Die Dreiband-Europameisterschaft wird seit 1932 in der Karambolagevariante Dreiband ausgetragen. In der Regel findet sie einmal jährlich statt. Ausgerichtet wird sie seit 1958 vom europäischen Karambolagebillard-Verband CEB (Confédération Européenne de Billard), vorher von der Union Internationale des Fédérations des Amateurs de Billard (UIFAB) und Fédération Internationale de Billard (FIB).
Geschichte Bis zum Zweiten Weltkrieg wurden Europameisterschaften nur in den Disziplinen Cadre 45/2, Cadre 45/1 und Dreiband ausgetragen, und das auch eher unregelmäßig. Erst nach dem Krieg (1947) wurde ein regelmäßiger, jährlicher Turnus eingeführt. Eine Ausnahme bildete die Saison 1995/96. Dies hatte mit den Verbandsstreitigkeiten zwischen dem Weltverband Union Mondiale de Billard (UMB) und der Billiards Worldcup Association (BWA) zu tun. Es führte auch dazu, dass die bei der BWA unter Vertrag stehenden Spieler in den Jahren von 1993 bis 1997 nicht an der EM teilnehmen durften.
In der Saison 1956/57 hatte es schon einmal zwei Verbände gegeben. Der Streit um die Sport- und Führungspolitik innerhalb der Union Internationale des Fédérations d’Amateurs de Billard (UIFAB) gipfelte in der Neugründung des konkurrierenden Verbandes Fédération Internationale de Billard (FIB) und den Doppel-Europameisterschaften in den Disziplinen Freien Partie, Cadre 71/2 und Dreiband 1957. Im folgenden Jahr waren die Streitigkeiten beigelegt und die UIFAB war wieder alleiniger Europaverband. Ausdruck wurde dieser Fusion durch die Neugründung bzw. Umbenennung in Confédération Européenne de Billard (CEB) am 12. Juli 1958 verliehen. Fotogalerie
Modus Gespielt wurde von 1932 bis 1958 und von 1985 bis 1987 auf eine Distanz von 50 Points und von 1960 bis 1984 bis 60 Points. Ab 1988 wurde das Turnier im Satzsystem bis 15 Points (drei Gewinnsätze) ausgespielt. Ab 2012 wird in der Vorrunde bis 30 Points und ab dem Achtelfinale bis 40 Points gespielt.
Ab der Saison 2012/13 werden die Europameisterschaften in einem Mammutturnier mit allen Disziplinen alle zwei Jahre in Brandenburg an der Havel ausgetragen.
Preisgelder und Ranglistenpunkte Preisgeld (€) Ranglisten-punkte Sieger 8.000 80 Finalist 4.000 54 Halbfinalisten 2.500 38 5. – 8. 1.500 26 9. – 16. 750 16 17. – 32. 300 8 P-Quali – 4 Insgesamt 32.800 – (Stand: 2019)
Rekorde
Rekordsieger ist der Belgier Raymond Ceulemans mit 23 Titeln, aktueller Titelträger ist Torbjörn Blomdahl aus Schweden.
Europarekorde können auch bei Weltmeisterschaften, Weltcupturnieren, Mehrkampfturnieren und Teamwettbewerben aufgestellt werden.
Der beste GD eines Spielers bei einer EM wurde von Marco Zanetti 2013 mit 2,500 erzielt. Der offizielle Europarekord steht bei 2,777, aufgestellt von Daniel Sánchez beim Dreiband-Weltcup 2017 im ägyptischen Luxor.
Die beste Partie bis 40 Points (40 in 8 Aufnahmen = 5,000) spielte Dick Jaspers 2012 in Istanbul. Bis 50 Points spielte Torbjörn Blomdahl 1985 bei der Team-EM in Kopenhagen und Raymond Ceulemans 1986 bei der WM in Las Vegas 2,631 ED. Bis 60 Points spielte Raymond Ceulemans bei der EM 1972 in Dortmund 2,857 ED. Im Satzsystem ist die Bestleistung 5,625 ED, gespielt von Dick Jaspers 2008 in Florange.
