Die Heinrich-von-Kleist-Realschule ist eine Realschule in Böckingen. Die Schule entstand in den 1960er Jahren durch die Umgliederung der Heilbronner Mittelschulen als Realschule West und wurde 1968 zunächst in der Heilbronner Zigarrenfabrik untergebracht. 1971 bezog die Schule einen Neubau am Kastanienweg 17 im Böckinger Wohngebiet Kreuzgrund, woraufhin die Schule nach dem „Käthchen-Dichter“ Heinrich von Kleist benannt wurde. Die Schule ist die einzige Schule im Kreuzgrund und wurde seit 2002 umfassend innen und außen modernisiert.
Die 2007 in der Zeitung Die Zeit erwähnte Schule wurde am 16. Juni 2008 mit „BoriS – Berufswahl-SIEGEL Baden-Württemberg“ ausgezeichnet.http://www.hvkhn.de/ Wegen ihrer Fassadengestaltung erfolge im Juli 2011 eine Hugo-Häring-AuszeichnungArtikel in der Heilbronner Stimme vom 21. Juli 2011 von Iris Baars-Werner: Experimenta Heilbronn für Architektur ausgezeichnet und wurde daher auch auf competitionline. Wettbewerbe und Architekturhttp://www.competitionline.com/de/projekte/45883/per/post/47312 aufgeführt ebenso auf WAr Architektenwettbewerbe.
Geschichte Realschule West Um zwischen der Volksschule (Hauptschule) und dem Gymnasium eine differenziertere Ausbildung zu ermöglichen, wurden in Heilbronn wie auch andernorts bereits im 19. Jahrhundert Mittelschulen und Oberrealschulen gegründet. Im Jahr 1827 wurden am Karlsgymnasium erstmals Realklassen eingerichtet, aus denen später vom Gymnasium losgelöst eine Oberrealschule entstand, die 1889 neue Räume an der Bismarckstraße (heutiges Robert-Mayer-Gymnasium) erhielt. 1906 wurden die unteren sechs Klassen in die Dammschule in der Dammstraße ausgelagert, aus der 1924 die Knabenmittelschule wurde. Im Jahr 1877 hatte man außerdem an der Schillerstraße bereits eine Mädchenmittelschule gegründet, aus der später die heutige Mörike-Realschule hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg behielt man im Wesentlichen die hergebrachte Schulgliederung und die Trennung nach Geschlechtern bei: In der Dammschule war weiterhin die Knabenmittelschule untergebracht, während es für Mädchen die alte Mädchenmittelschule an der Schillerstraße gab, zu der 1962 noch die Helene-Lange-Mädchenmittelschule an der Weststraße kam.Heilbronn am Neckar. Heimrich (Städtebuchverlag), Stuttgart 1966, S. 91Mittelschulen:Heilbronn (Knaben), Dammstraße, Konrektor LöchnerHeilbronn (Mädchen) I, Schillerstraße, Mittelschulrektor RiedeHeilbronn (Mädchen) II, Helene-Lange-Mädchenmittelschule, Weststraße, Mittelschulrektorin Vöhringer 1963 wurde außerdem eine private Abendrealschule eingerichtet. Zu jener Zeit wurden an den Heilbronner Mittelschulen knapp 2600 Schülerinnen und Schüler unterrichtet,Festschrift: 25 Jahre Heinrich-von-Kleist-Realschule Heilbronn 1971–1996, herausgegeben von der Heinrich-von-Kleist-Realschule, Heilbronn 1996, Seite 31 so dass man im Aufbau einer neuen Mittelschule die Möglichkeit zur Entlastung der bestehenden Mittelschulen sah.
