Der St. Jakob-Park (lokal «Joggeli» [] genannt) ist das grösste Fussballstadion der Schweiz und Heimstätte des FC Basel. Hier fanden sechs Spiele der Fussball-Europameisterschaft 2008 statt. Das Stadion verfügt über eine Kapazität von 38'512 Zuschauern. Es ist ein UEFA-Stadion der Kategorie 4, der höchsten Klassifikation des Europäischen Fussballverbandes.
Name Der Name St. Jakob hat seinen Ursprung in der mittelalterlichen Siedlung St. Jakob an der Birs, deren Anfänge bis ins 11. Jahrhundert nachgewiesen werden können. Joggeli ist die baseldeutsche Dialektform von Jakob im Diminutiv.
Lage Der St. Jakob-Park befindet sich im Osten der Stadt Basel, am südöstlichsten Punkt des Quartiers St. Alban. Das Stadion liegt unmittelbar an der Kantonsgrenze zum Kanton Basel-Landschaft. Im Osten grenzt das Areal an die Gemeinde Muttenz, im Süden an Münchenstein. Die Grenzen bilden dabei die Mitte der Birs, respektive die angrenzende St. Jakobs-Strasse.
Der St. Jakob-Park ist zudem Teil des Sportzentrums St. Jakob, zu welchem zahlreiche Sportplätze gehören und auf dessen Gebiet sich ausserdem die St. Jakobshalle und die St. Jakob-Arena befinden.
Anbindung an den Verkehr Individualverkehr Der St. Jakob-Park liegt an der Ausfahrt Basel-St. Jakob der Autobahn A2, die nördlich vom Stadion verläuft, und ist damit an das nationale und internationale Strassennetz angebunden. Zudem existiert eine gleichnamige Ausfahrt der Autostrasse H18 im Südosten.
Die südlich angrenzende St. Jakobs-Strasse führt im Osten nach Muttenz und im Westen in Richtung Innenstadt. Im Süden führt die westlich des Stadions verlaufende Brüglingerstrasse ins Industriegebiet Dreispitz und zum Güterbahnhof Wolf. Dieselbe Strasse führt im Norden ins Gebiet Lehenmatt des Quartiers Breite. Östlich des Stadions führt die Birsstrasse von der St. Jakobs-Strasse nach Norden ebenfalls in Richtung Lehenmatt.
Öffentlicher Verkehr Das Stadion ist durch eine eigene Haltestelle, den Bahnhof Basel St. Jakob an der Hauensteinstrecke, an das Schweizer Eisenbahnnetz angeschlossen. Die eingleisige Station besitzt einen Bahnsteig und wird ausschliesslich an Anlässen befahren. Im Regelverkehr wird sie nicht bedient und bildet damit auch keinen Bestandteil der S-Bahn Basel.
Der Joggeli-Shuttle verkehrt bei Fussballspielen des FC Basel ab Bahnhof SBB, seltener halten auch Extrazüge der Gästefans.
Die beiden Nahverkehrsunternehmen Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und Baselland Transport AG (BLT) bedienen den St. Jakob-Park mit Tram und Bus. Die Linie 14 der Basler Strassenbahn, betrieben durch die BVB, bedient das Stadion mit der Station St. Jakob. Bis 2009 existierte zudem in kurzer Distanz die Station Schänzli, diese wurde aufgehoben.
Die Linie 14 verbindet das Stadion einerseits mit den Gemeinden Muttenz und Pratteln, andererseits mit der Basler Innenstadt. Die Buslinien 36 (BVB) und 37 (BLT) bedienen das Stadion ebenfalls und ermöglichen Verbindungen in Richtung Dreispitz, das Gebiet Bruderholz, Bottmingen, zahlreiche Basler Quartiere, sowie an den Badischen Bahnhof.
Bei Grossveranstaltungen setzen sowohl die BVB wie auch die BLT zusätzlich ausserfahrplanmässige Tram- und Buskurse ein, um den Zuschauertransport bewältigen zu können.
Allgemeine Informationen Management Der gesamte St. Jakob-Park wird vom FC Basel 1893 geführt und koordiniert.FC Basel 1983 übernimmt Vermarktung des Stadions von Basel United. fcb.ch
Zuschauerkapazität mini|hochkant=2|Der St. Jakob-Park Basel war einer der acht Austragungsorte der EM 2008 Schweiz/Österreich. Das von den Architekten Herzog & de Meuron von 1999 bis 2001 erbaute Stadion hatte bei seiner Eröffnung ein Fassungsvermögen von 31'539 Sitzplätzen (mit Steh- anstelle Sitzplätzen in der «Muttenzerkurve»: 33'433). Für die Fussball-Europameisterschaft 2008 wurde das Stadion in den Jahren 2006 und 2007 ausgebaut. Es entstand ein dritter Rang (Galerie, Sektor G) über dem bestehenden Sektor C. Dank dieser Erweiterung liegt die heutige Kapazität bei 38'512 Sitzplätzen. Für die Europameisterschaft wurden hinter den letzten Reihen des ersten und zweiten Rangs zusätzliche Sitze montiert, um eine höhere Kapazität zu erreichen. Somit konnten 39'730 Zuschauer die sechs EM-Spiele in Basel verfolgen.
