Sterne im Euro NCAP-CrashtestCrash-Test Opel Vectra (2001) 105px

Der Opel Vectra B ist ein Mittelklasse-Fahrzeug von Opel. Er löste Oktober 1995 sein Vorgängermodell Vectra A ab und wurde April 2002 durch den Vectra C abgelöst. Anfangs erneut als Limousine mit Stufen- sowie Fließheck erhältlich, kam ein Jahr später erstmals seit 1975 wieder ein Kombi unter der Verkaufsbezeichnung „Caravan“ im Mittelklassesegment von Opel auf den Markt. Ab März 1999 wurde die Baureihe in einer überarbeiteten Version (Facelift) vertrieben.Eckhart Bartels, Rainer Manthey: Opel: Fahrzeug-Chronik Band 3: 1991–2012. Podszun, Brilon 2013, ISBN 978-3-86133-666-2, S. 7/8 und 35/36. Charakteristisch für den Vectra B ist die stromlinienförmige Rückblickspiegelverschalung.

Modellgeschichte Allgemeines Im Oktober 1995 kam der Vectra B als viertüriges Stufenheck und fünftüriges Fließheck auf den Markt. Über 20 Jahre nach dem Ende des Ascona A, den es auch als bis dahin einzigen Kombi in der Mittelklasse von Opel gab, wurde ab September 1996 unter der traditionellen Bezeichnung Caravan wieder ein Kombi angeboten.

Es wurden im Zeitraum von 1995 bis 1999 insgesamt vier verschiedene Ausstattungsvarianten angeboten: Vectra (darunter „BelAir“, „Beauty“ und „Komfort“ sowie „Hattrick“) Vectra „CD“ Vectra „CD Sport“ (10/1995 bis 01/1997; in Verbindung ab Motorisierung 1.8 16V erhältlich) Vectra „Sport“ (ab 01/1997; ab Motorisierung 1.8 16V) Vectra „CD Exklusiv“ ; auch „CDX“, ebenso ab 1.8 16V-Motorisierung

Ausstattungsmerkmale Der Vectra als Basisversion war serienmäßig mit dem 1.6-8V-Motor X16SZR mit 55 kW (75 PS) erhältlich. Er hatte serienmäßig Stahlräder mit Radkappen in 14-Zoll sowie unlackierte Türgriffe und manuelle Fensterheber. Auch ein Fahrerinformationsdisplay (TID), welches über Uhrzeit, Datum, Außentemperatur und Radiosender informiert, war mit dabei. Gegen Aufpreis war ein Multi-Informationsdisplay (MID) erhältlich, welches zusätzlich zum TID über eine Stoppuhr, Verbrauchsanzeigen von Langzeit und Momentanverbrauch, Tageskilometerzähler und Reichweite in Kilometern verfügte. Ebenso ist dieser Bordcomputer auch in der Lage, den Fahrer über Meldungen wie „Kühlmittel Stand“ oder „Motoröl Stand“ sowie einer unten rechts befindende „CHECK“-Kontrolleuchte über den Fahrzeugzustand zu informieren.

Der Vectra CD wurde werksseitig mit höherwertigen Innenpolstern ausgestattet; es konnte zwischen den Farben grau und anthrazit (Polster „Twinkle“) gewählt werden. Gegen Aufpreis war auch Leder in schwarz und cognac erhältlich. Sondermodelle wie Hattrick und Komfort verfügen über Features wie beispielsweise elektrische Fensterheber vorn, Aluminiumräder in 15 Zoll Größe, außen evtl. Designstreifen entlang der Schulterlinie seitlich vorn bis hinten etc.

