mini|Alte Schule in Großbreitenbronn
Großbreitenbronn ist ein Gemeindeteil der Stadt Merkendorf im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Großbreitenbronn hat eine Fläche von 9,289 km². Sie ist in 1004 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9259,39 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bammersdorf, Kleinbreitenbronn, Triesdorf Bahnhof (zum Teil), Waldeck und Willendorf.
Geografie Durch das Dorf fließt der Braungartenbach, der sich nach Merkendorf in verschiedene Bäche aufspaltet und mit anderen Bächen zusammenfließt, die alle linke Zuflüsse der Altmühl sind. Im Westen grenzen die Waldgebiete Triesdorfer Park und Tiergarten und das Flurgebiet Ochsenwasen an. 0,5 km nördlich liegt das Lachfeld, 0,5 km nordöstlich das Kappelfeld, 0,5 km östlich liegt das Waldgebiet Gibitzen.
Die Kreisstraße AN 58 führt zur B 13 bei Leidendorf (2 km westlich) bzw. über Waizendorf nach Wolframs-Eschenbach (4,5 km östlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kleinbreitenbronn (0,4 km südlich), Zandt (2 km nördlich) und Bammersdorf (2 km nordöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1153 als „Preitenprunn“ im Zusammenhang mit dem Chorstift Heidenheim erstmals urkundlich erwähnt. Funde in Reihengräbern aus der Urnenfelderzeitlich bei Großbreitenbronn belegen, dass das Gebiet bereits seit etwa 1000–800 v. Chr. besiedelt war.Geschichte. In: Mein Breitenbronn – Chronik von Großbreitenbronn. Großbreitenbronn 2007, S. 10. An der Grenze zwischen Groß- und Kleinbreitenbronn wurde 1187 die Briccius-Kapelle errichtet. Diese war dem Heiligen Briccius geweiht. Heute steht von ihr noch eine Turmruine. An der Ortsabzweigung nach Bammersdorf stand ebenfalls eine Kapelle, die dem Heiligen Stephanus geweiht war. Sie steht heute nicht mehr.
Laut dem Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 gehörten dem Stadtvogteiamt Eschenbach in Großbreitenbronn 2 Huben, ein halbes Lehen, Äcker und Holz.Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531.
Das Kloster Heilsbronn erwarb dort drei Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 439.
Im 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 wurden für Großbreitenbronn 3 Güter angegeben, die dem Verwalteramt Merkendorf unterstanden. Die anderen Grundherren wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 741. Das Verwalteramt Merkendorf übte abwechselnd mit dem Stadtvogteiamt Eschenbach das Gemeinderecht und den Hirtenstab aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 743. Die Fraisch hatte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 740. Im Dreißigjährigen Krieg verödeten alle Höfe.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Großbreitenbronn 16 Untertansfamilien, von denen 12 ansbachisch waren. Zu diesem Zeitpunkt gehörte der Ort bereits zum Fraischbezirk des Oberamtes Ansbach.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 397. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.
1806 kam Großbreitenbronn an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Großbreitenbronn gebildet, zu dem Bammersdorf, Kleinbreitenbronn, Nehdorf, Waldeck, Willendorf und Winterschneidbach gehörten. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Großbreitenbronn, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Herrieden (1919 in Finanzamt Herrieden umbenannt, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Nehdorf in die neu gebildete Ruralgemeinde Leidendorf umgemeindet und Winterschneidbach nach Burgoberbach. 1859 wurde auf dem Gemeindegebiet Triesdorf Bahnhof errichtet. Ab 1862 gehörte Großbreitenbronn zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herrieden (1879 in Amtsgericht Herrieden umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,305 km².
Am 1. Mai 1978 wurde Großbreitenbronn im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Merkendorf eingemeindet.
Großbreitenbronn erfuhr von 2005 bis 2008 eine umfassende Dorferneuerungsmaßnahme durch die Stadt Merkendorf.