Spezielles Aussergewöhnlich ist, dass die Haupttribüne (Sektor A) durch kein Hindernis vom Spielfeld getrennt ist. In den anderen Sektoren trennt jeweils eine Werbebande und ein etwa einen Meter hoher Zaun die Zuschauer vom Spielfeld. Einzig vor der «Muttenzerkurve» (Sektor D) und dem Gästesektor wurden nach den Ausschreitungen vom 13. Mai 2006 ein hoher Zaun montiert. Zudem befindet sich hinter den beiden Toren jeweils ein Netz, das Gegenstände abfängt, die in Richtung Spielfeld geworfen werden.
Ebenfalls aussergewöhnlich ist die Beleuchtung der neuen Galerie. Das gleiche Prinzip ist später auch bei der Münchner Allianz Arena verbaut worden, welches vom selben Architekten-Duo (Herzog & de Meuron aus Basel) geplant wurde, da es auch hier möglich ist, die Beleuchtung der jeweiligen Veranstaltungen anzupassen. So erstrahlt bei Heimspielen des FC Basel die Galerie in den Vereinsfarben Rot und Blau. Spielt hingegen die Schweizer Fussballnationalmannschaft im Joggeli, ist die Galerie nahezu vollständig in Rot mit grossem Schweizerkreuz beleuchtet.
Zur Tabakprävention wurde im September 2025 auf sämtlichen Zuschauerrängen ein Rauchverbot eingeführt, das auch für E-Zigaretten und Vapes gilt.
Weitere Infrastruktur im und am St. Jakob-Park Im St. Jakob-Park befindet sich des Weiteren ein grosses Shopping-Center, welches neben Detailhandelsriesen wie H&M, Ochsner-Sport und C&A auch Filialen von Kleidermarken, Schmuckgeschäfte, mehrere Restaurants und Cafés wie auch Filialen mehrerer Telefon- und Internetanbieter beherbergt. Zudem ist im St. Jakob-Park das FCB-Museum.
An der Südseite des Stadions direkt anschließend befindet sich ein langgestrecktes Wohngebäude mit der Seniorenresidenz «Tertianum». Im Osten des Stadions steht der St. Jakob-Turm, ein 71 m hohes Wohn- und Bürohochhaus, dessen Form an ein Bergkristall angelehnt ist.
Geschichte Stadion von 1954 mini|Luftaufnahme des Einweihungsspiels Schweiz–Deutschland (3:5) am 25. April 1954 Bereits 1919 forderten Sportler einen städtischen «Zentralsportplatz», weil die durch den Ersten Weltkrieg ausgelöste Pflanzgartenvermehrung in Basel zu einer eigentlichen «Sportplatznot» geführt hatte.Eugen A. Meier, Hans Bauer: Der Basler Arbeitsrappen 1936–1984. ISBN 3-7643-1612-8. 1930 wurde die Stadt aktiv und kaufte der Christoph-Merian-Stiftung in der Brüglinger Ebene ein Areal von 307'000 Quadratmetern ab, um darauf mehrere Sport-, Spiel- und Festwiesen einzurichten.Die Angaben zur Geschichte des alten und neuen Stadions beruhen mit wenigen Ausnahmen hauptsächlich auf dem Buch Kraft der Visionen, das die Stadiongenossenschaft zu ihrem 50-jährigen Jubiläum herausgab (ohne ISBN). Auch der Bau eines grossen Fussballstadions (damaliger Sprachgebrauch: «Kampfstadion») war vorgesehen, um der zunehmenden Popularität dieses Sports gerecht zu werden. Dieses sollte aber auf einem angrenzenden Areal nördlich der St. Jakobs-Strasse zu stehen kommen, denn entlang dieser verläuft die Kantonsgrenze, und die erwarteten steuerpflichtigen Umsätze sollten auf baselstädtischem Gebiet anfallen.
Die Arbeiten begannen 1937 und wurden aus dem Fonds des Basler Arbeitsrappens finanziert. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die Arbeiten am Stadion zuerst reduziert und nach der Einführung der Zementrationierung von 1942 schliesslich ganz gestoppt. Zu diesem Zeitpunkt war das Areal des geplanten Stadions planiert und der Erdwall für die Stehrampen aufgeschüttet, aber ausser dem Westtor waren noch keine Bauten errichtet worden. Das Material zur Aufschüttung des Spielfelds und der Zuschauerrampen stammte vom Aushub des Hafenbeckens 2, einem gleichzeitig durchgeführten anderen Arbeitsrappen-Projekt.
