Sieglinde Heppener (* 8. Oktober 1934Protokoll der ersten Plenarsitzung der 5. Wahlperiode des Landtages von Brandenburg, Seite 3 (PDF-Datei; 153 kB) in Berlin) ist eine deutsche Philosophiehistorikerin und ehemalige Politikerin (SPD). Sie war von 2005 bis 2014 Abgeordnete im Landtag von Brandenburg.
Leben und Beruf Sieglinde Heppener war nach ihrem Abitur in den Jahren 1955 bis 1963 als Hilfsassistentin beim Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED in Berlin tätig. Im Anschluss folgte von 1963 bis 1965 ein Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Abschluss als Diplomphilosophin.
In den Jahren 1965 bis 1990 arbeitete sie als Dozentin an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim Zentralkomitee der SED, wo sie seit 1983 den Arbeitsbereich „Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie“ leitete. Sie promovierte im Jahr 1970 mit der Arbeit Philosophische Probleme der bewußten Gestaltung der sozialistischen Produktionsverhältnisse und der Entwicklung der Produktivkräfte unter den Bedingungen der Einheit von sozialistischer, wissenschaftlich-technischer und Kulturrevolution in der Periode von 1956 bis zum VI. Parteitag der SED (1963). Im Jahr 1977 erfolgte die Habilitation (Dissertation B) mit der Arbeit Historischer Materialismus und Aufbau des Sozialismus in der DDR – Zur Ausarbeitung der Grundfragen des historischen Materialismus in der marxistisch-leninistischen Philosophie der DDR (1949-1962). Im Jahr 1984 erfolgte die Ernennung zur Professorin.
Sieglinde Heppener ist verheiratet und hat drei Kinder.
Politisches Engagement Sieglinde Heppener war zu DDR-Zeiten Mitglied der SED,Protokoll des Sekretariats des ZK der SED Nr. 100/88 vom 5. September 1988 (Bundesarchiv, Bestandsnr. DY 30/J IV 2/3/4302), abgerufen am 22. Dezember 2022 was sie in ihrer Abgeordnetenbiographie für den Landtag Brandenburg trotz beruflicher und ideologischer Bezüge zum SED-Regime jedoch verschwieg.
Sie ist seit dem Jahr 1993 Mitglied der SPD. Am 21. Oktober 2005 rückte sie für Steffen Reiche in den Brandenburgischen Landtag nach. Für ihre Fraktion war sie von 27. Oktober 2005 bis 5. Dezember 2005 Mitglied und danach stellvertretendes Mitglied im Petitionsausschuss. Seit dem 27. Oktober 2005 war sie zudem stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie. Sie war seniorenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion im Landtag.
Am 21. Oktober 2009 eröffnete Heppener als Alterspräsidentin die konstituierende Sitzung des 5. Brandenburger Landtages. Nach der Landtagswahl in Brandenburg 2014 schied sie aus dem Landtag aus.
Neben der Parlamentarischen Arbeit ist sie in verschiedenen Vereinen und Verbänden aktiv. So ist sie seit dem Jahr 2003 Vorsitzende des Seniorenrates des Landes Brandenburg e. V. und Mitglied des Aufsichtsrates der gemeinnützigen ProCurand GmbH sowie der ProCurand Immobilien AG.
Ehrungen Vaterländischer Verdienstorden in Bronze (1989) Verdienstorden des Landes Brandenburg für ihren Einsatz „für die Belange der älteren Generation“ (Juni 2016)
Schriften (Mitarbeit): Paul Singer – ein bedeutender Führer der deutschen Arbeiterbewegung. Mit einer Auswahl aus seinen Reden und Schriften. Hrsg. von Heinrich Gemkow. Dietz, Berlin 1957. Philosophische Probleme der bewußten Gestaltung der sozialistischen Produktionsverhältnisse und der Entwicklung der Produktivkräfte unter den Bedingungen der Einheit von sozialistischer, wissenschaftlich-technischer und Kulturrevolution in der Periode von 1956 bis zum VI. Parteitag der SED (1963). Dissertation A. Institut für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, Berlin 1970 (VI, 306 gez. Bl.). Historischer Materialismus und Aufbau des Sozialismus in der DDR. Zur Ausarbeitung von Grundfragen des historischen Materialismus in der marxistisch-leninistischen Philosophie der DDR (1949–1962). Dissertation B. Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, Berlin 1977 (259, 17 Bl.). Die sozialistische Produktionsweise. Eine philosophiehistorische Analyse. Hrsg. im Auftrag des Wissenschaftlichen Rates für Marxistisch-Leninistische Philosophie der DDR von Wolfgang Eichhorn u. a. Dietz, Berlin 1981 (gemeinsam mit Ursula Schirmer und Edgar-André Wieland). (wiss. Red.): Theoretische und methodologische Probleme der Erforschung und Propagierung der Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie. Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED, Berlin 1989 (gemeinsam mit Horst Klein). (Hrsg.): Das Problem der Freiheit im Lichte des wissenschaftlichen Sozialismus. Konferenz der Sektion Philosophie der Deutschen Akademie der Wissenschaften Berlin, 8.–10. März 1956; Auszüge aus dem Protokoll. podium progressiv, Berlin 1991 (gemeinsam mit Wladislaw Hedeler; digitaler Reprint: De Gruyter, Berlin 2021, ISBN 978-3-11-254018-3). (Hrsg.): Solange meine Kraft reicht, werden Sie mich auf dem Posten finden. Paul Singer – jüdischer Unternehmer, sozialdemokratischer Politiker und Verleger – zu seinem 150. Geburtstag. Historische Kommission beim Landesvorstand der SPD, Berlin 1994 (gemeinsam mit Heinrich Gemkow und Wilfried Henze). (Hrsg.): Quellen zu Opposition und Widerstand Ostberliner Sozialdemokraten 1945–1961. Eine Handreichung. Franz-Neumann-Archiv e. V., Berlin 2004 (gemeinsam mit Siegfried Heppener; gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur).
Literatur
Weblinks
Parlamentsdokumentation Brandenburg (der genaue Datensatz muss mit der Suchfunktion ermittelt werden)
Einzelnachweise
Kategorie:Alterspräsident des Landtags Brandenburg Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Marxistischer Philosoph Kategorie:Philosophiehistoriker Kategorie:Hochschullehrer (Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED) Kategorie:Absolvent der Akademie für Gesellschaftswissenschaften beim ZK der SED Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Brandenburg Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Frau