mini|ISEE C (ISEE 3) vor dem Start in einer Testkammer

ISEE (International Sun Earth Explorer) war ein Raumfahrtprojekt der NASA und ESA (ursprünglich ESROA History of the European Space Agency 1958 – 1987 Volume II) zur Erforschung des Sonnenwindes und seiner Wechselwirkung mit der äußeren Magnetosphäre der Erde. Es bestand aus zwei 1977 gestarteten Satelliten (ISEE 1, 2) auf sehr elliptischen Umlaufbahnen und einer 1978 gestarteten Raumsonde (ISEE 3), die den Lagrange-Punkt L1 umkreiste. 1982, nach dem Ende der geplanten Missionszeit von 3 Jahren, wurde ISEE 3 unter dem Namen ICE (International Cometary Explorer) zu den Kometen Giacobini-Zinner und Halley geschickt. ISEE 1 und 2 führten dagegen ihre Messungen in der Erdumlaufbahn fort, bis sie 1987 verglühten. Obwohl ISEE 1 und 3 in den USA und ISEE 2 im Auftrag der ESA gebaut wurden, hatten alle drei Raumflugkörper wissenschaftliche Experimente aus den USA und den damaligen ESA-Mitgliedsstaaten an Bord.

ISEE 1 mini|ISEE 1 im Weltraum

ISEE 1 wurde unter dem Projektnamen ISEE A vom Goddard Space Flight Center der NASA gebaut. ISEE 1 basierte (wie ISEE 3) auf den Explorer 43, 47 und 50 Satelliten. ISEE 1 war ein Satellit in Form eines 16-seitigen Prisma. Der Satellitenkörper hatte 1,73 m Durchmesser und war 1,61 m hoch.satlist.nl: RAE Table of Earth Satellites 1977 Der obere und untere Teil des Mantels von ISEE 1 war mit Solarzellen belegt. Am mittleren Bereich waren vier ausklappbare Ausleger befestigt, die beim Start zusammengeklappt nach oben zeigten.uiowa.edu: International Sun-Earth Explorer (ISEE) 1 and 2 Die Ausleger waren jeweils um 90° zueinander versetzt und klappten in die Äquatorebene von ISEE 1 aus, so dass sie senkrecht auf der Spinachse standen. Zwei an gegenüberliegenden Seiten angebrachte gleich lange Ausleger trugen an ihren Enden jeweils einen flachen, rechteckigen Kasten. Ein um 90° dazu versetzter Ausleger trug eine besonders interessante Spitze, die aus einer, in der Äquatorebene von ISEE 1 liegenden Hantel mit Enden aus kugelförmig gebogenen, goldfarbenen Drähten bestand. Darauf folgte eine Antenne, deren kreuzförmige Stäbe parallel zur Spinachse standen. Ein Stab lag in der Äquatorebene von ISEE 1, der andere zeigte in die Richtung der Spinachse, ein weiterer Stab ragte, in Verlängerung des Auslegers, von ISEE 1 weg. Der gegenüberliegende Ausleger trug dagegen am Ende nur ein würfelförmiges Objekt. Außerdem besaß ISEE 1 vier stabförmige Antennen, die aus dem Satellitenkörper ausgefahren wurden und in der Äquatorebene radial von ISEE 1 wegzeigten. Sie waren jeweils zu den Armen um 45° versetzt. Zwei kurze, gegenüberliegende Antennen hatten kurz vor ihrem Ende kugelförmige Objekte. Daneben ragten aus ISEE 1 zwei weitere um 90° zu den kurzen Stabantennen versetzte lange Stabantennen aus ISEE 1 hinaus. Die Solarzellenfläche stand oben über die Oberseite von ISEE 1 hinaus. Die Oberseite von ISEE 1 besaß um ihr Zentrum einen ringförmigen Adapter, auf dem während des Starts der Satellit ISEE 2 (während des Starts noch ISEE B genannt) saß. Das innere des Adapters hatte ein Loch, durch das, nach der Abtrennung von ISEE 2, ein Mast mit einer Discone-Antenne an der Spitze ausfuhr. Durch diesen verlief die Spinachse, um die ISEE 1 zur Spinstabilisierung mit 19,75 Umdrehungen pro Minute rotierte. Diese stand senkrecht auf der Ekliptik. ISEE 1 hatte zwei Sender mit je 2,5 Watt Leistung an Bord. Beide sendeten im S-Band. Sender A sendete wissenschaftliche Daten analog und Sender B digital mit PCM, jedoch konnte auch Sender A in PCM senden. Die Datenrate betrug normalerweise 4086 Bit/s, wurde jedoch normalerweise bei jedem 5. Umlauf auf 16.384 Bit/s erhöht.nasa.gov: ISEE 1 wog beim Start 340 kg, hatte 13 wissenschaftliche Instrumente an Bord und seine Solarzellen erzeugten 175 Watt zu Betriebsbeginn und 131 Watt nach Abschluss der Primärmission von 3 Jahren.

