Waldenburg ist eine Stadt im Norden des sächsischen Landkreises Zwickau. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Waldenburg.
Geographie mini|Zwickauer Mulde mini|300px|Blick über die Zwickauer Mulde auf Waldenburg
Angrenzende Gemeinden sind Callenberg, die Städte Glauchau und Limbach-Oberfrohna, Oberwiera und Remse im Landkreis Zwickau sowie Göpfersdorf und Nobitz im thüringischen Landkreis Altenburger Land.
Durch Waldenburg fließt die Zwickauer Mulde.
Stadtgliederung Sie besteht aus den Ortsteilen Dürrenuhlsdorf, Franken, Niederwinkel, Schlagwitz, Schwaben, Oberwinkel und Waldenburg (Oberstadt und Mittelstadt mit Altwaldenburg, Eichlaide) und Altstadt Waldenburg (Unterstadt) mit dem Ortsteil Grünfeld und der Siedlung Naundorf. Ortsteil Bevölkerung (30. Juni 2015)Einwohnerzahlen und Fläche der einzelnen Ortsteile. In: waldenburg.de, abgerufen am 11. Februar 2022 (Stand per 31. Dezember 2020 vom Einwohnermeldeamt). Fläche in km²Waldenburg Kernstadt342012,06Dürrenuhlsdorf981,41Franken692,2Niederwinkel1701,58Oberwinkel842,39Schlagwitz1312,18Schwaben2113,25
Geschichte Chronologie In der Zeit zwischen 1165 und 1172 wurde von Hugo von Wartha und Rudolph von Brand die Burg Waldenburg im Auftrag Kaiser Friedrich I. (genannt Barbarossa) errichtet. Um 1199 nannte sich Hugo von Wartha erstmals Hugo von Waldenburg (vgl. Waldenburg (Adelsgeschlecht)). Im Jahr 1254 soll nach der unveröffentlichten Stadtchronik von Fritz Resch die Stadt Waldenburg gegründet worden sein. Dafür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege. König Ludwig von Bayern erwähnte Waldenburg erstmals 1336. Der Nachbarort Altwaldenburg wurde erstmals 1290 und Altstadt Waldenburg im Jahr 1317 erwähnt. 1378, infolge der Erbeinigung zwischen Johannes I. von Waldenburg und Friedrich von Schönburg-Hassenstein (-Hasištejn), wurden die Schönburger die Herren der Burg, der Stadt und der Herrschaft Waldenburg.
Den Waldenburger Töpfern wurde 1388 als Ersten in Deutschland ein Innungsbrief verliehen. 1425 brannte die Stadt bis auf zwei Häuser nieder. 1430 wurde die Stadt von den Hussiten abgebrannt und geplündert. 1473 wurde ein Bürgerhaus gekauft, um es als Rathaus zu nutzen. Das erste Rathaus wurde in der Zeit zwischen 1528 und 1531 erbaut. 1576 starben 200 Menschen durch die Pest. 1633 starben abermals 389 Menschen an der Pest. Das heutige Rathaus wurde 1731 erbaut und 1777 entstand die erste Strumpfwarenfabrik. Zwischen 1780 und 1795 wurde der Grünfelder Park von Otto Carl-Friedrich von Schönburg angelegt. 1784 wurde Triks Weberei zum ersten Mal erwähnt. In den Jahren 1823 und 1824 wurde die Lutherkirche in Altstadt Waldenburg nach dem Entwurf von Albert Geutebrück errichtet. mini|Waldenburg, Lithographie 1839 mini|Karte von Waldenburg und Umgebung, um 1920
1843 eröffnete Fürst Otto Victor I. von Schönburg zum Andenken an seine Tochter Marie Caroline ein Krankenhaus mit Namen „Carolinenstift“. Zwischen 1844 und 1847 wurde das Waldenburger Museum, ein Naturkundemuseum, erbaut. 1848 wurde die Burg durch einen Brand zerstört. 1855 wurde das Schloss wieder erbaut. Von 1909 bis 1912 wurde das Schloss in seine heutige Gestalt umgebaut. 1927 wurde das Waldenburger Sommerbad gebaut. Die Oberstadt Waldenburg gehörte bezüglich der Grundherrschaft dem Rat der Stadt Waldenburg und bezüglich der Verwaltung bis ins 19. Jahrhundert zur schönburgischen Herrschaft Waldenburg.Handbuch der Geographie. Statistik und Topographie des Königreiches Sachsen. Erste Lieferung, den Zwickauer Directionsbezirk enthaltend. Friedrich Fleischer, Leipzig 1839, S. 500 f. (in Fraktur; ).Altstadt Waldenburg im Buch Geographie für alle Stände, S. 899 (in Fraktur; ).Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 92 f. Am 10. Mai 1875 wurde der Bahnhof „Waldenburg“ der Bahnstrecke Glauchau–Wurzen (Muldentalbahn) südlich von Altstadt Waldenburg eröffnet. Ein bedeutender Erwerbszweig des Orts war die Töpferei, für die Waldenburg berühmt ist. Nachdem auf dem Gebiet der Rezessherrschaften Schönburg im Jahr 1878 eine Verwaltungsreform durchgeführt wurde, kam die Oberstadt Waldenburg im Jahr 1880 zur neu gegründeten sächsischen Amtshauptmannschaft Glauchau. Am 1. Juli 1928 erfolgte die Eingemeindung von Altstadt Waldenburg mit Grünfeld nach Waldenburg. Altwaldenburg mit Eichlaide folgte am 1. April 1934. Am 13. April 1945 endete in Waldenburg ein Todesmarsch für 500 Männer und 2500 Frauen vom Außenlager Altenburg des KZ Buchenwald, als amerikanische Truppen Waldenburg besetzten. 1945 wurden die Schönburger aufgrund der Bodenreform entschädigungslos enteignet. Das Waldenburger Schloss wurde 1947 als Tuberkulose- bzw. Lungen-Heilstätte eingerichtet, die bis 1998 existierte.