Der Vectra CD Sport baut ausstattungsmäßig ab Werk nochmals auf dem herkömmlichen CD auf; so sind Features wie eine FCKW-freie Klimaanlage (gegen Aufpreis auch Klimaautomatik), das Fahrerinformationsdisplay „MID“, 15-Zoll-Aluminiumräder im Pentaline-Design sowie abgedunkelte Blinker und Rückfahrleuchten hinten serienmäßig verbaut. Als Fahrwerk ist das herkömmliche Fahrwerk aus dem CD verbaut. Ab Werk ist ein sportlich abgestimmtes Polster in anthrazit, mit rot-blauen Streifen versehen (Lightning), verbaut.

Ab 1997 wurde der Vectra Sport als eigenständige Ausführung, gelöst vom Vectra CD, angeboten.

Ab dato hielten einige sportliche Abstimmungen mit Komponenten des Haustuners Irmscher serienmäßig Einzug, so wurden diese ab diesem Modelljahr mit einer 16"-Bereifung in der Dimension 205/55 R 16 auf sogenannten „twin-spoke“ (Zwillingsspeichen) Aluminiumfelgen des Formats 7J x 16 ausgestattet, auch ein sportlich abgestimmtes Fahrwerk, welches das Fahrzeug gegenüber den weiteren Ausstattungslinien um 30 mm tieferlegte, wurde verbaut. Ab dem Modelljahr 1998 wurde der Vectra Sport nochmal ab Werk sportlicher ausgestattet, denn ab dato waren Recaro-Sportsitze enthalten (serienmäßig im Vorfacelift mit dem Polster „Metropolis“, ab Facelift mit dem Polster „Dakar“), sowie auch ein farblich in Titan-Optik abgestimmtes Cockpit (Tachoblende, Getränkehalter inkl. Aschenbecher und Zigarettenanzünder sowie Cockpit-Blende, Pin vom Schaltknauf). Die Tachonadeln waren nun in orange farblich abgestimmt. Je nach Baujahr wurden zwei verschiedene Sportfahrwerke eingebaut (Sportfahrwerk „irmscher“ 30 mm tiefer [Rote Federn, 01/1997–02/1998], Original-Opel-Sportfahrwerk 20 mm tiefer [Schwarze Federn, 03/1998–04/2002]). Ab dem im Frühjahr 1999 eingeführten Facelift-Modell war beim Vectra Sport ein handliches 3-Speichenlenkrad mit an Bord, die restlichen Ausstattungslinien behielten das serienmäßige 4-Speichenlenkrad, ab der Ausstattungslinie CD bzw. Comfort in Leder bezogen. Ab dem Modelljahr 2001 wurde die Sportversion mit modifizierten, breit gestalteten Front- und Heckstoßstangen, Teilledersportsitzen und 17"-Aluminiumrädern ausgeliefert, eine Zusammenarbeit mit dem Fahrzeugveredler Zender. Sportliche Streifen in Carbonoptik an B- und C-Säulen erhielt neben dem Vectra Sport auch die Ausstattungslinie CD Exklusiv sowie auch die Sondermodelle i500 und i30.

Der Vectra CD Exklusiv bildet die höchste Ausstattungslinie und bietet durch serienmäßige Klimaautomatik, hochwertige Polster, Sitzheizung etc. serienmäßig den höchsten Komfort aller angebotenen Versionen. Er wurde mit 15-Zoll-Aluminiumrädern im 5-Speichendesign mit 6J x 15 und der Reifendimension 195/65 R 15 ausgeliefert, gegen Aufpreis konnte man die 16-Zoll-Variante vom Vectra Sport, die Twin-Spoke-Design Aluminiumräder in den Maßen 6J x 16 mit der Reifendimension 205/55 R 16 mitordern.

Alle Ausführungen ab dem Vectra Sport wurden werksseitig mit Carbondekor-folierten B- und C-Säulen ausgeliefert. Die Basisvariante, Beauty, BelAir, Komfort, Hattrick und CD wurden mit B- und C-Säulen in Wagenfarbe sowie mit weißen Blink- und Rückfahrleuchten ausgestattet. Mit dem Facelift ab 01/1999 wurden serienmäßig alle Modelle mit abgedunkelten Blink- und Rückfahrleuchten vertrieben.

