mini|300px|Ortsansicht Am Bach

Dettelbach ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen.

Geografie Geografische Lage Die Gemeinde Dettelbach liegt im Nordwesten des Landkreises Kitzingen im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken. Begrenzt wird das Gebiet im Osten und Süden durch den Main (nur unterbrochen von einem Abschnitt im Südosten), die westlichen Gemeindeteile grenzen an das Gebiet des Landkreises Würzburg. Das gesamte Gemeindegebiet ist auf der rechten Mainseite verortet, lediglich die Gemarkung von Mainsondheim ragt über den Fluss.

Im Norden schließt sich das Gebiet der Gemeinde Prosselsheim im Landkreis Würzburg an Dettelbach an. Die Gemarkungen des Hauptortes und des Gemeindeteils Seligenstadt stoßen direkt an das Gemeindegebiet. Weiter im Nordosten beginnt der Landkreis Kitzingen mit dem Volkacher Stadtteil Köhler, sowie den Gemeinden Nordheim am Main und Sommerach auf der sogenannten Weininsel. Südöstlich erhebt sich Schwarzach am Main-Schwarzenau, mit dem sich Dettelbach die gleiche Mainseite teilt. Schwarzach am Main-Hörblach liegt bereits auf der linken (östlichen) Mainseite. Hier grenzt das Gemeindegebiet auch an das der Großen Kreisstadt Kitzingen, der Klosterforst liegt Dettelbach am nächsten. Ganz im Süden schließen sich die Gebiete von Albertshofen und Mainstockheim an. Den südwestlichen Abschluss des Landkreises Kitzingen bildet Biebelried. Es folgen die Würzburger Gemeinden (im Uhrzeigersinn) Rottendorf, mit Rottendorf-Rothof und Kürnach.

Die nächstgrößere Stadt ist das vom Rathaus der Gemeinde etwa 7 Kilometer entfernte Kitzingen südlich von Dettelbach. Die Stadt Volkach ist über 8 Kilometer entfernt. Nächste Großstadt ist das ungefähr 17 Kilometer entfernte Würzburg.

Mit einer Fläche von 6094 Hektar bildet Dettelbach die zweitgrößte Gemeinde im Landkreis, lediglich das weiter östlich gelegene Iphofen hat eine größere Fläche. Mit etwa 7200 Einwohnern steht Dettelbach dagegen auf der dritten Stelle innerhalb der Gemeinden im Landkreis nach den beiden Mittelzentren Volkach und Kitzingen. Die Bevölkerungsdichte von 120 Einwohnern je km² macht aber die ländliche Struktur der Gemeinde deutlich. Das Zentrum, der Hauptort Dettelbach, ganz im Südosten weist eine wesentlich höhere Bevölkerungsdichte auf.

Geologie, Hydrologie, Böden mini|Brück ist Teil der Gäufläche im nördlichen Maindreieck, die von Ackerbauflächen geprägt wird Die meisten Gemeindeteile von Dettelbach liegen in einem gemeinsamen Naturraum. Die sogenannten Inneren Gäuhochflächen im Maindreieck sind Teil der Gäuflächen im Maindreieck (auch Gäuplatten im Maindreieck) innerhalb der Mainfränkischen Platten. Allerdings differenziert sich dieser Naturraum innerhalb der Gemeinde weiter aus. Die nördlichen Ortsteile um Schernau liegen in der Gäufläche im nördlichen Maindreieck, das kaum von Bachtälern durchschnitten wird. Im Süden präsentiert sich die Landschaft wesentlich hügeliger, weil die kleinen Flüsse in den Hochflächen im südlichen Maindreieck wesentlich tiefere Klingentäler ausbilden konnten. Der Hauptort Dettelbach liegt auf der Grenze beider Naturräume.

Das südliche Areal ist geprägt von hartem Muschelkalkuntergrund unter weicherem Lettenkeuper mit Lösslehmdecken. Diese Zusammensetzung ermöglichte erst die tiefen Einschnitte der Bachtäler. Auf dieser Mischung entwickelten sich Parabraunerden. Härter ist der Boden in den nördlichen Gebieten. Die Lehm- und Lösslehmböden sind aufgrund der trockenen, klimatischen Bedingungen kaum ausgewaschen und mit feinen Sandkörnern durchsetzt. Lediglich kleinen Anteil hat die Gemeinde Dettelbach an folgenden Naturräumen (im Uhrzeigersinn): Volkacher Mainschleife, Schwarzacher Talweitung und Kitzinger Maintal im Mittleren Maintal (von Nordosten bis Südwesten).Geographie Giersbeck: Karte 152 Würzburg, PDF, abgerufen am 9. Mai 2021. Die Weinbauflächen der Gemeinde liegen zu größten Teilen in Richtung des Maintales.

