mini|hochkant|Jelena Nikolajewna Baturina, 2013 Jelena Nikolajewna Baturina (; * 8. März 1963 in Moskau) ist eine russische Unternehmerin, Milliardärin und Philanthropin. Sie ist die Witwe des ehemaligen Moskauer Oberbürgermeisters Juri Luschkow. 1991 gründete sie das Investment- und Bauunternehmen Inteco, das sie fast 20 Jahre leitete. Auf der Forbes-Milliardärsliste wurde ihr Vermögen 2025 mit 1,3 Milliarden US-Dollar angegeben.

Leben Baturina begann 1980 als technische Konstrukteurin im Moskauer „Fräserwerk“, in dem auch ihre Eltern arbeiteten. Zugleich studierte sie am Moskauer Institut für Management. 1989 nahm sie private Geschäftstätigkeiten auf. Zwei Jahre später gründete sie Inteco, das zunächst im Kunststoffbereich tätig war und später zu einem bedeutenden russischen Bau- und Immobilienunternehmen wurde.

1991 heiratete Baturina Juri Luschkow, der von 1992 bis 2010 Oberbürgermeister von Moskau war. Das Paar hat zwei Töchter. 2010 wurde Luschkow durch ein Dekret des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew entlassen, nachdem Korruptionsvorwürfe gegen ihn und Baturina erhoben worden waren.Benjamin Bidder: Luschkow-Gattin Baturina: Götterdämmerung für Moskaus Beton-Prinzessin. In: Spiegel Online. 1. Oktober 2010Frank Nienhuysen: Russland: Jelena Baturina – Die arme reiche Königin. In: Süddeutsche Zeitung. 9. Oktober 2010Peter Muzik: Die Oligarchin von Kitzbühel. In: Wiener Zeitung. 12. Oktober 2010 Luschkow bezeichnete die Vorwürfe später als politisch motivierte Kampagne. Im Februar 2011 durchsuchten Einheiten der Sonderpolizei OMON die Büroräume von Inteco.Andrea Hodoschek: Oligarchin rollen die Rubel davon. In: Kurier. 5. Dezember 2011 Im Oktober 2011 gaben die Ermittlungsbehörden bekannt, dass Baturina Vorladungen ignoriert hatte, bei denen sie als Zeugin zu Zahlungen der Bank of Moscow auf eines ihrer Konten aussagen sollte. Baturina hielt sich anschließend vorwiegend in Österreich und im Vereinigten Königreich auf.

Nach dem Verkauf von Inteco im Jahr 2011 zog Baturina nach Österreich. Seither konzentriert sie ihre Geschäftsinteressen vor allem auf Europa, darunter Immobilien, Hotels, erneuerbare Energien, Membranbau und Risikokapitalinvestitionen. Karriere

Inteco 1989 gründete Baturina ihr erstes Unternehmen, das sich hauptsächlich mit Computersoftware und -hardware befasste. 1991 gründete Baturina ihr Unternehmen Inteco („Inteko“ (Интеко) auf Russisch), das sich auf das Bauwesen konzentrierte, obwohl es als Kunststoffunternehmen begann. Mitte der 1990er Jahre stieg Inteco in das Baugeschäft ein und konzentrierte sich auf die Entwicklung von Materialien und Technologien für Fassadenarbeiten, Zement-, Ziegel- und Gussbetonkonstruktionen, Architekturdesign und Immobiliengeschäft.

2007 betrug der Umsatz des Unternehmens nach eigenen Angaben 1 Milliarde US-Dollar. Ende 2008 wurde das Unternehmen zusammen mit Gazprom und der Russischen Eisenbahn in eine Liste strategisch wichtiger russischer Unternehmen aufgenommen. Zu den Projekten des Unternehmens gehörten größere Wohn- und Geschäftskomplexe in Moskau sowie Gebäude der Staatlichen Universität Moskau. 2010 und 2011 verkaufte Baturina ihre Vermögenswerte in Russland.

Investitionen nach dem Verkauf von Inteco Nach ihrem Rückzug aus Russland investierte Baturina unter anderem in Hotels in Österreich, Irland, Tschechien und Russland. Das Morrison Hotel in Dublin wurde 2012 für rund 20 Millionen Euro erworben, renoviert und 2020 für über 65 Millionen Euro verkauft.

In Zypern starteten Baturinas Unternehmensstrukturen 2016 ein Wohnimmobilienprojekt in Limassol mit einem angegebenen Investitionsvolumen von 40 Millionen Euro.

2015 erwarb ihre Unternehmensgruppe die deutsche Hightex Group, die auf architektonische Membrankonstruktionen spezialisiert ist. Seit 2014 ist Baturina außerdem im Bereich erneuerbarer Energien aktiv, insbesondere mit Solarprojekten in Süd- und Südosteuropa.

Philanthropie Baturina war Treuhänderin des Mayor's Fund for London. Außerdem ist sie Vizepräsidentin von Maggie’s, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation zur Unterstützung von Menschen mit Krebs.

2012 gründete sie die Stiftung BE OPEN, eine internationale Kultur- und Bildungsinitiative zur Förderung von Design, Kreativität und Nachhaltigkeit. Die Stiftung trat unter anderem bei Designveranstaltungen in Mailand, Delhi, Basel, Miami und London auf.

Seit 2019 führt BE OPEN ein Wettbewerbsprogramm zu den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung durch. Dabei wurden unter anderem Wettbewerbe zu verantwortungsvollem Konsum, nachhaltigen Städten, Ernährungssicherheit, erneuerbarer Energie und Klimaschutz veranstaltet.

2020 richtete die Stiftung die Online-Galerie BE OPEN Art ein. Seit 2023 veranstaltet sie außerdem regionale Kunstwettbewerbe für aufstrebende Künstler.

Porzellansammlung Baturina besitzt nach eigenen Angaben eine umfangreiche private Sammlung russischen kaiserlichen Porzellans. 2024 wurde ein mehrbändiger wissenschaftlicher Katalog mit dem Titel „Krieg und Frieden im russischen Porzellan. Aus der Sammlung von Elena Baturina“ vorgestellt.

Auszeichnungen Baturina erhielt 2003 den Staatspreis der Russischen Föderation für Wissenschaft und Technologie. Inteco und Projekte des Unternehmens wurden mehrfach mit russischen und internationalen Branchenpreisen ausgezeichnet.

Einzelnachweise

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