Nach dem Krieg wurden die Arbeiten am Stadion vorerst nicht wieder aufgenommen. Erst als die FIFA 1948 die Weltmeisterschaft von 1954 in die Schweiz vergab, kam wieder Bewegung in die Sache. Der Grosse Rat (das Basler Kantonsparlament) bestätigte seinen Entscheid von 1937. Gegen diesen Kreditbeschluss wurde das Referendum ergriffen, und am 22./23. November 1952 wurde der Stadionbau an der Urne knapp abgelehnt.
Daraufhin beschloss ein kleiner Kreis um den Direktor der Sport-Toto-Gesellschaft Ernst Thommen, zu versuchen, das Stadion nun auf privater Basis zu bauen, und gründete dazu die «Genossenschaft Fussballstadion St. Jakob». Durch einen Kredit der Sport-Toto-Gesellschaft über 1,5 Millionen Franken wurde die Finanzierung gesichert. Die Behörden unterstützten das Projekt, so dass bereits am 2. Juni 1953 der Baurechtsvertrag mit der Stadt Basel unterschrieben und mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte. Am 25. April 1954, nach weniger als einem Jahr Bauzeit und zwei Monate vor der Weltmeisterschaft, wurde das Stadion mit einem Länderspiel Schweiz–Deutschland (3:5) eingeweiht. Die letztendlichen Baukosten beliefen sich auf 3 Millionen Franken.Gemäss dem Teuerungsrechner des Bundesamts für Statistik entspricht das einem heutigen Wert von rund 13 Millionen. Das Stadion war für 56'000 Zuschauer ausgelegt (8200 Sitzplätze und 47'800 Stehplätze, wobei die Zahl der Stehplätze naturgemäss nicht fest war und in der Folge auch ein paarmal überschritten wurde).
Im Rahmen der Weltmeisterschaft vom 17. bis am 30. Juni 1954 fanden in Basel sechs Spiele statt, die von insgesamt 242'000 Zuschauern besucht wurden. Trotz der sehr engen Zeitrahmens für den Bau offenbarte das Stadion keine gravierenden Mängel, und die moderne Anlage wurde allenthalben gelobt.
Datum Runde Heim Gast Ergebnis Gruppe 4 England Belgien 4:4 n. V. (3:3, 2:1) Gruppe 3 Uruguay Schottland 7:0 (2:0) Gruppe 2 Ungarn Deutschland 8:3 (3:1) Gruppe 4, Entscheidungsspiel Italien Schweiz 1:4 (0:1) Viertelfinal England Uruguay 2:4 (1:2) Halbfinal Deutschland Österreich 6:1 (1:0)
Nach der Weltmeisterschaft trat dann ein, was die Skeptiker befürchtet hatten: Das Stadion versank in Tristesse. Die Basler Fussballvereine zeigten kein Interesse und spielten weiterhin auf ihren angestammten Plätzen, die ihren Bedürfnissen vollauf genügten.Für den FC Basel kam noch dazu, dass der Landhof erst 1952 nach einem zweijährigen aufwändigen Umbau neu eröffnet worden war. So wurde das St. Jakob-Stadion das offizielle Heimstadion des ErstligavereinsDie schweizerische 1. Liga entspricht etwa der deutschen Regionalliga. FC Concordia (und blieb das bis zum Abbruch Ende 1998). Ausser den Erstligaspielen des FC Concordia fanden von 1955 bis 1967 noch acht Länderspiele statt. Die für den Unterhalt des Stadions dringend benötigten Einnahmen generierte man mit fussballfremden Anlässen, diese reichten vom Windhundrennen über das Eidgenössische Turnfest (1959) bis zur Feldhandball-Weltmeisterschaft (1963).
1965 verpflichtete der FC Basel Helmut Benthaus als Spielertrainer. Darauf setzte ein sportlicher Aufstieg ein, der auch zu einem zunehmenden Publikumsinteresse führte. Der angestammte Landhof wurde für die Heimspiele des FC Basel bald zu klein, so dass dieser zuerst einige, ab 1967 dann alle seine Heimspiele im St. Jakob-Stadion durchführte. Sein letztes Spiel auf dem Landhof spielte der FC Basel im Herbst 1967 gegen Young Fellows Zürich (1:0). Der anhaltende Erfolg des FC Basel (u. a. 7 Meistertitel zwischen 1967 und 1980) führte in Basel zu einer Fussballeuphorie, die sich auch in den Finanzen der Stadiongenossenschaft niederschlug. So konnte das Stadion modernisiert und den gestiegenen Anforderungen und Vorschriften angepasst werden.