mini|hochkant|Historisches Rathaus mit Marktbrunnen mini|hochkant|Das Stadtzentrum vom Aussichtsturm Aalbäumle gesehen

Aalen ([], schwäbisch []) ist eine mittelgroße Stadt im Osten Baden-Württembergs, etwa 70 Kilometer östlich von Stuttgart und 50 Kilometer nördlich von Ulm. Sie liegt im Tal des oberen Kocher in der sogenannten Aalener Bucht am nordöstlichen Rand der Schwäbischen Alb. Die Stadt Aalen gehört zur Region Ostwürttemberg.

Aalen wurde zwischen den Jahren 1241 und 1246 gegründet, neben der Stadt existierte noch das alamannische Dorf Aalen in der Nähe eines römischen Kastells. Die Stadt Aalen wurde 1360 zur Reichsstadt ernannt. Nach einem Großbrand im Jahr 1634 mussten viele Gebäude wie das Rathaus und die Stadtkirche neu aufgebaut werden. 1803 wurde Aalen württembergische Oberamtsstadt. Heute ist Aalen Kreisstadt und bildet ein Mittelzentrum. Neben dem Maschinenbau sind die Industriezweige Optik, Papier, Informatik und Textilien wichtige Träger der Wirtschaftsstruktur. Mit der Hochschule Aalen für Technik und Wirtschaft, an der rund 6000 Studierende eingeschrieben sind, ist Aalen zudem eine Hochschulstadt.

Mit einer Fläche von 146,63 km² ist Aalen flächenmäßig die siebtgrößte Stadt Baden-Württembergs und nach Stuttgart die zweitgrößte im Regierungsbezirk Stuttgart. Mit einer Einwohnerzahl von über 68.000 ist Aalen die größte Stadt des Ostalbkreises sowie der gesamten Region Ostwürttemberg und liegt auf Platz 15 der Tabelle der bevölkerungsreichsten Städte Baden-Württembergs.

Geographie Geographische Lage mini|Luftaufnahme des Stadtbezirks Unterkochen (teilweise verdeckt im Hintergrund die Kernstadt) mit gut erkennbarer Aalener Bucht (hinten)

Aalen liegt im Tal des oberen Kocher an dessen Austritt aus der östlichen Schwäbischen Alb, die sich südlich und östlich der Stadt erhebt, in der sogenannten Aalener Bucht. Nördlich der Stadt schließt sich die Landschaft der Ellwanger Berge an. Nordwestlich liegt das Welland.

Das Stadtgebiet Aalens hat Anteil an den Naturräumen Östliches Albvorland (westliches Stadtgebiet) und Schwäbisch-Fränkische Waldberge (Norden und Nordwesten), die beide zum Schwäbischen Keuper-Lias-Land zählen, sowie am Albuch (Südwesten) und am Härtsfeld (Osten), die beide jeweils einen Teilraum der Schwäbischen Alb darstellen.Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.

Der Kocher fließt von Oberkochen kommend im Süden in das Stadtgebiet, durchfließt in nördlicher Richtung den Stadtbezirk Unterkochen, anschließend die Kernstadt – dort mündet die Aal – und den Stadtbezirk Wasseralfingen und verlässt es im Norden in Richtung Hüttlingen. In der Nähe von Aalen entspringen auch die Flüsse Rems (bei Essingen, westlich von Aalen) und Jagst (bei Unterschneidheim, östlich von Aalen), die beide, wie der Kocher, Nebenflüsse des Neckars sind.

Der Marktplatz in der Innenstadt liegt auf . Der tiefste Punkt im Stadtgebiet ist die Lein bei Rodamsdörfle auf , der höchste Punkt der Gipfel des Grünenbergs bei Himmlingen auf .

Stadtgliederung mini|Karte der einzelnen Stadtbezirke mini|Unterrombach aus der Luft von Süden, 1984 mini|Hofherrnweiler aus der Luft von Südwesten, 1984, im Hintergrund Unterrombach Das Stadtgebiet Aalens besteht aus der Kernstadt und den zwischen 1938 (Unterrombach) und 1975 (Wasseralfingen) eingegliederten Gemeinden (siehe Abschnitt Eingemeindungen). Die erst bei der jüngsten Gebietsreform in den 1970er Jahren eingegliederten Gemeinden werden auch als Stadtbezirke bezeichnet und sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Sie haben jeweils einen Ortschaftsrat, der bei den Kommunalwahlen gewählt wird und dessen Vorsitzender der Ortsvorsteher ist.

Zur Kernstadt Aalen und zu den eingegliederten Gemeinden gehören eine Vielzahl meist räumlich getrennter Teilorte. Die meisten haben eine lange eigenständige Geschichte; andere wurden als neue Baugebiete angelegt, die dann einen eigenen Namen, aber oftmals keine festgelegten Grenzen erhielten. Im Einzelnen bestehen folgende Teilorte:Teilorte von Aalen, auf: aalen.de, abgerufen am 16. Dezember 2012.

