Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ist ein bundeseigenes deutsches Unternehmen, das laut Gesellschaftsvertrag bundesweit und international Dienstleistungen erbringen soll, um die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu Energiewende und Klimaschutz auszugestalten und umzusetzen. Die dena wurde im Herbst 2000 auf Initiative der rot-grünen Bundesregierung als private GmbH gegründet.
Arbeitsfelder und Organisation Die dena erbringt laut ihrem Gesellschaftsvertrag Dienstleistungen, die im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse der Ausgestaltung und Umsetzung der energie- und klimapolitischen Ziele der Energiewende dienen sollen. Die dena berät Bund, Länder und Gemeinden, Wirtschaft und Forschung sowie entsprechende Akteure auf europäischer und internationaler Ebene und soll als Schnittstelle und Kooperationspartner zwischen Politik und Wirtschaft dienen.
Die Arbeitsfelder der dena spiegeln sich in der Organisationsstruktur wider: Zukunft der Energieversorgung; Industrie, Mobilität und Energieeffizienz; Klimaneutrale Gebäude; Urbane Energiewende sowie Digitale Technologien & Start-up-Ökosystem. Hinzu kommen die Stabstelle Internationale Kooperation, die Stabstelle Politik, Strategie und Grundsatzfragen sowie die übergreifenden Bereiche Kommunikation und Verwaltung.
Die dena berät öffentliche und private Auftraggeber bei der Entwicklung und Umsetzung von Strategien auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Des Weiteren führt die dena Umfragen und Strategiepapiere für Projekte wie die Netzflexstudie und einen Gebäudereport durch. Außerdem betreibt sie Projekt- (Energieeffizienz-Netzwerke, Energieeffizienz-Expertenliste) und Marktentwicklung (Qualitätsstandards, Rahmenbedingungen für Märkte der Energiewende).
Bündnisse und Vereinigungen Die dena ist Mitglied einiger Bündnisse und Vereinigungen oder hat diese selbst initiiert. So gründete die dena 2011 eine Vereinigung, die sie Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz (geea) nannte. Die geea ist ein branchenübergreifender Zusammenschluss von Vertretern aus Forschung und Wissenschaft, Verbänden und Organisationen sowie Unternehmen der Energie- und Gebäudeeffizienz. Das Ziel der geea ist es, die Energieeffizienz in Gebäuden in Deutschland durch Empfehlungen für die Politik und konkrete Maßnahmen seitens der Wirtschaft zu verbessern.
Im September 2018 startete die dena mit Industrie-Partnern die Global Alliance Power Fuels um als internationales Bündnis globale Märkte für synthetische Kraft- und Brennstoffe auf Basis erneuerbarer Energien zu erschließen.
2021 gründete die dena die Tech for Net Zero Allianz, eine Initiative die mehr Klimaschutz durch mehr Ausgründungen aus Forschungseinrichtungen bewirken soll.Handlungsoptionen auf Andreas Kuhlmann sah als damaliger Vorsitzender der dena-Geschäftsführung in der Tech for Net Zero Allianz eine wichtige Hilfe zur Senkung der Treibhausgasemissionen.Bild von Andreas Kuhlmann auf
Veranstaltungen Einmal im Jahr veranstaltet die Deutsche Energie-Agentur den dena Energiewende-Kongress, der als branchenübergreifende Veranstaltung zur Energiewende in Deutschland Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammenbringt.
Seit 2017 richtet die dena alljährlich das Tech Festival mit internationalen Start-ups aus dem Energiewende-Bereich aus und verleiht den Start Up Energy Transition Award (März 2017/April 2018).
Beispiele für Studien und Projekte Die dena zeichnete für das Pilotprojekt Demand Side Management Baden-Württemberg (2014) zur Steuerung ihrer Stromnachfrage verantwortlich sowie für die Plattform Digitale Energiewelt (2016) (2016) und die Plattform Effiziente Energiesysteme für den Dialog über eine zukunftsfähige Energieversorgung.
Gemeinsam mit EIT Climate-KIC und der European Climate Foundation gründete die dena im April 2018 in Anlehnung an die globale Klimaschutzinitiative Project Drawdown einen europäischen Ableger. Drawdown Europe soll als Zentrum für Forschung, Innovation, Umsetzung und Demonstration von Klimaschutzlösungen in Europa dienen.
