Josef Paneth um 1885|mini Josef Paneth (* 6. Oktober 1857 in Wien; † 4. Jänner 1890 ebenda) war ein österreichischer Physiologe und Erstbeschreiber der nach ihm benannten Paneth-ZellenJ. Paneth: Ueber die secernirenden Zellen des Dünndarmepithels. In: Archiv für mikroskopische Anatomie. Band 31, 1888, S. 113 f. des Dünndarms.
Leben Nach seinem Medizinstudium an der Universität Wien und Heidelberg wurde Josef Paneth 1879 in Wien promoviert und arbeitete anschließend zunächst als chirurgischer Assistent bei Theodor Billroth in Wien. Danach war er am Breslauer Physiologischen Institut tätig. 1883/84 hielt er sich wegen einer beginnenden Tuberkulose an der Côte d’Azur auf. Er forschte in Villefranche-sur-Mer bei Nizza an der Zoologischen Station auf dem Gebiet der Histologie.Heinz-Peter Schmiedebach: Paneth, Josef. 2005, S. 1094. – Bernd Nitzschke, Rezension der Publikation Vita Nuova, in: werkblatt.at, online, abgerufen am 23. Mai 2026
In Ernst Brückes Physiologischem Institut in Wien, wo er sich 1886 für Physiologie habilitierte, wurde er danach Mitarbeiter und dann der Nachfolger Sigmund Freuds. In Freuds Non vixit-Traum wird Paneth als „Freund und Gegner P.“ erwähnt.Sigmund Freud Studienausgabe, Band II: Die Traumdeutung, S. 408 ff. und S. 462 ff.; S. Fischer Verlag, 1994 Paneth stand zudem in Kontakt mit Friedrich Nietzsche.
Seine philosophischen Arbeiten zu erkenntnistheoretischen Problemen wurden zu Lebzeiten nicht publiziert. Erst 2007 erschien in einem Sammelband mit Briefen und einem Bericht seiner Frau über sein Sterben auch die Autobiographie Vita Nuova, die dem Buch seinen Titel gab.Josef Paneth: Vita Nuova. Ein Gelehrtenleben zwischen Nietzsche und Freud. Graz 2007 Sie enthält auch zwei Essays und eine Bibliographie seiner Aufsätze und Rezensionen.
Der Chemiker Friedrich Adolf Paneth ist ein Sohn.
Literatur
Krumel RF. Joseph Paneth über seine Begegnung mit Nietzsche in der Zarathustra-Zeit. Nietzsche Studien Internationales Handbuch für die Nietzsche-Forschung 17:478-495, 1988 Hemecker WW. Der Physiologe Zarathustras. Freuds Freund P. manuskripte: Zeitschrift für Literatur. 1990;110:5-11. Josef Paneth: Vita Nuova. Graz: Leykam, 2007. ISBN 978-3-7011-7563-5. Heinz-Peter Schmiedebach: Paneth, Josef. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1094.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Humanphysiologe Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Universität Wien Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Geboren 1857 Kategorie:Gestorben 1890 Kategorie:Mann