Ortschaft Wappen Fläche in km² Einwohner(01. Januar 2024)Bevölkerungsentwicklung der Gesamtstadt, auf: aalen.de, abgerufen am 26. September 2024. Teilorte Aalen (Kernstadt) 40px|Wappen von Aalen 20,943 Himmlingen, Hirschhof, Lauchhof, Mantelhof Dewangen 40px|Wappen von Dewangen 16,533Flächen nach der tatsächlichen Nutzung in Dewangen, auf: aalen.de, abgerufen am 25. November 2014. Aushof, Bernhardsdorf, Bronnenhäusle, Bubenrain, Degenhof, Dreherhof, Faulherrnhof, Freudenhöfle, Gobühl, Großdölzerhof, Haldenhaus, Hüttenhöfe, Kleindölzerhof, Kohlhöfle, Langenhalde, Lusthof, Neuhof, Rauburr, Reichenbach, Riegelhof, Rodamsdörfle, Rotsold, Schafhof, Schultheißenhöfle, Streithöfle, Tannenhof, Trübenreute Ebnat 40px|Wappen von Ebnat 21,161Flächen nach der tatsächlichen Nutzung in Ebnat, auf: aalen.de, abgerufen am 25. November 2014. Affalterwang, Diepertsbuch, Niesitz Fachsenfeld 40px|Wappen von Fachsenfeld 3,950Flächen nach der tatsächlichen Nutzung in Fachsenfeld, auf: aalen.de, abgerufen am 25. November 2014. Bodenbach, Frankeneich, Hangendenbuch, Himmlingsweiler, Mühlhäusle, Sanzenbach, Scherrenmühle, Spitzschafhaus, Steinfurt, Waiblingen Hofen 40px|Wappen von Hofen 12,583Flächen nach der tatsächlichen Nutzung in Hofen, auf: aalen.de, abgerufen am 25. November 2014. Attenhofen, Fürsitz, Goldshöfe, Heimatsmühle, Kellerhaus, Oberalfingen, Wagenrain Unterkochen 40px|Wappen von Unterkochen 21,444Flächen nach der tatsächlichen Nutzung in Unterkochen, auf: aalen.de, abgerufen am 25. November 2014. Birkhof, Glashütte, Klause, Neukochen, Neuziegelhütte, Pulvermühle, Stefansweilermühle Unterrombach-Hofherrnweiler 40px|Wappen von Unterrombach 9,662 Unterrombach, Hahnenberg, Hammerstadt, Hofherrnweiler, Mädle, Neßlau, Oberrombach, Pompelhof, Rauental, Sandberg, Sauerbachhof, Schwalbenhof, Sofienhof, Vogelsang Waldhausen 40px|Wappen von Waldhausen 24,375Flächen nach der tatsächlichen Nutzung in Waldhausen, auf: aalen.de, abgerufen am 25. November 2014. Arlesberg, Bernlohe, Beuren, Brastelburg, Geiselwang, Hohenberg, Neubau, Simmisweiler Wasseralfingen 40px|Wappen von Wasseralfingen 15,965Flächen nach der tatsächlichen Nutzung in Wasseralfingen, auf: aalen.de, abgerufen am 25. November 2014. Affalterried, Brausenried, Erzhäusle, Heisenberg, Mäderhof, Onatsfeld, Rötenberg, Röthardt, Treppach, Weidenfeld

Die maximale Ausdehnung des Aalener Stadtgebiets beträgt 18 km in Nord-Süd- und 25 km in Ost-West-Richtung. Das Stadtgebiet hat Stand 31. Dezember 2023 eine Fläche von 14.663 Hektar. Davon sind 11614,1 ha Vegetationsflächen, davon 5995,9 ha Landwirtschafts- und 5454,9 ha Waldflächen. 2042,4 ha sind Siedlungsflächen. Der Anteil an Verkehrsflächen beträgt 955,4 ha. 51 ha sind Gewässerflächen.

Flächenaufteilung Nach Daten der Kommunalen Statistikstelle Aalen, Stand 2024.

Nachbargemeinden Die folgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Aalen (im Uhrzeigersinn, beginnend im Süden; in Klammern die Entfernung des jeweiligen Stadtkerns zum Aalener Stadtkern, Luftlinie):

Oberkochen (6 km), Essingen (6 km), Heuchlingen (11 km), Abtsgmünd (9 km), Neuler (10 km), Hüttlingen (6 km), Rainau (10 km), Westhausen (9 km), Lauchheim (12 km), Bopfingen (20 km) und Neresheim (20 km, alle Ostalbkreis) sowie Heidenheim an der Brenz (18 km) und Königsbronn (10 km, beide Landkreis Heidenheim).