Die Leitstudie Integrierte Energiewende war ein Projekt mit mehr als 60 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, um erfolgversprechende Szenarien für den Umbau des Energiesystems zu identifizieren. (2017/2018) Die Ergebnisse wurden im Juni 2018 vorgestellt und stießen auf breite Resonanz. Die Studie arbeitet mit dem Leitbegriff der integrierten Energiewende. Ziel sei eine ganzheitliche Betrachtung der Energiewende. Verschiedene Technologien, Infrastrukturen und Märkte aus den Sektoren Energie, Industrie, Gebäude und Verkehr sollten aufeinander abgestimmt und in einem intelligenten Energiesystem vereint werden.
2018 startete die dena mit der Bauindustrie und der Immobilienwirtschaft unter Einbindung des BMWi und der holländischen Initiative Energiesprong das Projekt Serielle Sanierung von Mehrfamilienhäusern. Hierbei sollen Prototypen moderne Sanierungslösungen demonstrieren.
In einer dritten Netzstudie untersuchte die dena seit November 2018, wie die Netzausbauplanung für die nächste Stufe der Energiewende angepasst werden kann. Dem gingen 2005 und 2010 die dena-Netzstudien I und II zum Ausbau der Stromübertragungsnetze voraus. Ein weiteres dena-Projekt untersuchte den Nutzen von Pumpspeicherwerken für die Energiewendedena-Projekt Nutzen von Pumpspeicherwerken für Energiewende.
Im Februar 2019 folgte eine Studie zu Einsatzfeldern der Blockchain-Technologie in der integrierten Energiewende. Bereits im November 2016 hatte die dena gemeinsam mit der ESMT Berlin eine Studie zu Blockchain in der Energiewende: Potenzielle Anwendungsfelder nach Einschätzung von Führungskräften der deutschen Energiewirtschaft präsentiert. Die Studie zeigte anhand der Befragung von 70 Führungskräften der Energiewirtschaft und der energierelevanten Industrie in Deutschland, wie die Energiewirtschaft sich auf neue digitale Verfahren für Transaktionen vorbereitete. Dies könne laut der Studie die Branche nachhaltig verändern.
In einem Studienvergleich von Februar 2019 legten die dena, die deutschen Wissenschaftsakademien mit ihrem Projekt Energiesysteme der Zukunft (ESYS) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) Empfehlungen für eine erfolgreiche Energiewende in Deutschland vor. Demnach müsse zum Beispiel der jährliche Nettoausbau der erneuerbaren Energien auf mindestens sechs Gigawatt steigen. Bei der Sanierungsrate für Gebäude seien laut dena, ESYS und BDI eine Erhöhung auf mindestens 1,4 bis 2,0 Prozent nötig. Zum Erreichen ambitionierter Klimaziele brauche es außerdem im Jahr 2050 erneuerbare synthetische Energieträger im Umfang von 200 bis zu 900 Terawattstunden.
Initiativen, Partnerschaften und Gütesiegel Die dena ist Teil der Initiative EnergieEffizienz zur sparsamen Stromnutzung und Biogaspartner zur Entwicklung von Biogas-Märkten. Ferner verleiht sie das dena-Gütesiegel Effizienzhaus zur Kennzeichnung besonders energieeffizienter Gebäude (inklusive Effizienzhaus- und Experten-Datenbank) und das dena-Gütesiegel für Energieausweise zur neutralen Bewertung des Energiebedarfs von Gebäuden.
Öffentlichkeitsarbeit Im November 2017 erschien die erste Ausgabe des Unternehmensmagazins transition, das einmal im Jahr in Reportagen, Interviews, Grafiken und Analysen den Fortschritt der Energiewende beleuchtete. Das Magazin wurde im Juni 2018 bei den Best of Content Marketing (BCM) Awards mit der Silber-Urkunde in der Kategorie B2B-Magazine in den Branchen Industrie, Energie, Chemie, Pharma und Gesundheitswesen ausgezeichnet.
