Bammersdorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Merkendorf im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Bammersdorf liegt in der Gemarkung Großbreitenbronn.
Geografie Im Dorf entspringt ein namenloser rechter Zufluss des Zandtbachs. 0,5 km südwestlich liegt das Kappelfeld, 0,5 km östlich das Kreuthfeld, 0,75 km nordöstlich der Dorngarten, 0,5 km südlich das Waldgebiet Gibitzen. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Großbreitenbronn zur Kreisstraße AN 58 (2 km südwestlich), nach Gotzendorf (1,75 km nordöstlich) und zu einer anderen Gemeindeverbindungsstraße bei der Weidenmühle (0,8 km südwestlich).
Geschichte Im 13. Jahrhundert war der Ort im Besitz von Wolfram von Dornberg. Nach dessen Tod im Jahre 1288 wurden diese Güter an dessen Schwiegersöhne den Herren von Heideck vermacht.Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Lehenbücher 1, zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 187. Das Kloster Heilsbronn erhielt dort 1311 einige Gefälle.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 438. Auch der Deutsche Orden hatte dort Besitz, wie aus einem Salbuch (1343) der Deutschordenskommende Nürnberg in der Beschreibung des Amtes Eschenbach hervorgeht (1 Hube, 1 Lehen, 1 Hofstatt).Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531.
Im 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 wurden für Bammersdorf 4 Güter angegeben, die dem Verwalteramt Merkendorf unterstanden. Die anderen Grundherren wurden nicht aufgelistet. Der Ort lag zu dieser Zeit im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamts Windsbach.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 741.
In der Amtsbeschreibung des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort fünf Untertansfamilien angegeben. Zwei von diesen gehörten zur Hauptmannschaft Sachsen des Pflegamtes.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 746.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Bammersdorf sieben Untertansfamilien, von denen zwei ansbachisch waren. Zu diesem Zeitpunkt gehörte der Ort bereits zum Fraischbezirk des Oberamtes Ansbach.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 253. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Bammersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Großbreitenbronn und der wenig später gegründeten Ruralgemeinde Großbreitenbronn zugeordnet. Am 1. Mai 1978 wurde Bammersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Merkendorf eingemeindet.
Im Jahre 2006 weihte die Dorfgemeinschaft ihr Dorfgemeinschaftshaus ein. Von 2011 bis 2013 führte die Stadt Merkendorf eine vereinfachte Dorferneuerung durch.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1991 2006 2010 2020 Einwohner 48 60 63 50 60 58 69 109 54 42 57 61 62 69 62HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 9 9 12 11 9 9 9 10 Quelle Karl Huber: Gemeindedaten zum 1. Januar 1991. In: Festschrift zur Einweihung des Rathauses und des Krautbrunnens - Stadt Merkendorf - 25. Oktober 1991. Merkendorf 1991, S. 22. Daten aus den Bürgerversammlungen vom 24. und 25.11.2020 / Präsentation (PDF) S. 6 auf merkendorf.de, abgerufen am 3. Dezember 2020
Religion Die Einwohner von Bammersdorf sind überwiegend evangelisch und nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt. Bis 1740 waren sie nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt.Wilhelm Koch: Merkendorfer Chronik. In: 600 Jahre Stadt Merkendorf 1398–1998. Merkendorf 1998, S. 15. Da der Weg zu weit und zu anstrengend war, besonders für die Neugeborenen, die dort zur Taufe getragen wurden, entschied man sich für das nahe gelegene Merkendorf als Taufort. Eine Kapelle, die dem heiligen Stephanus geweiht war, stand an der Abzweigung nach Großbreitenbronn.H. K. Ramisch: Landkreis Feuchtwangen, S. 25.
Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach) gepfarrt.
Vereine Dorfgemeinschaft Bammersdorf e. V.
Literatur Arbeitsgemeinschaft Ortschronik Großbreitenbronn: Mein Breitenbronn – Chronik von Großbreitenbronn. Großbreitenbronn 2007, S. 222–223.
Wilhelm Koch, Heinrich Helmreich: Die ehemalige Gemeinde Großbreitenbronn. In: Merkendorf – Historische Kleinstadt im Fränkischen Seenland. Merkendorf 1988, S. 322–329.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Merkendorf, Mittelfranken)