ISEE 2 ISEE 2 wurde unter dem Projektnamen ISEE B 1973 von der ESRO genehmigt und vom STAR Konsortium unter der Führung von Dornier im Auftrag der ESRO, später ESA, gebaut.esa.int: A History of the European Space Agency 1958 – 1987 ISEE 2 war ein zylindrischer Satellit. Der Satellitenkörper hatte 1,27 m Durchmesser und war 1,20 m hoch. Auf seiner Oberseite war ein 0,89 m hoher Mast mit einer Discone-Antenne an der Spitze angebracht. Durch diese verlief die Spinachse, um die sich ISEE 2 mit 19,8 Umdrehungen pro Minute zur Spinstabilisierung drehte (und damit etwas schneller als ISEE 1). Wie bei ISEE 1 stand die Spinachse senkrecht auf der Ekliptik. Die oberen 2/3 des Mantels von ISEE 2 wurden von 6480 2 × 2 cm großen Silicium-Solarzellen gebildet.Horst W. Köhler: Klipp und Klar: 100x Raumfahrt, Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1977, ISBN 3-411-01707-4, S. 116/117 Diese gaben zu Beginn im Weltraum 112 Wattnasa.gov: ISEE 2NSSDC/COSPAR ID: 1977-102B und am Ende der Lebenszeit (kurz vor dem Verglühen) 65 Watt ab. Vor dem Start war berechnet worden, dass sie zum Missionsende nach drei Jahren noch 72 Watt abgeben würden. Wenn ISEE 2 im Perigäum 1 Stunde lang durch den Erdschatten lief, wurde sie in den ersten beiden Jahren durch einen Nickel-Cadmium-Akkumulator mit 10 Ah versorgt. Danach fiel der Akkumulator erwartungsgemäß aus. Das untere Drittel des Mantels war in schwarze Wärmeisolation eingepackt. Daran waren jeweils um 120° zueinander versetzt drei 2,16 m lange Ausleger angebracht. Diese waren beim Start hochgeklappt und ragten über den Satellitenkörper hinaus. Jedoch hatten alle drei an der Stelle, an der sie im hochgeklappten Zustand die obere Kante des Satellitenkörpers passierten, einen Knick von dem aus sie aufeinander zuliefen und sich an den Spitzen fast trafen. Dieses war nötig, weil die Ausleger unter die kegelförmige Spitze der Nutzlastverkleidung der Rakete reichten. Damit sich die Instrumente an ihren Spitzen nicht berührten, verhinderten Abstandshalter dies. Im ausgeklappten Zustand standen die Ausleger auf der Spinachse von ISEE 2, wobei die Knicke in den Auslegern dazu führten, dass sie zuerst schräg nach unten und erst dann in einer Ebene vom Satellitenkörper wegführten. Am Ende eines Auslegers war wieder ein hantelförmiges Messgerät mit Enden aus kugelförmig gebogenen, goldfarbenen Drähten angebracht. Das Messgerät stand parallel zur Satellitenoberfläche. Ein anderer Ausleger trug an seiner Spitze ein Messgerät, aus dem zu beiden Seiten kurze Stäbe mit Spitzen an ihren Enden hinausragten. Dieses Messgerät war parallel zur Spinachse von ISEE 2 ausgerichtet. Der dritte Mast trug an seiner Spitze als Verlängerung ein zylinderförmiges Objekt (ca. doppelt so lang wie der Durchmesser breit), das von ISEE 2 wegragte.Bild von ISEE 2 bei der ESA Dazu kamen noch zwei ausrollbare Drahtantennen mit 15 m Länge und zwei Antennen für das elektrische Feld mit 31 m und 0,7 m Länge. In Höhe der Trennlinie zwischen dem mit Solarzellen belegten Mantelteil und dem nicht belegten Mantelteil war im Satellitenkörper ein Zwischenboden angebracht. Oben auf dem Zwischenboden waren die Satellitensysteme untergebracht und auf der Unterseite die wissenschaftlichen Instrumente. Zur Lagekontrolle und Kurskorrekturen besaß ISEE 2 zwei Präzisions- und vier Spindüsen. Diese verwendeten 10,7 kg des ungewöhnlichen Druckgases Freon 14 (Tetrafluormethan). Damit ISEE 2 selbst nicht die hochempfindlichen Messinstrumente beeinflusste, war die elektromagnetische Abstrahlung von ISEE 2 auf ein Minimum reduziert. Außerdem war das gesamte Äußere des Satelliten elektrisch leitfähig, wodurch Potenzialdifferenzen unter 1 Volt blieben, und durch die Verwendung von unmagnetischem Material war das Gleichstromfeld am Magnetometer schwächer als 0,25 Gamma. Zu Messzwecken wurde der Abstand im Apogäum, wo sich die Magnetosphäre befindet, zwischen ISEE 1 und 2 zwischen 10 und 5000 km verändert. Dazu wurde ISEE 2 im oder nahe am Perigäum mit seinen Schubdüsen leicht beschleunigt oder gebremst. ISEE 2 hatte am Boden einen Adapter, mit dem sie während des Starts auf ISEE 1 befestigt war. Dadurch wurden während des Starts ca. 2/5 der Gesamthöhe von ISEE 2 von den überstehenden Solarzellen von ISEE 1 verdeckt. ISEE 2 wog beim Start 166 kg und hatte acht wissenschaftliche Instrumente an Bord.