Hydrologisch wird die Gemeinde vom Main dominiert, der allerdings lediglich im Süden vollständig auf dem Gebiet von Dettelbach liegt. Der Fluss bildet stattdessen im Osten und Südosten die Grenze zu den angrenzenden Kommunen des Landkreises Kitzingen. Mehrere kleine Flüsse streben dem Main zu, wobei das Gebiet die Wasserscheide zwischen dem Volkacher Mainbereich und dem Würzburger Abschnitt bildet. Historisch besonders bedeutsam ist der Dettel-Bach (auch Altbach), der dem Hauptort auch den Namen gab. Die Dettel wird (von Norden nach Süden) von folgenden, benannten Bächen gespeist: Güßgraben, Sulzhofer Graben, Dietrichsgraben (auch Gereutgraben), Schernauer Bach, Gembachsgraben und Bibergauer Mühlbach. Die Landleite ganz im Westen des Gemeindegebiets fließt in Richtung des Würzburger Mains ab. Der Main wird seit dem 20. Jahrhundert auch zur Kies- und Sandgewinnung genutzt. So entstand südöstlich des Hauptortes der sogenannte Kleidersee als Baggersee.

Klima Dettelbach liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Zonen Deutschlands zählt. Dies ist auch ein Grund für den Weinanbau in der Region. Die Sommermonate sind relativ trocken, sodass die kleineren Bäche, die dem Main zustreben weitgehend austrocknen. Klimaerhebungen für Dettelbach werden in der Wetterwarte in Würzburg durchgeführt.

Die Klimaklassifikation von Köppen rechnet die Gemeinde zur Cfb-Kategorie. (Klimazone C: warm-gemäßigtes Klima, Klimatyp: f: feucht-gemäßigtes Klima, Untertyp b: warme Sommer). Zwischen dem trockensten Monat Februar und dem niederschlagsreichsten Monat Juni liegt eine Differenz von 21 mm. Um im Durchschnitt 18,5 °C ist der Juli (wärmster Monat im Jahr) wärmer als der Januar (kältester Monat im Jahr).

Flächennutzung + Flächennutzung 2018Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal Dettelbach, PDF, S. 13, abgerufen am 9. Mai 2021. Nutzung Hektar Siedlungsfläche 471 Verkehrsfläche 393 Vegetationsfläche 5104 Wasserfläche 126 Gesamtfläche 6094

Die Gemeinde Dettelbach nimmt eine Fläche von insgesamt 6094 Hektar ein. Den weitaus größten Anteil an dieser Fläche nimmt mit 5104 Hektar die Vegetation ein. Davon entfallen 4637 Hektar (76,1 % der Gesamtfläche) auf landwirtschaftlich genutzte Flächen, wobei hier vor allem die Ackerbauflächen und wenige Weinbauareale genannt werden können. Wald im Osten und äußersten Westen des Gemeindegebiets hat eine Fläche von lediglich 188 Hektar.

Zweitgrößte Teilfläche bildet die Siedlungsfläche mit 471 Hektar und damit 7,7 % der Gesamtfläche. Immerhin 127 Hektar davon ist Wohnbaufläche. Industrie- und Gewerbeflächen sind insbesondere im Dettelbacher Gewerbegebiet Dettelbach-Ost und im Mainfrankenpark zu finden. Die Gemeindeteile besitzen nur kleine oder gar keine Gewerbeflächen. Aus dieser dezentralen Verteilung ist der relativ große Anteil solcher Flächen von 121 Hektar (2,0 % der Gesamtfläche) erklärbar. Die Verkehrsflächen, sowohl die Bahn- als auch die Automobiltrassen, fallen mit 393 Hektar zu Buche.

Mit dem Main und einigen kleineren Gewässern liegen 126 ha Gewässerflächen um den Ort. Damit besitzt Dettelbach etwa genauso viel Wasserfläche wie das weiter östlich gelegene Schwarzach am Main, das mit 2111 Hektar lediglich ein Drittel der Gesamtfläche der Gemeinde einnimmt. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche nimmt seit dem Jahr 2003 ab. Waren 2003 noch 4291 Hektar landwirtschaftlich genutzt, wurden 2016 nur noch 4051 Hektar Fläche bebaut.

Schutzgebiete mini|Der Muschelkalksteinbruch im Südwesten des Hauptortes Die Gemeinde besitzt nicht so viele Schutzgebiete des Naturschutzes wie die, insbesondere im Osten, angrenzenden Gebietskörperschaften. Die Gäuflächen im Maindreieck sind seit Jahrtausenden in menschlicher Nutzung und präsentieren sich heute als nahezu durchgehende Ackerbaufläche mit wenigen naturnahen Arealen. So wurden die Biotopflächen Dettelbachs zumeist auch entlang der kleineren Bäche ausgewiesen. Ebenso finden sich eingetragene Biotope nahe der Bahnstrecke, die vor allem die Effeldorfer Gemarkung prägt. Nahe Effeldorf ist mit dem Eichen-Hainbuchenwald „Köpflein“ auch die größte Biotopfläche zu finden.

