mini|Blick auf die Christuskirche vom Kreisverkehr „Ehrensäule“ aus mini|Ehemaliger Innenraum der Christuskirche
Die Christuskirche, war eine evangelische Kirche in Hanau. Sie wurde ab 1961 errichtet und 2025 außer Dienst gestellt. Die Gemeinde ist seit 2014 ein Bezirk der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Hanau im Kirchenkreis Hanau der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.
Lage Die Kirche liegt am Kreisverkehr „Ehrensäule“ gegenüber dem Hauptfriedhof und nimmt dort eine städtebaulich dominante Stellung ein.
Geschichte Erste Kirche Die Gemeinde wurde 1929Aschkewitz aus der Marienkirche ausgegründet. Ihr Gemeindegebiet war damals ein in Richtung Osten expandierendes Wohngebiet, das sogenannte „Freigericht-Viertel“. Bis 1934 errichtete die Gemeinde an der Akademiestraße, westlich des heutigen Standortes, ein eher schlichtes, saalartiges Kirchengebäude für etwa 270 Gottesdienstbesucher.Aschkewitz spricht von einer Kapazität von 400 Sitzplätzen. Diese erste Kirche basierte auf Entwürfen des Architekten Carl Cost.Fried Lübbecke: Hanau. Stadt und Grafschaft. Köln, 1951, S. 435f.Julius Reinsberg, Karin Berkemann: Christuskirche Hanau, Abschnitt „Von der Idee zum Bau“. Beitrag auf www.strasse-der-moderne.de, online seit Juni 2017, aufgerufen am 21. März 2026. Sie wurde durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, bis 1948 wiederhergerichtet und im Zuge des Baus des zweiten Kirchengebäudes teilweise in das Gemeindezentrum integriert. Der ehemalige Kirchenraum diente als Gemeindesaal.
Zweite Kirche Der Grundstein für eine zweite Kirche wurde am 5. März 1961 gelegt. Architekt war der Münchener Johannes Ludwig.
Die Kirche erscheint nach außen als geschlossener Block, die Außenwände haben keine Fenster. Die Beleuchtung erfolgt über eine Reihe dicht angeordneter Zwerchgiebel im Dachbereich. Diese abweisend wirkende Form ist auch der Lage der Kirche geschuldet, die mit ihrer Ostwand an die verkehrsreiche und damit laute B 43 grenzt. Der leicht abgesetzte Kirchturm wiederholt in seiner Dachform das Dreieck-Motiv der Zwerchgiebel. Sein Geläut durfte nicht in vollem Umfang erklingen, da – wie sich nachträglich herausstellte – eine der Glocken mit der Eigenfrequenz des Turmes übereinstimmt und diesen daher zum Einsturz bringen könnte.
Der Innenraum, der etwa 600 Sitzplätze aufwies, wurde als konventionelle dreischiffige Basilika mit Orgelempore gestaltet und mit Kirchenbänken ausgestattet. Im Nachhinein hinterlässt das den Eindruck, als hätten die Erbauer versucht, sich mit hergebrachten Formen gegen die anbrandenden Neuerungen abzusichern: Etwa ab dem Zeitpunkt, ab dem die Kirche fertiggestellt war, wandelte sich das „Freigericht-Viertel“, zu einem bevorzugten Stadtteil für Migranten. Die Zahl der Mitglieder der Gemeinde schwand dramatisch von etwa 8000 auf ca. 1800 (2005). Die Kirche war bald viel zu groß gemessen an der Zahl der Gemeindemitglieder.
An der künstlerischen Ausstattung der Kirche waren das Altarkreuz und die Altarleuchter bemerkenswert, die von Albrecht Glenz geschaffen wurden. Das Gebäude ist Bestandteil der Gesamtanlage Birkenhainer Straße, Hauptfriedhof und Rondell Ehrensäule.Krumm, S. 95.
Nachnutzung Die Kirche wurde Anfang 2025 offiziell als Gemeindekirche aufgegeben. Der letzte reguläre Gottesdienst fand am 9. Februar 2025 statt. Zwischennutzer des ehemaligen Gemeindehauses ist seit Juli 2025 die Martin Luther Stiftung Hanau.Umwidmung Christuskirche – wichtiger Meilenstein erreicht. Auf: Homepage des Kirchenkreises Hanau; abgerufen am 14. Mai 2026.
Das Kirchengebäude soll massiv umgebaut werden. Auf rund 1.100 Quadratmeter Nutzfläche sollen Büro- und Begegnungsräume entstehen. Dazu werden im bisherigen Kirchenschiff zwei Geschossebenen eingezogen. Bei Erhalt der Kubatur des Gebäudes wird die der Bundesstraße zugewandte Seite großflächig von Fenstern durchbrochen.EKKW: Zukunftsprojekt gestartet (Weblinks). Diese können aber aus Gründen des Denkmalschutzes nicht schallgedämmt werden. Deshalb wird im großen Kirchenschiff ein Glaskubus errichtet, eine „Haus-im-Haus“-Lösung.David Scheck: Christuskirche wird zum Diakoniezentrum: Große Veränderungen im Inneren geplant. In: Offenbach-Post online vom 16. Januar 2026; abgerufen am 14. Mai 2026. Der Umbau soll bis 2028 abgeschlossen sein. Projektträger sind der Evangelische Kirchenkreis Hanau und das Diakonische Werk Hanau‑Main‑Kinzig. Letzteres soll auch Hauptnutzer werden.EKKW: Zukunftsprojekt gestartet (Weblinks).
Literatur 75 Jahre Christuskirche. Festschrift. Hanau 2005: Günter Rauch: Die Geschichte der Christuskirche, S. 12–21. Kerstin Schröder: Die Christuskirchengemeinde heute – Veränderung und Kontinuität, S. 22–28. Max Aschkewitz: Pfarrergeschichte des Sprengels Hanau („Hanauer Union“) bis 1986, Teil 1 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 33. Marburg 1984, S. 73f. Carolin Krumm: Kulturdenkmäler in Hessen – Stadt Hanau . Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Wiesbaden 2006. S. 96. ISBN 3-8062-2054-9
Weblinks
Homepage der Christuskirche Straße der Moderne: Julius Reinsberg / Karin Berkemann, Hanau – Christuskirche Evangelische Kirche von Kurhessen und Waldeck (EKKW) (Hg.): Zukunftsprojekt gestartet: Christuskirche Hanau wird zur Diakoniekirche [mit Visualisierung des Projekts]; abgerufen am 14. Mai 2026.
Einzelnachweise
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