Michael Graeter (* 29. Juli 1941Timo Frasch, Der Pétrus in dem Alter schmeckt noch. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29. Juli 2021. in München) ist ein deutscher Boulevard-Journalist, Autor und Gastronom. Graeter erregte Aufsehen mit der Veröffentlichung von Klatschgeschichten und Gesellschaftskolumnen, die eine Mischung aus persönlichen Erlebnissen, Lebensschicksalen und anonymen Informationen waren. Er diente als Vorlage für die von Franz Xaver Kroetz verkörperte Figur Baby Schimmerlos aus der Fernsehserie Kir Royal (1986) von Helmut Dietl.
Leben Michael Graeter, Sohn von Helma Graeter, geborene Haarhaus, und des Postbeamten Wilhelm Graeter, der Kriegsheimkehrer war und in einem Telegraphenamt arbeitete, absolvierte Anfang der 1960er Jahre ein Volontariat bei der Schwäbischen Landeszeitung (heute Augsburger Allgemeine). Er war nach eigenen Angaben Deutschlands jüngster Ressortleiter bei der Münchener Abendzeitung, für die er ab 1965 als Redaktionsmitglied schrieb. Von 1970 bis 1983 gab er als Verleger die Augsburger Neue Presse heraus. Später arbeitete er drei Jahre als Korrespondent in Paris für diverse Zeitungen und die ZDF-Sendung Die Drehscheibe. 1984 bis 1988 schrieb er bei Bild (Bundesausgabe) und von 1989 bis 1997 für die Zeitschrift Bunte als Gesellschafts-Kolumnist, danach für die Neue Revue. 1975 spielte er in der Folge Ein Playboy segnet das Zeitliche der Krimiserie Der Kommissar sich selbst. Von 1975 bis 1998 betrieb er in der Schwabinger Leopoldstraße das Café Extrablatt und eröffnete weitere Filialen in Los Angeles und am Berliner Kurfürstendamm, die allerdings scheiterten. 1986 gründete er die Münchener Kinos „Cadillac“ und „Veranda“, 1998 das Filmtheater „Aeroport FJS Schwabing“.
Am 13. März 2002 wurde er vom Landgericht München wegen Insolvenzverschleppung, Bankrott und Veruntreuen von Arbeitsentgelt zu 14 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Graeter setzte sich deshalb in die Schweiz ab und arbeitete dort für einen Schweizer Privatsender. Er wurde jedoch 2008 ausgeliefert und musste aufgrund des Bruches seiner Bewährungsauflagen die restliche Zeit von acht Monaten in der Justizvollzugsanstalt Landsberg absitzen.
Im März 2014 erlitt er einen Schlaganfall. Graeter schrieb bis zur Übernahme durch Martin Balle 2014 einige Jahre wieder für die Abendzeitung.
2026 kandidierte Graeter im Alter von 82 Jahren auf Platz 12 der München-Liste für den Münchner Stadtrat.München-Liste: Wahlvorschlag Stadtrat (PDF-Datei, abgerufen am 8. Februar 2026)
Ebenfalls 2026 kandierte Graeter erfolglos für den Verwaltungsrat des TSV München von 1860 e.V., dabei fiel er auf der Mitgliederversammlung durch verbale sexistische Entgleisungen auf. Sechzger.de (abgerufen am 22. Juni 2026)
Privates Graeter hat einen Sohn (* 1991) und lebt am Münchener Stadtrand.
Publikationen (Auswahl) Die Großen, Berühmten und Reichen. Ein indiskreter Report. Herbig, München 1986, ISBN 3-7766-1447-1 Wer ist was in München. In Wort und Bild. Schulz, Percha am Starnberger See 1987, ISBN 3-7962-0119-9 Eitelkeit. Geheimnis des Erfolgs. Herbig, München 1990, ISBN 3-7766-1599-0 Lexikon des Klatsches. Liebe, Laster und Skandale – von Boris bis Verona. Eichborn, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-8218-3946-5 Extrablatt. Langen/Müller, September 2009, ISBN 3-7844-3207-7
Literatur Graeter, Michael. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 399.
Weblinks
michaelgraeter.de Max Hägler: „Der rapide Absturz von Michael Graeter - Von der Promiparty in den Knast“ in der taz vom 15. März 2008 Interview mit Graeter im Stern vom 30. November 2008
Einzelnachweise
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