mini|1914 Helene Grünberg (* 28. Juni 1874 in Berlin; † 7. Juli 1928 in Nürnberg) war eine deutsche Schneiderin und Politikerin (SPD). Grünberg wurde vor allem bekannt als erste weibliche Arbeitersekretärin Deutschlands (1905).Dieter Rossmeissl: Arbeiterschaft und Sozialdemokratie in Nürnberg 1890–1914. 1977, S. 372.

Leben und Wirken Helene Grünberg wurde im Juni 1874 als Tochter eines Berliner Restaurateurs geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Berlin wurde sie zur handwerklichen Schneiderin ausgebildet. In den 1890er Jahren trat sie in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein und im Jahr 1896 wurde sie Mitglied der Gewerkschaftsbewegung. In dieser organisierte sie vor allem Dienstmädchen, Wasch- und Putzfrauen.

In der SPD engagierte Grünberg sich vor allem in der sozialdemokratischen Frauenbewegung. In dieser zählte sie zu den ersten Frauen, die im Deutschen Reich öffentlich als politische Rednerinnen auftraten.

Am 1. Juli 1905 oder 1908 übernahm Grünberg auf Veranlassung des Nürnberger Gewerkschaftskartells das Amt der Arbeitersekretärin für Nürnberg.Gleichstellungsstelle für Frauen: Aschaffenburg. Ein Schauplatz der bayerischen Frauenbewegung. 1995, S. 99. Oder: Landesfrauenausschuss des DGB Bayern: Probiern wir’s halt mit dem Weib einmal. Sie war damit die erste weibliche besoldete Arbeitersekretärin Deutschlands. In dieser Funktion gelang es ihr binnen eines Jahres, die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Frauen um 60 % zu steigern. Im Jahr 1906 wurde auf Grünbergs Veranlassung hin in Nürnberg der erste freigewerkschaftliche Dienstbotenverein gegründet.Gleichstellungsstelle für Frauen: Aschaffenburg. Ein Schauplatz der bayerischen Frauenbewegung. 1995, S. 99.

Im November 1919 wurde Grünberg im Nachrückverfahren Mitglied der Weimarer Nationalversammlung, in der sie bis zum Juni 1920 den Wahlkreis 26 (Franken) vertrat.Verhandlungen der verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung. Band 343, Berlin 1920, S. 3506 (Digitalisat)

Grünberg starb im Juli 1928 durch Freitod. Kuhn und Rüsen zufolge tat sie diesen Schritt „in einem Anfall tiefster Depression“.Annette Kuhn und Jörn Rüsen: Frauen in der Geschichte. S. 42.

Würdigungen Heute erinnert die Helene-Grünberg-Straße in Nürnberg an Grünbergs Leben und politisches Wirken. Die Grundschule Zerzabelshof wird zwar gelegentlich als Helene-Grünberg-Schule bezeichnet, eine offizielle Umbenennung hat jedoch noch nicht stattgefunden (Stand Nov. 2018).

In Nürnberg wurde Helene Grünberg mit einem FrauenOrt geehrt.

Werke Frauenwahlrecht und Sozialpolitik. In: Frauenwahlrecht! Herausgegeben zum Ersten Sozialdemokratischen Frauentag von Clara Zetkin. 19. März 1911, S. 7–8. () Frauenwahlrechtsbewegung in Bayern. In: Frauenwahlrecht! Hrsg. zum Zweiten Sozialdemokratischen Frauentag. 12. Mai 1912, S. 14–15. ()

Literatur Helene Grünberg. In: Franz Osterroth: Biographisches Lexikon des Sozialismus. Band I. Verstorbene Persönlichkeiten. J. H. W. Dietz Nachf., Hannover 1960, S. 106–107. Ida Altmann, Gisela Losseff-Tillmanns: Frau und Gewerkschaft. Fischer, Frankfurt am Main 1982, S. 280. (=Frau in der Gesellschaft. Frühe Texte) Elisabeth Plößl: Helene Grünberg (1874-1928). Sozialdemokratin und erste Arbeitersekretärin in Deutschland. In: Bavarias Töchter. Frauenporträts aus fünf Jahrhunderten. Pustet, Regensburg 1997, S. 258–261. Inhaltsverzeichnis

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Einzelnachweise

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