Modellpflege Im Februar 1999 unterzog Opel den Vectra einem umfangreichen Facelift. Bei dieser Modellpflege wurden circa 3000 Bauteile überarbeitet, die bedeutendsten Änderungen waren: neugestaltete Front- und Heckpartie (Klarglasscheinwerfer, veränderte Heckleuchten, überarbeitete Stoßfänger in Wagenfarbe etc.), nun auch gegen Aufpreis mit Xenon-Scheinwerfern inkl. automatischer Leuchtweitenregulierung erhältlich. neue Lackfarben neue Seitenschweller vergrößerte Außenspiegel in Wagenfarbe lackierte Seitenleisten an Vorder- und Hecktüren leichte Veränderungen in Ausstattung und Innenraum (u. a. neues Kombiinstrument) Chrom-Türöffner im Innenraum neugestaltete Schaltereinheit Rückleuchten überarbeitet (Rückleuchten zu erkennen an der Wölbung mit einer Kante im Glas, wurde nur beim Fließheck und der Stufenhecklimousine verbaut, die Heckklappe wurde ebenso mit der Kante versehen) alle Modelle mit 5-Loch-Radnaben und 195/65 R 15 als neue Basisbereifung Bezeichnungen der Ausstattungslinien wurde abgeändert (so hieß der anfangs bis 1999 benannte Vectra „CD“ nun Vectra „Comfort“, ebenso der einst als „CD Exklusiv“ benannte Vectra nun „Elegance“)

Der 1.8 16V X18XE-Motor (85 kW/116 PS), welcher auf dem größeren 2.0 16V (X20XEV, siehe unten) basierte, wurde beispielsweise durch den X18XE1 ersetzt, auch die restlichen Motoren (Modelljahr 2001) wurden zum Teil überarbeitet, ersetzt oder verbessert. So wurde beispielsweise ab August 2000 der durch einen Zahnriemen betriebene 2.0 16V (X20XEV mit 100 kW/136 PS) durch den neuen steuerkettenbetriebenen 2.2 16V (Z22SE mit 108 kW/147 PS) ersetzt. Zudem wurden die Dieselmotoren überarbeitet und neue Aggregate eingeführt, wie z. B. der 2.2 DTI 16V.

Auch der Vectra B war sehr erfolgreich in Deutschland. Auch wenn es ihm, wie schon seinem Vorgänger, nie gelang den ersten Platz in der Mittelklasse zu erobern, war er doch lange in den Top zehn der Zulassungsstatistik vertreten. In seinem erfolgreichsten Jahr (1997) wurden 140.964 Exemplare verkauft, während es im letzten vollen Jahr (2001) allerdings nur noch 47.171 Einheiten waren.

Motoren Den Vectra gab es mit insgesamt 21 verschiedenen Motorisierungsvarianten: 16 Benzin und 5 Diesel in 8 Leistungsstufen.

