.
Der Fachschulfunk übernahm auch die damalige Stadtfunkanlage, die zu Durchsagen der Stadtverwaltung sowie von Parteien und anderen Organisationen an die Bevölkerung der Stadt Ilmenau diente. Im Auftrag der SED-Kreisleitung, des Rates des Kreises und des Rates der Stadt Ilmenau wurde 1954 ein alter PKW zu einem Übertragungswagen für öffentliche Veranstaltungen wie am 1. Mai oder zum Jahrestag der DDR aufgerüstet, der aber schon 1956 wegen Motorschadens liegen blieb und in der Folge demontiert wurde.
Als im Herbst 1951 die Kapazität der Fachschule auf 800 Studenten erweitert wurde, kam das bis dahin jahrelang als Finanzschule genutzte Alte Technikum, der heutige Curie-Bau, wieder zur Fachschule zurück. In den Jahren 1952 und 1953 wurde dann wiederum durch Studenten im Zimmer 319 des Vorderhauses das später so genannte Innendienststudio aufgebaut.
Nach Gründung der Hochschule für Elektrotechnik Ilmenau konnten die ersten ihrer Studenten für die jetzt in Hochschulfunk umbenannte Einrichtung gewonnen werden. Zwischen 1953 und 1955 benutzten Fach- und Hochschulstudenten das Studio gemeinsam. 1955 ging das Studio dann voll an die Hochschule für Elektrotechnik über.
Das Studio war in einen Vorraum (Archiv und Akten), einen Regieraum und einen Sprecherraum aufgeteilt. Im Sprechertisch war das Mikrofon CV 7049 des VEB Funkwerk Leipzig (die „Flasche“) eingebaut. Der Raum selbst war mit Bastmatten verkleidet, unter denen sich eine Schicht Glaswatte befand. Das Studiofenster zwischen Sprecherraum und Regie war dreifach verglast und mit Gummi abgedichtet. Auf dem Fußboden lag ein dicker Teppich zur Trittschalldämpfung. Im Regieraum standen ab 1952 zwei professionelle Bandmaschinen der Firma Wetzel, die mit einer Bandgeschwindigkeit von 76,2 cm/s arbeiteten. Nun konnten Sendungen und Musikaufnahmen aufgezeichnet und geschnitten werden. Die Klebetechnik mit flüssigem Aceton erforderte dabei großes handwerkliches Können. Die Maschinen hatten bereits getrennte Wiedergabe-, Aufnahme- und Löschköpfe.