Den offiziellen Europarekord für den besten Einzeldurchschnitt hält Dick Jaspers. Aufgestellt in der Deutschen Billard-Bundesliga. Am 22. Januar 2018 erzielte er 40 Punkte in 10 Aufnahmen, also 10,00, für seinen Bundesligaverein 1. BC Magdeburg 1950.
Offiziell werden heute keine prolongierten Höchstserien mehr geführt, weil Sätze nur bis 15 Points gespielt werden. Trotzdem sollte erwähnt werden, dass Dick Jaspers in Florange einen Satz mit 13 Points beendete, den nächsten Satz in einer Aufnahme ausstieß und den folgenden Satz mit 6 begann. Das wäre eine prolongierte Serie von 34 Points. Das gab es in der langen Billardgeschichte in offiziellen Turnieren noch nie. Den offiziellen Europarekord hält Frédéric Caudron aus Belgien mit 28 Punkten, aufgestellt bei der Dreiband-EM 2013 in Brandenburg an der Havel.
Rekordentwicklung
Turnierrekordentwicklung Beim Satzsystem wird der beste Einzeldurchschnitt (ED) nur im Spiel auf 3 Gewinnsätze gewertet, ohne Satzsystem auf mindestens 40 Punkte. + GD Name Jahr 0,717 Henk Robijns 1932 0,804 Alfred Lagache 1939 0,827 Roger Hanoun 1948 0,890 Alfred Lagache 1949 0,895 René Vingerhoedt 1951 1,023 René Vingerhoedt 1952 1,190 René Vingerhoedt 1954 1,238 Raymond Ceulemans 1963 1,420 Raymond Ceulemans 1965 1,538 Raymond Ceulemans 1969 1,621 Raymond Ceulemans 1971 1,808 Raymond Ceulemans 1991 2,314 Frédéric Caudron 2001 2,376 Torbjörn Blomdahl 2003 2,500 Marco Zanetti 2013+ BED Name Jahr 0,925 Henk Robijns 1932 Jacques Davin 1935 1,041 Alfred Lagache 1939 1,111 Alfred Lagache 1947 1,219 Roger Hanoun 1948 Alfred Lagache 1949 1,428 René Vingerhoedt 1952 René Vingerhoedt 1953 1,515 René Vingerhoedt 1954 1,724 René Vingerhoedt 1958 1,764 Raymond Ceulemans 1964 1,818 Raymond Ceulemans 1965 2,068 Raymond Ceulemans 1965 2,222 Raymond Ceulemans 1969 2,400 Johann Scherz 1971 2,875 Raymond Ceulemans 1972 3,000 Tayfun Taşdemir 2002 3,461 Torbjörn Blomdahl 2003 Frédéric Caudron 2003 5,625 Dick Jaspers 2008+ Höchstserie (HS) HS Name Jahr8 Otto Unshelm 19329 René Vingerhoedt 1939 12 Alfred Lagache 1948 15 Herman Popeijus 1955 Henny de Ruijter 1960 17 Raymond Ceulemans 1964 20 Raymond Ceulemans 1973 23 Nikos Polychronopoulos 2012 28 Frédéric Caudron 2013
Medaillenspiegel (1932–2025) und teilnehmende Nationen PlatzNationGoldSilberBronzeGesamt1. Belgien382027852. Schweden1136203. Niederlande91020394. Frankreich587205. Spanien5111176. Italien31487. Österreich2115188. Türkei237129. Deutschland11372110. Schweiz110211. Griechenland100112. Dänemark0651113. Portugal0145Alle bisher teilnehmenden Nationen
Turnierstatistik Der GD gibt den Generaldurchschnitt des jeweiligen Spielers während des Turniers an.