Benzinmotoren Modell Motortyp Hubraum Motorart Leistung bei 1/min Drehmoment (Nm bei 1/min) 0–100 km/h Vmax Bauzeit Abgas Besonderheiten 1.6 16LZ2 1598 cm³ R4 8V 55 kW (75 PS)/5400 120/2200 175 km/h 08/1995–08/2000 Ohne Kat Nur für einige Exportländer X16SZR 55 kW (75 PS)/5200 128/2800 15,5 s Euro 2 / D3 X16XEL R4 16V 74 kW (101 PS)/6200 150/3200 12,5 s 188 km/h Euro 2 Y16XE 74 kW (101 PS)/6000 150/3600 193 km/h 08/2000–02/2002 Euro 3 Z16XE Euro 4 1.8 X18XE 1799 cm³ 85 kW (115 PS)/5400 170/3600 11,0 s 203 km/h 08/1995–01/1999 Euro 3 / D3 X18XE1 1796 cm³ 170/3400 01/1999–08/2000 Z18XEL 85 kW (115 PS)/5600 170/3800 08/2000–02/2002 Euro 4 Nur für einige Exportländer Z18XE 92 kW (125 PS)/5600 10,5 s 208 km/h in CH nur als Euro 3 zugelassen 2.0 20NEJ 1998 cm³ R4 8V 82 kW (112 PS)/5400 165/2800 195 km/h 08/1995–08/2000 Nur für einige Exportländer 2.0 X20XEV R4 16V 100 kW (136 PS)/5600 188/3200 10,0 s 215 km/h Euro 2 2.2 Z22SE 2198 cm³ 108 kW (147 PS)/5800 203/4000 9,5 s 218 km/h 08/2000–02/2002 Euro 4 2.5 X25XE 2498 cm³ V6 24V 125 kW (170 PS)/5800 230/3200 8,5 s 230 km/h 08/1995–08/2000 Euro 3 2.5 i500 X25XEI 143 kW (195 PS)/6500 240/3500 7,9 s 236 km/h 12/1997–08/2000 D3 Sondermodell von Irmscher 2.6 Y26SE 2597 cm³ 125 kW (170 PS)/5800 250/3600 8,5 s 230 km/h 08/2000–02/2002 Euro 3 / D4 3.0 i30 X30XEI 2962 cm³ 162 kW (220 PS)/6200 300/3600 6,9 s 242 km/h 1998 Euro 2 Sondermodell von Irmscher

Dieselmotoren Modell Motortyp Hubraum Motorart Leistung bei 1/min Drehmoment (Nm bei 1/min) 0–100 km/h Vmax Bauzeit Abgas Turbo Einspritzung Besonderheiten 1.7 TD X17DT 1686 cm³ R4 8V 60 kW (82 PS)/4400 168/2400 15,5 s 175 km/h 08/1995–12/1997 Euro 1 mit LLK Wirbelkammer 2.0 DI X20DTL 1995 cm³ R4 16V 60 kW (82 PS)/4300 185/1800–2500 14,5 s 178 km/h 09/1996–08/2000 Euro 2 ohne LLK Direkt 2.0 DTI X20DTH 74 kW (100 PS)/4300 205/1600–2750 13,0 s 195 km/h 08/1997–08/2000 mit LLK zwei Ausgleichswellen2.0 DTI Y20DTH 230/1950–2500 08/2000–02/2002 Euro 3 2.2 DTI Y22DTR 2172 cm³ 92 kW (125 PS)/4000 270/1500–2750 10,5 s 207 km/h VTG 88 kW (120 PS)/4000 k. A 204 km/h VTG – Nur für einige Exportländer

Die direkteinspritzenden Dieselmotoren sind alle mit wartungsfreier Steuerkette ausgerüstet, sodass kein kostenintensiver Zahnriemenwechsel erforderlich ist. Die aufwendige Technik konnte erfolgreich die Normverbräuche der TDI-Motoren aus dem VW-Konzern unterbieten, waren jedoch anfangs hinsichtlich Drehmoment und Leistung schwächer ausgelegt als diese. Probleme traten in der Anfangszeit mit Turboladern, Ölverbrauch sowie immer wieder mit den Luftmassenmessern und Einspritzpumpen (Modell VP44) von Bosch auf. Die Motoren selbst gelten als robust und langlebig. Zulieferer war beim 1.7 TD die japanische Autofirma Isuzu, die 2,0- und 2,2-l-Direkteinspritzer waren Eigenentwicklungen und wurden in Kaiserslautern gebaut.

Mögliche Ausstattungen: Stoff oder Leder, Holz- oder Titanlook, elektrische Fensterheber, Klimaanlage oder -automatik, CD-Radio, Bordcomputer, 4-Gang-Automatikgetriebe oder 5-Gang-Handschaltung, Tempomat, Navigationssystem, Seitenairbags (ab 07/1997), Xenon-Scheinwerfer (ab 08/1999), Sitzheizung, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel.

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