Durch die Verwaltungsreform von 1952 kam die Stadt Waldenburg zum Kreis Glauchau im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt). 1973 wurde ein Gemeindeverband mit umliegenden Gemeinden gebildet. Bei der Eingemeindung der Gemeinde Ebersbach in die Gemeinde Reinholdshain erfolgte am 1. Januar 1974 die Umgliederung des bisherigen Ortsteils Oberwinkel nach Waldenburg. Eine in die Außenwand der Pfarrkirche eingelassene Tafel zeigt folgenden Text: „In Dankbarkeit. In dieser Kirche begann im Herbst 1989 die friedliche Revolution in Waldenburg“. Die Stadt Waldenburg gehörte ab 1990 zum sächsischen Landkreis Glauchau, der 1994 im Landkreis Chemnitzer Land bzw. 2008 im Landkreis Zwickau aufging. Am 1. Juli 1992 erfolgte die Eingemeindung von Niederwinkel nach Waldenburg. Mit der Eingemeindung der Gemeinde Dürrenuhlsdorf nach Waldenburg wurde am 1. Januar 1999 die vier Ortsteile Dürrenuhlsdorf, Schwaben, Franken und Schlagwitz Ortsteile der Stadt Waldenburg. Mit der Einstellung des Schienenverkehrs auf der Muldentalbahn ging der Bahnhof „Waldenburg (Sachs)“ am 15. August 2002 außer Betrieb.
Siedlung Naundorf (Waldenburg) An der „alten Straße“, die von „Altstadt Waldenburg“ (Unterstadt) in Richtung Callenberg steil den Berg hinauf führt, befindet sich die heutige Siedlung Naundorf.
An etwas anderer Stelle, etwa dort, wo die heutige Umgehungsstraße weniger steil die heutige Siedlung Naundorf in Richtung Callenberg umgeht, befand sich am Callenberger Berg im Mittelalter das Dorf Naundorf, bestehend aus Bauerngehöften. Es wurde Mitte des 13. Jahrhunderts angelegt. Bis Ende des 15. Jh. waren viele Bewohner nach „Altstadt Waldenburg“ umgezogen. Der Boden hier war wohl nicht ertragreich. Letztlich fiel dieses ursprüngliche Dorf wüst. Somit ist das mittelalterliche Naundorf eine Wüstung oder Teilwüstung.Klaus Fleck, Ralph Zenker u. a.: Waldenburg. Zur Geschichte der Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten: Heimatmuseum und Naturalienkabinett Waldenburg. Überarbeitete Ausgabe. Hrsg. von der Stadtverwaltung Waldenburg. Waldenburg 1990, S. 6, 19.
Religion mini|hochkant|Luther-Kirche in der Altstadt
Die erste Kirche in Waldenburg wurde im 13. Jahrhundert erbaut. 1542 setzte sich die Reformation in Waldenburg durch.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche ist mit der St.-Bartholomäus-Kirchgemeinde und der LutherkirchgemeindeWebsite der Ev,-Luth. Kirchgemeinde, abgerufen am 6. September 2020. (beide im Schwesterkirchverhältnis; Ev.-Luth. Kirchenbezirk ZwickauKirchenbezirke auf der Website der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, abgerufen am 6. September 2020.) vertreten, die römisch-katholische Kirche mit der St.-Martin-Gemeinde (Kirche per Dekret vom 3. Februar 2023 profaniert; zuletzt in der Pfarrei Heilige Familie Zwickau im Dekanat Zwickau, Bistum Dresden-Meißen), die Siebenten-Tags-Adventisten mit der Adventgemeinde WaldenburgDas sind wir. In: waldenburg.adventist.eu, Adventgemeinde Waldenburg. Abgerufen am 6. März 2017. (in der Berlin-Mitteldeutschen Vereinigung)Kirche vor Ort. Suche nach „W“. In: bmv.adventisten.de, abgerufen am 7. September 2019. sowie die Pfingstbewegung mit der Evangelischen Christengemeinde WaldenburgEvangelische Christengemeinde Waldenburg. In: waldenburg.de, abgerufen am 11. Februar 2022..