Im Jahr 1964 wurden vier Klassen aus der Knabenmittelschule in die Rosenauschule verlegt. Hinzu kamen Mädchen-Klassen aus der Mörike-Mädchen-Realschule und der Helene-Lange-Mädchen-Realschule. Aus diesen Klassen entstand die Realschule West, die als erste Heilbronner Realschule sowohl Knaben als auch Mädchen offenstand.Festschrift: 25 Jahre Heinrich-von-Kleist-Realschule Heilbronn 1971–1996, herausgegeben von der Heinrich-von-Kleist-Realschule, Heilbronn 1996, Seite 32
mini|Die 1938 „arisierte“ Zigarrenfabrik der Familie Kahn diente seit Dezember 1968 als Realschule West mini|Der Neubau im Kreuzgrund hatte bis zum Umbau 2008 ursprünglich eine blau-metallene Fassade mini|Entwicklung der Schülerzahl Im Dezember 1968 wurde die Realschule West in einem eigenen Gebäude, und zwar in der ehemaligen Zigarrenfabrik Kahn in der Achtungstraße in der Nachbarschaft der Helene-Lange-Realschule untergebrachtArtikel in der Heilbronner Stimmer von 27. Februar 1971 Nr. 48, S. 17: Heilbronner Schul-Richtfeste erreichen ihren Höhepunkt. Die Schüler wurden als die Fabrik- und Barackenschüler bezeichnet. Es herrschten dort große räumliche Mängel. So musste die Achtungsstraße zu Pausenzeiten gesperrt werden, weil diese zum Schul- bzw. Pausenhof wurde. Es wurde reklamiert, dass die meisten Schulräume zwar schön gestrichen waren, aber den ganzen Tag über elektrisches Licht brennen musste, das bei einer Außentemperatur von 24 Grad die Temperatur im Schulraum auf 31 Grad ansteigen ließArtikel in der Heilbronner Stimme vom 7. Oktober 1971: Heilbronns schönste und größte Realschule steht in Böckingen, Nr. 231, S. 16. Rasch gab es Planungen für einen Schulneubau in der außerhalb der Heilbronner Innenstadt auf Böckinger Markung liegenden Siedlung Kreuzgrund. Bereits im Juli 1969 wurde der geplante Baubeginn im April 1970 angekündigt.Artikel in der Heilbronner Stimme vom 11. Juli 1969, Nr. 156 S. 9 Startschuß für Bau der Realschule West im April 1970
Heinrich-von-Kleist-Realschule seit 1971 Die Planungen für den Schulneubau gehen auf den Leiter des Heilbronner Hochbauamtes, Friedrich Otzmann, mit den Diplomingenieuren Drechsler und Werner sowie den Oberamtmann Mayer zurück. Weiterhin waren das Böckinger Statikbüro Professor Ritter und die Fachingenieure Hohl und Schweizer an den Planungen beteiligtArtikel in der Heilbronner Stimme vom 27. Februar 1971 Nr. 48, S. 17: Heilbronner Schul-Richtfeste erreichen ihren Höhepunkt. Der erste Spatenstich für die Realschule West erfolgte am 27. April 1970Artikel in der Heilbronner Stimme vom 7. September 1971, Nr. 231 S. 16 Heilbronns schönste und größte Realschule steht in Böckingen – 894 Schülerinnen und Schüler besuchen jetzt die neue Heinrich-von-Kleist-Realschule am Kastanienweg im Vorderen Kreuzgrund. Am 16. Juli 1970 stimmte der Heilbronner Gemeinderat dem Kostenvoranschlag zu und vergab den Bauauftrag an die Firma BöppleArtikel in der Heilbronner Stimme vom 7. September 1971, Nr. 231 S. 16 Heilbronns schönste und größte Realschule steht in Böckingen – 894 Schülerinnen und Schüler besuchen jetzt die neue Heinrich-von-Kleist-Realschule am Kastanienweg im Vorderen Kreuzgrund. Die Bauleitung hatte der Bauingenieur der Firma Böpple, Helmut Hannemann, inne. Der Auftrag umfasste die Ausführung von Schule, Pausenhalle, Forum und Hausmeisterwohnung für Baukosten von 6,3 Millionen MarkArtikel in der Heilbronner Stimmer von 27. Februar 1971 Nr. 48, S. 17 Heilbronner Schul-Richtfeste erreichen ihren Höhepunkt. Insgesamt flossen in den Schulneubau rund 11 Millionen Mark. Das Richtfest wurde am 26. Februar 1971 begangenArtikel im Amtsblatt vom 4. Februar 1971, Nr. 5, S. 1 und Artikel im Amtsblatt vom 4. März 1971, Nr. 9, S. 1 Zitat:„und am 26. das der Realschule West im Kreuzgrund […]“. Am 14. September 1971 konnten die Schüler der Realschule West den Neubau im Kreuzgrund beziehen.