Raumplanung Aalen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Ostwürttemberg, die kein eigenes Oberzentrum ausgewiesen hat. Zum Mittelbereich Aalen gehören die Städte und Gemeinden im zentralen und östlichen Teil des Ostalbkreises: Abtsgmünd, Bopfingen, Essingen, Hüttlingen, Kirchheim am Ries, Lauchheim, Neresheim, Oberkochen, Riesbürg und Westhausen. Verflechtungen gibt es mit dem rund 30 Kilometer östlich gelegenen, benachbarten Mittelzentrum Nördlingen in Bayern.

Geologie Die Stadt Aalen ist in der Geologie als Typlokalität international bekannt. Nach ihr wird das Aalenium, die älteste Stufe des Mitteljura, der auch als Dogger oder Braunjura bezeichnet wird, benannt. 1864 definierte der Schweizer Geologe Karl Mayer-Eymar in einer lithografischen Tafel den vor 170 Millionen Jahren entstandenen unteren Braunen Jura als „Etagé Aalenien“, „Aalenstufe“, „Alenio“ oder „Aalenseries“. Endgültig legte im Jahre 1962 ein internationales Jura-Kolloquium in Luxemburg das „Aalenium“ als Stufenbezeichnung fest.Infotafel „Aalenium“ am Eingang des Tiefen Stollen.

Das Stadtgebiet Aalens erstreckt sich über alle drei lithostratigraphischen Gruppen des Süddeutschen Juras: der Süden und das Flexner-Massiv liegen auf dem Weißen, die Innenstadt auf dem Braunen, ein Teil Wasseralfingens auf dem Schwarzen Jura. Aus diesem Grund wirbt die Stadt Aalen als „Mekka der Geologen“ für sich.vgl. auf urweltmuseum-aalen.de, abgerufen am 24. April 2010. auf erdgeschichte.de, abgerufen am 24. April 2010.

Der Großteil des Aalener Stadtgebiets liegt auf der Opalinuston-Formation des Unteraaleniums. Auf dem Sandberg, dem Schnaitberg und dem Schradenberg (alle im Westen Aalens) tritt die Eisensandstein-Formation des Oberaaleniums zutage. Auf den restlichen Hügeln im Stadtgebiet lagern vor allem Sande und Kiese (Goldshöfer Sande) sowie Restschotter. Die Altstadt Aalens sowie weitere Gebiete am Verlauf des Kochers (u. a. Wasseralfingen) gründen komplett auf einer Talfüllung aus Auelehm und Flusskies.

Die größten Teile Dewangens und Fachsenfelds liegen auf den nach Norden aufeinanderfolgenden Jurensismergel-, Posidonienschiefer-, Amaltheenton-, Numismalismergel- und Obtususton-Formationen, die zum Jura gehören und reich an Fossilien sind. Den Abschluss bildet die bereits zum Keuper gehörende Knollenmergelschicht.

Auf dem Braunenberg wurde bis 1939 Eisenerz abgebaut (siehe Abschnitt Tiefer Stollen).

Klima Da sich das Stadtgebiet Aalens über das Albvorland, die Voralb, den Albuch und über das Härtsfeld erstreckt und dabei insgesamt 355 Höhenmeter Unterschied zwischen tiefstem und höchstem Punkt überwindet, ist das Klima von Stadtbezirk zu Stadtbezirk verschieden.

Die Messstation, von der die nachfolgenden Daten stammen, befindet sich bei den Stadtwerken Aalen im Hasennest auf ungefähr und liefert seit 1991 Werte.

Die Anzahl der Sonnenstunden beträgt rund 1.800 pro Jahr, was einer durchschnittlichen täglichen Sonnenscheindauer von etwa 4,93 Stunden entspricht. Damit liegt Aalen bundesweit oberhalb des Mittels (1550 Stunden pro Jahr). Doch auch bei der Anzahl der Regentage pro Jahr liegt die Region mit 167 über dem deutschlandweiten Durchschnitt von 138 Tagen pro Jahr und mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von rund 816,1 mm außerdem im gemäßigten Mittel Baden-Württembergs.vgl. . Die Jahresmitteltemperatur (1991–2020) beträgt 10,21 °C. Auch hier liegt Aalen über dem Bundesschnitt von 8,2 °C und dem Landesschnitt Baden-Württembergs von 8,1 °C.

Am 28. Oktober 2021 hat der Gemeinderat beschlossen, dass Aalen bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden soll. Um die Klimaneutralität zu erreichen, werden im Rahmen des Klimaaktionsplans Konzepte und Maßnahmen in den Handlungsfeldern Energie, Mobilität, Wirtschaft und Klimaanpassung erarbeitet und umgesetzt. Zur Unterstützung und Beratung der Verwaltung nahm im Jahr 2023 der städtische Klimabeirat seine Arbeit auf.

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