Das Fauna-Flora-Habitat Mainaue zwischen Grafenrheinfeld und Kitzingen hat Anteil an der Neuseser Gemarkung. Allerdings wurde die ursprüngliche Auelandschaft südlich des Hauptortes Dettelbach durch die Kanalisierung des Flusses weitgehend zerstört. Neuses ist auch heute noch die einzige Gemarkung, in der einige Abschnitte des Landschaftsschutzgebietes Volkacher Mainschleife liegen. Mit der Mainaue zwischen Sommerach und Köhler ist hier auch das einzige Naturschutzgebiet der Gemeinde zu finden. → siehe auch: Mainaue zwischen Sommerach und Köhler

Innerhalb der Gemeinde liegen stattdessen zwei größere Vogelschutzgebiete, die Teil eines größeren Schutzkomplexes sind. Die östlichen Gemarkungen sind Teil des Schutzgebietes Ochsenfurter und Uffenheimer Gau und Gäulandschaft nordöstlich Würzburg. Entlang des Maines zieht sich der Schutzkomplex Maintal zwischen Schweinfurt und Dettelbach. Die Kanalisierung in den 1950er Jahren führte auch hier zu großen Kulturlandschaftsverlusten. → siehe auch: Maintal zwischen Schweinfurt und Dettelbach

Besondere Einblicke in die Bodenbeschaffenheit der Landschaft um Dettelbach gewährt der Steinbruch südsüdwestlich der Stadt. Er ist ein eingetragenes Geotop. Daneben existieren Naturdenkmäler, natürliche Objekte, die eine besondere Bedeutung für die menschliche Kultur und Geschichte besitzen. In Dettelbach hat sich noch die alte Hecke erhalten, die zwischen Wallfahrtskirche und Stadt vermittelte, in Effeldorf stehen dagegen drei alte Linden. Euerfeld besitzt zwei landschaftsprägende Baumgruppen, während in Mainsondheim eine einzelne Linde zu finden ist. Der Westhang des Maintals bei Neuses mit seinem Baumbestand ist ebenso Naturdenkmal. → siehe auch: Ehemaliger Muschelkalkbruch südsüdwestlich von Dettelbach

Gemeindegliederung mini|Karte des Dettelbacher Gemeindegebiets mit allen benannten Gemeindeteilen Die Gemeinde Dettelbach setzt sich seit dem Abschluss der Gemeindegebietsreform aus 13 Gemeindeteilen zusammen, von denen lediglich drei nicht über eine eigene Gemarkung verfügen. Als Pfarrdörfer werden, in der Regel, größere Orte wie Bibergau, Euerfeld, Effeldorf, Mainsondheim oder Schernau bezeichnet. Der historische Sitz eines Pfarrers kann aber ebenso ausschlaggebend sein, wie bei Brück. Neuses am Berg, Neusetz und Schnepfenbach, ohne historischen Pfarrsitz werden als Kirchdörfer bezeichnet.

Wesentlich kleiner sind Dettelbach-Bahnhof, Neuhof und Sulzhof. Die Gemarkungen der beiden letztgenannten wurden bereits im 19. Jahrhundert aufgelöst und die Orte nach Effeldorf (Neuhof) bzw. Neusetz (Sulzhof) eingemeindet. Die letzten Baulichkeiten von Sulzhof wurden im 21. Jahrhundert abgerissen, sodass der Gemeindeteil eigentlich als Wüstung bezeichnet werden kann. Dettelbach-Bahnhof entstand als Bahnstation für Dettelbach auf dem Gebiet der damaligen Gemeinde Effeldorf. Der Bahnhof hatte aber eine historische Sonderstellung inne, weil seine Unterhaltung früh der Stadt Dettelbach zugeordnet wurde.

Zentrum der Gemeinde und einwohnerstärkster Gemeindeteil ist der Hauptort Dettelbach. Hier ist das Rathaus und die Stadtverwaltung untergebracht. Mit über 3000 Einwohnern bildet Dettelbach ein Unterzentrum für die Dörfer der Umgegend und wird zu den zentralen Orten gezählt. Die historische Bedeutung ist durch die Erhebung zur Stadt im 15. Jahrhundert gegeben. Dettelbach war Absatzmarkt für die Produkte der umliegenden Ortschaften. Im 20. bzw. 21. Jahrhundert entstanden mit dem Mainfrankenpark und dem Gewerbegebiet Dettelbach-Ost weitere bebaute Flächen, die heute nicht als Gemeindeteile bezeichnet werden.