Einmal im Jahr präsentiert der dena-Gebäudereport neben Trends zur Energieeffizienz im Gebäudebereich Zahlen, Daten und Analysen zum Gebäudebestand, Energieverbrauch und klimapolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland.
Geschäftsführung Vorsitzende der dena ist seit Oktober 2023 Corinna Enders. Die Juristin war zuvor als Geschäftsführerin bei Zukunft – Umwelt – Gesellschaft gGmbH tätig. Zudem bekleidete sie verschiedene Stationen im Bundesumweltministerium für Umwelt, Naturschutz, Verbraucherschutz und nukleare Sicherheit sowie beim Umwelt- und Siedlingsprogramm der Vereinten Nationen. Sie ist seit 2024 Mitglied im Erweiterten Präsidium des Wirtschaftsforums der SPD.
Seit Oktober 2015 ist Kristina Haverkamp Geschäftsführerin der dena. Sie ist zudem Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der französischen Energieagentur ADEME. Die Juristin leitete zuvor unter anderem die Wirtschaftsabteilung der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union.
Frühere Geschäftsführende der dena waren: Andreas Kuhlmann (2015–2023) Er war zuvor Geschäftsbereichsleiter Strategie und Politik des energiewirtschaftlichen Interessenverbandes BDEW. Ulrich Benterbusch (2014–2015) Andreas Jung (2009–2014) Andrea Weinert (2006–2009) Kristina Steenbock (2001–2003) Stephan Kohler (2000–2014)
Anteilseigner und Finanzierung Die dena firmiert als GmbH. Gesellschafter sind die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das Bundesministerium für Digitales und Verkehr sowie die dena selbst.
Aufsichtsrat Den Aufsichtsratsvorsitz der dena hat Stefan Rouenhoff inne. Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende ist Ingrid-Gabriela Hoven, Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH.
Zum Aufsichtsrat der dena gehören Martina Englhardt-Kopf, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie (BMWE), Helmut Schöneberger, Geschäftsführer der Unternehmertum Venture Capital Partners GmbH und der UnternehmerTUM GmbH, Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Johannes Wieczorek, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Verkehr (BMV) sowie die Arbeitnehmendenvertretende Beatrice Kuhn, Johanna Meier und Rafael Noster.
Den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden hatten bereits inne (neueste zuerst): Stefan Wenzel Oliver Krischer Thomas Bareiß Iris Gleicke Stefan Kapferer Jochen Homann Rainer Brüderle Karl-Theodor zu Guttenberg Michael Glos Wolfgang Clement Werner Müller
Inhouse-fähige Gesellschaft Seit Anfang 2020 ist die dena eine inhouse-fähige Gesellschaft. Sie arbeitet damit überwiegend im Auftrag ihrer Gesellschafter. Mehr als 80 % des Umsatzes der dena müssen mit Aufträgen der Gesellschafter erwirtschaftet sein, der Anteil der mit privaten Mitteln finanzierter Projekte muss unterhalb von 20 % des Gesamtumsatzes eines Jahres liegen.
Vor der Inhouse-Fähigkeit finanzierte die dena Projekte zu etwa gleichen Anteilen durch öffentliche, projektgebundene Zuwendungen und aus privaten beziehungsweise sonstigen Einnahmen. Die Umsatzerlöse beliefen sich 2019 auf 24,8 Millionen Euro (2018: 22,3 Millionen Euro), davon kamen 12,2 Millionen Euro aus Zuwendungen der öffentlichen Hand und 12,7 Millionen Euro aus privaten beziehungsweise sonstigen Einnahmen. Damit wurden mehr als 50 % der Einnahmen durch Projektbeteiligungen oder Aufträge aus Bereichen der Privatwirtschaft erzielt.
Kritik
Finanzierung der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität An der dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität, die Pfade und Lösungsansätze für Deutschlands Weg in die Klimaneutralität im Jahr 2045 aufzeigen soll, waren mehr als 70 Unternehmen und Verbände beteiligt.Zwischenbericht dena-Leitstudie Aufbruch Klimaneutralität, auf dena.de Sie leisteten auch Beiträge zur Finanzierung der Studie, mehr als 20 % des Projekts finanzierte die dena aus Eigenmitteln.