ISEE 3

mini|ISEE 3, nach der Umbenennung in ICE, beim Anflug auf den Kometen Giacobini-Zinner

ISEE 3 wurde unter dem Projektnamen ISEE C im Auftrag des Goddard Space Flight Center der NASA von der Firma Fairchild gebaut. ISEE 3 basierte (wie ISEE 1) auf den Explorer 43, 47 und 50 Satelliten. ISEE 3 war eine Sonde in Form eines 16-seitigen Prismas. Der Sondenkörper hatte 1,73 m Durchmesser und war 1,61 m hoch.satlist.nl: RAE Table of Earth Satellites 1978 Der obere und untere Teil des Mantels von ISEE 3 war mit Solarzellen belegt. Am mittleren Bereich waren vier ausklappbare Ausleger befestigt, die in Startkonfiguration zusammengeklappt nach oben zeigten. Die Ausleger waren jeweils um 90° zueinander versetzt und klappten in die Äquatorebene von ISEE 3 aus, so dass sie senkrecht auf der Spinachse standen. Zwei an gegenüberliegenden Seiten angebrachte gleich lange Ausleger trugen an ihren Enden jeweils eine parallel zur Spinachse stehende Raute. Ein um 90° dazu versetzter Ausleger trug eine besonders interessante Spitze, die aus einer, in der Äquatorebene von ISEE 3 liegenden Hantel mit Enden aus kugelförmig gebogenen goldfarbenen Drähten bestand. Darauf folge ein parallel zur Spinachse stehendes Messgerät, aus dem zu beiden Seiten kurze Stäbe mit Spitzen an ihren Enden herausragten. Der gegenüberliegende Ausleger trug dagegen am Ende nur ein würfelförmiges Objekt. Außerdem besaß ISEE 3 vier lange stabförmige Antennen, die aus dem Satellitenkörper ausgefahren wurden und in der Äquatorebene radial von ISEE 3 wegzeigten. Sie waren jeweils zu den Armen um 45° versetzt. Sie geben ISEE 3 einen Durchmesser von 91 m.Keith Cowing: What ISEE-3 Really Looks Like Datum: 7. Juni 2014; abgerufen am 16. Juni 2016 Die Solarzellenfläche stand oben über die Oberseite von ISEE 3 hinaus. Auf der Oberseite von ISEE 3 ist ein Gittermast angebracht, der eine Stabantenne trägt. Unten ragt ebenfalls aus ISEE 3 eine ausfahrbare Stabantenne hinaus. Durch diese beiden Antennen verläuft die Spinachse, um die sich ISEE 3 zur Spinstabilisierung mit 19,75 Umdrehungen pro Minute dreht. Die Spinachse steht senkrecht auf der Ekliptik. ISEE 3 hatte zwei Sender mit je 5 Watt an Bord. Beide sendeten im S-Band. Der erste Sender sendete wissenschaftliche Daten mit PCM, jedoch konnte auch der andere Sender wissenschaftliche Daten in PCM anstatt Ranging senden. Beide Sender konnten gleichzeitig durch dieselbe Antenne senden, wobei jedoch entgegengesetzt drehende Polarisationen verwendet werden. Die Datenrate war veränderbar. Bei ISEE 3 in der Umlaufbahn um L1 und zu Anfang der ICE Mission betrug sie 2048 Bit/s. Bei Giacobini-Zinner waren es 1024 Bit/s. Danach fiel sie über 512 Bit/s (12. September 1985), 256 Bit/s (1. Mai 1987), 128 Bit/s (24. Januar 1989), auf 64 Bit/s (27. Dezember 1991). Auch konnten wissenschaftliche Daten zwischengespeichert werden, wenn diese schneller gesammelt als übertragen werden konnten.nasa.gov: ISEE 3 wog beim Start 469 kg und hatte 12 wissenschaftliche Instrumente an Bord und seine Solarzellen erzeugten 173 Watt zu Betriebsbeginn.

Missionen mini|Die ISSE Raumflugkörper und ihre Bahnen

ISEE 1 und 2