Die offizielle Einweihung der Schule fand am 21. Dezember 1971 stattArtikel in der Heilbronner Stimme vom 21. Dezember 1971, Nr. 193 und Uwe Jacobi: Das war das 20. Jahrhundert in Heilbronn. Wartberg, Heilbronn 2001, ISBN 3-86134-703-2, S. 75 Artikelname: 1971 Chronik II, von Uwe Jacobi unter Mitarbeit von Elke Tritschler-Ueltzhöfer Das war das 20. Jahrhundert in Heilbronn Das Buch zur Serie der Heilbronner Stimme, Wartberg-Verlag, 1. Auflage 2001, ISBN 3-86134-703-2, S. 75, wobei der Heilbronner Gemeinderat beschlossen hatte, den Neubau dieser größten und schönsten Heilbronner RealschuleArtikel in der Heilbronner Stimme vom 7. Oktober 1971: Heilbronns schönste und größte Realschule steht in Böckingen, Nr. 231, S. 16 nach dem Käthchendichter Heinrich von Kleist zu benennenArtikel im Amtsblatt vom 4. März 1971, Nr. 9, S. 1. 1971 besuchten 894 Schüler in 25 Klassen die Heinrich-von-Kleist-Realschule.
Im Erdgeschoss der Schule wurde im Frühjahr 1972 als Gemeinschaftsprojekt der Stadtbücherei Heilbronn und der Schule eine Bibliothek mit einem Bestand von rund 5000 Büchern eingerichtet. Dies war die erste räumliche und bestandsmäßige Kombination von Schüler- und öffentlicher Bibliothek im Stadtkreis Heilbronn.Artikel in der Stuttgarter Zeitung vom 1. März 1972: Büchereien arbeiten zusammen Die Notwendigkeit für die Einrichtung einer öffentlichen Bibliothek wie auch sonstiger weiterer öffentlicher Nutzung der Schule wie z. B. durch die Volkshochschule lagen darin begründet, dass etwa zeitgleich mit dem Neubau auch die großen und nahen Böckinger Wohngebiete Längelter und Schanz entstanden waren, die den Böckinger Ortskern flächenmäßig übertrafen. Auf der Schanz ergänzte das etwa gleichzeitig mit der Realschule erbaute Schulzentrum am Kraichgauplatz mit einer Grund- und Hauptschule sowie dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium das Schulspektrum im Nahbereich. Zeitweilig war der Zusammenschluss der Heinrich-von-Kleist-Realschule und der Schulen am Kraichgauplatz zu einer gemeinsamen Anstalt im Gespräch.
Der Höchststand der Schülerzahl an der Heinrich-von-Kleist-Realschule wurde im Schuljahr 1980/81 erreicht, als 1081 Schüler in 35 Klassen die Schule besuchten. In den 1980er Jahren erfolgte dann ein starker und anhaltender Rückgang der Schülerzahlen im gesamten Schulwesen, so dass im Schuljahr 1997/98 nur noch 682 SchülerBöckingen am See. Ein Heilbronner Stadtteil – gestern und heute. Stadtarchiv Heilbronn, Heilbronn 1998 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Heilbronn, 37) Seite 425 in 26 Klassen die Schule besuchten. Erst nach der Jahrtausendwende stiegen die Schülerzahlen wieder an. Im Schuljahr 2006/2007 waren es 780 Schüler, im folgenden Schuljahr 2007/2008 waren 800 Schüler an der Realschule. Im Jahr 2018 waren es 720 Schüler, S. 32; Z. 12 „Größe“, welche von 53 Lehrkräften unterrichtet wurden.
2002 wurde das Innere der über 30 Jahre alte Schule nach Plänen des Heilbronner Architekturbüros Müller nach modernsten technischen und energetischen Gesichtspunkten modernisiert. Es blieb jedoch nicht bei der Innenmodernisierung. In den Jahren 2008/2009 wurde auch die Fassade des Gebäudes nach Plänen von Müller erneuert, wobei anstelle der bisherigen metallenen und blauen Fassadenverblendungen neue Betonfertigteile mit einer Fassadenverkleidung aus Faserzementtafeln in braunen Naturtönen angebracht und auch alle Fenster ausgewechselt wurden. Außerdem wurde den seit dem Schulbau gesteigerten Sicherheitsanforderungen durch den Anbau eines zusätzlichen, externen Treppenhauses Folge geleistet. Die Fassadenerneuerung war im April 2009 abgeschlossen, die Gesamtkosten betrugen 2,9 Millionen Euro. Eine Sanierung der Turnhallenfassade soll folgen. Mai 2010 wurde die Sanierung der Schule abgeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 3,62 Millionen Euro.Sanierung der Kleist-Realschule abgeschlossen auf www.heilbronn-marketing.de vom 21. Mai 2010
Schulleiter