Eingemeindungen mini|hochkant|Kirche im Ortsteil Schwaben Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Altstadt WaldenburgDas Sachsenbuch. Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden 1943. 1. Juli 1928 AltwaldenburgAmtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich auf Grund der Volkszählung 1933 (= Deutsches Reich [Hrsg.]: Statistik des Deutschen Reichs. Band 450). Hrsg. vom Statistischen Reichsamt. 3. Auflage. Verlag für Sozialpolitik, Wirtschaft und Statistik GmbH, Berlin 1936, . 1. April 1934 DürrenuhlsdorfStatistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (Hrsg.): Gebietsänderungen. In: sachsen.de, abgerufen am 3. März 2017. 1. Januar 1999 Eichlaide vor 1880 Eingemeindung nach Altwaldenburg FrankenGemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Hrsg. vom Statistischen Bundesamt. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere. Hrsg. vom Ministerium des Innern des Landes Sachsen. [Dresden] 1952, . 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Dürrenuhlsdorf Grünfeld vor 1880 Eingemeindung nach Altstadt Waldenburg Siedlung Naundorf ? relativ neue Siedlung, an Stelle einer früheren Wüstung Niederwinkel 1. Juli 1992 Oberwinkel 19611974 Eingemeindung nach Ebersbach,Umgliederung nach Waldenburg Schlagwitz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Dürrenuhlsdorf Schwaben 1. Juli 1969 Eingemeindung nach Dürrenuhlsdorf
Einwohnerentwicklung (ab 1998 mit Stand jeweils zum 31. Dezember) 1815 – 1714 1819 – 1989 1830 – 2150 1834 – 2167 (353 Häuser) 1933 – 5234 1939 – 5083 1998 – 4871 1999 – 4857 2000 – 4870 2001 – 4762 2002 – 4725 2003 – 4661 2004 – 4637 2005 – 4604 2006 – 4529 2007 – 4492 2008 – 4412 2009 – 4381 2010 – 4375 2011 – 4301 2012 – 4217 2013 – 4188 2018 – 4012 2019 – 4058
Politik
mini|hochkant|Rathaus
Stadtrat Seit der Stadtratswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 16 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: FW: 11 Sitze CDU: 3 Sitze Grüne: 1 Sitz SPD: 1 Sitz
+Vergangene Stadtratswahlen Partei / Liste202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein % Freie Wähler1170,21562,6954,3 CDU319,9320,8527,3 Grüne15,4–––– SPD14,5–––3,9 AfD––111,4–– BI für gerechte kommunale Abgaben–––5,316,1 Die Linke––––17,8 FDP–––––0,7 Wahlbeteiligung71,3 %66,5 %55,2 %
Bürgermeister Jörg Götze (Freie Wähler) ist Bürgermeister der Stadt Waldenburg. Er wurde 2022 ins Amt gewählt. + Vergangene Bürgermeisterwahlen Wahl Bürgermeister Vorschlag Wahlergebnis2022Jörg Götze Freie Wähler60,5 %2015Bernd Pohlers91,6 %200896,6 %200157,0 %
Städtepartnerschaften Städtepartnerschaften bestehen mit Warthausen in Baden-Württemberg Noyelles-lès-Vermelles im französischen Département Pas-de-Calais
Daneben gibt es freundschaftliche Beziehungen zu den gleichnamigen Gemeinden Waldenburg in Baden-Württemberg und Waldenburg im Schweizer Kanton Basel-Landschaft.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
mini|Schloss Waldenburg mini|Elisenteich im Grünfelder Park mini|hochkant|Pfarrkirche St. Bartholomäus mini|Heimatmuseum und Naturalienkabinett
Theater Mit ca. 1000 m² bespielbarer Fläche und reichlich 1100 Sitzplätzen gehört das Freilichttheater Waldenburg zu den größten und auch idyllischsten Bühnen Deutschlands. Es liegt im Herzen der alten englischen Parkanlage, dem Grünfelder Park in Waldenburg.
Museum