Baudenkmäler Haus-Nr. 28: Schulhaus Fraischstein
Bodendenkmäler In der Gemarkung Großbreitenbronn gibt es vier Bodendenkmäler, darunter Turmruine der ehemaligen Briccius-Kapelle (St. Briccius)
Einwohnerentwicklung Gemeinde Großbreitenbronn Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 277 309 363 369 364 388 365 365 388 387 391 392 401 378 372 373 397 396 366 614 615 561 453 445HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 54 49 71 72 63 71 67 79 86 Quelle Für die Gemeinde Großbreitenbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bammersdorf (S. 7), Kleinbreitenbronn (S. 48) und Willendorf (S. 103).
Ort Großbreitenbronn Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2008 2010 2014 2020Einwohner 92 99 137 121 116 127 114 166 122 116 132 121 115 127 115Häuser 20 16 21 20 19 21 24 27 Quelle Fränkische Landeszeitung von Montag, 1. Dezember 2008: Michael Alban: „Schulden nehmen ab“Daten aus den Bürgerversammlungen vom 24. und 25.11.2020 / Präsentation (PDF) S. 6 auf merkendorf.de, abgerufen am 3. Dezember 2020Fränkische Landeszeitung von Montag, 8. Dezember 2014: Michael Alban: „Schuldenfreie Stadt mit über 3000 Bürgern“
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und seit 1810 nach St. Georg (Weidenbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach) gepfarrt.
Politik + Bürgermeister von Großbreitenbronn Bürgermeister Partei Amtszeit Anmerkung Georg Reif 1829 1. Bürgermeister; Kleinbreitenbronn Adam Stadelbauer 1829 Stellvertreter; Großbreitenbronn Herr Krug 1829 Großbreitenbronn Georg Wagner 1889–1911 Kleinbreitenbronn Matthias Stettner 1912–1919 Kleinbreitenbronn Georg Beyßer 1919–1932 Großbreitenbronn Georg Dietz NSDAP 1933–1945 Großbreitenbronn, war zuvor von 1932 bis 1933 Mitglied des Bayerischen Landtags Georg Beyßer 1945–1950 Großbreitenbronn Johann Heinrich 1951–1960Kleinbreitenbronn Johann Seitzinger 1960–30.04.1978 (Auflösung der Gemeinde) Großbreitenbronn
Schule Großbreitenbronn hatte eine Schule. Sie wurde 1830 errichtet und 1962/63 erweitert.Gemeindegeschichte. In: Mein Breitenbronn – Chronik von Großbreitenbronn. Großbreitenbronn 2007, S. 17/19. 1996 wurde sie aufgelöst. Die Kinder gehen seither nach Merkendorf, Weidenbach oder Wolframs-Eschenbach zum Unterricht.Daniel Ammon: „Als im Dorf noch eine Schule stand“ auf habewind.de, abgerufen am 31. März 2023
Regelmäßige Veranstaltungen Der Verein Handwerkskunst im Alten Schulgarten e. V. veranstaltet seit 2000 jährlich im Mai einen Kunsthandwerkermarkt und von 2002 bis 2019 fand im Dezember ein Adventsmarkt mit Kunsthandwerk statt. Beide Märkte ziehen bzw. zogen viele Menschen aus nah und fern an.Über den Verein auf handwerkskunst-im-alten-schulgarten.de, abgerufen am 2. März 2021
Persönlichkeiten Georg Dietz (1890–nach 1933), Landwirt und Bürgermeister; Mitglied des Bayerischen Landtags
Literatur Arbeitsgemeinschaft Ortschronik Großbreitenbronn: Mein Breitenbronn – Chronik von Großbreitenbronn. Großbreitenbronn 2007.
Wilhelm Koch, Heinrich Helmreich: Die ehemalige Gemeinde Großbreitenbronn. In: Merkendorf – Historische Kleinstadt im Fränkischen Seenland. Merkendorf 1988, S. 322–329.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Merkendorf, Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1153 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach