Der Kreis Auerbach war ein Landkreis im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR. Vom 3. Oktober 1990 bis Ende 1995 bestand er als Landkreis Auerbach im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt im heutigen Vogtlandkreis in Sachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Auerbach/Vogtl.
Geographie
Lage Der Kreis Auerbach lag östlich von Plauen im Vogtland und damit im Bezirk Chemnitz/Karl-Marx-Stadt. Ein großer Teil der Orte im Kreisgebiet liegt an der Göltzsch.
Nachbarkreise Der Kreis Auerbach grenzte im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Kreise Reichenbach, Zwickau-Land, Aue, Klingenthal, Oelsnitz und Plauen-Land.
Geschichte Bereits 1874 war im Königreich Sachsen die Amtshauptmannschaft Auerbach eingerichtet worden, die 1939 in Landkreis Auerbach umbenannt wurde. Der Landkreis Auerbach gehörte nach 1945 zum Land Sachsen und somit seit 1949 zur DDR.
Am 25. Juli 1952 kam es in der DDR zu einer umfassenden Kreisreform, bei der unter anderem die Länder aufgelöst wurden und durch Bezirke ersetzt wurden. 15 Gemeinden des Landkreises Auerbach fielen an zwei neugegründete Kreise: Kreis Klingenthal mit 8 Gemeinden: Hammerbrücke, Klingenthal, Morgenröthe-Rautenkranz, Mühlleithen, Muldenberg, Oberzwota, Tannenbergsthal sowie Zwota. Kreis Reichenbach mit 7 Gemeinden: Irfersgrün, Lengenfeld, Pechtelsgrün, Schönbrunn, Waldkirchen, Weißensand sowie Wolfspfütz.
Der neue Kreis Auerbach wurde aus den folgenden 29 Gemeinden gebildet: 26 Gemeinden des alten Landkreises Auerbach: Abhorn, Altmannsgrün, Auerbach/Vogtl., Beerheide, Bergen, Eich, Ellefeld, Falkenstein/Vogtl., Grünbach, Hartmannsgrün, Kottengrün, Neustadt b. Falkenstein, Oberlauterbach, Plohn, Rebesgrün, Reumtengrün, Rothenkirchen, Rodewisch, Rützengrün, Schnarrtanne, Schreiersgrün, Treuen, Trieb, Werda, Wernesgrün und Wildenau 3 Gemeinden des alten Landkreises Zwickau: Lauterhofen, Obercrinitz und Stangengrün
Der Kreis wurde dem neugebildeten Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet. Der Kreissitz war in der Stadt Auerbach.
Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Auerbach umbenannt.Durch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF). Anlässlich der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde der Landkreis im Oktober 1990 dem wiedergegründeten Land Sachsen zugesprochen. Im ursprünglichen Gesetzentwurf der sächsischen Staatsregierung vom 29. Juni 1992 zur ersten sächsischen Kreisreform war die Bildung eines Vogtlandkreises aus den Kreisen Auerbach, Klingenthal, Reichenbach, Oelsnitz und Plauen vorgesehen. Im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens wurde dann jedoch die Bildung von zwei Kreisen „Elstertalkreis“ (Plauen, Oelsnitz, Teile von Klingenthal) und „Göltzschtalkreis“ (Auerbach, Reichenbach, 6 Gemeinden von Klingenthal) favorisiert. Diese Variante wurde dann durch das Kreisgebietsreformgesetz vom 24. Juni 1993 beschlossen. Gegen die Regelung wurde Verfassungsbeschwerde bei sächsischen Verfassungsgerichtshof eingelegt, der die Nichtigkeit feststellte. Mit dem 2. Kreisgebietsänderungsgesetzes vom 6. September 1995 wurde dann Bildung des Vogtlandkreises zum 1. Januar 1996 beschlossen.
Der Kreis Auerbach erfuhr seit 1952 bis zur Auflösung folgende Gemeindegebietsänderungen und Umgliederungen: +GebietsänderungenDatumaltArt der Veränderungneuin der DDR4. Dezember 1952Umgliederung der Gemeinden Lauterhofen, Obercrinitz und Stangengrün in den Kreis Zwickau20. Juni 1957Bildung der neuen Gemeinde Röthenbach nach Ausgliederung aus Wildenau (die Gemeinde war am 1. Juli 1950 eingemeindet worden)1. Januar 1979Abhornwurde eingemeindet nachPlohnin der Bundesrepublik1. Juli 1992Rützengrünwurde eingemeindet nachRodewisch1. April 1993Altmannsgrünwurde eingemeindet nachTreuen1. Juli 1993Plohnwurde eingemeindet nachLengenfeld (Kr. Reichenbach)1. Januar 1994Schnarrtannewurde eingemeindet nachAuerbach/Vogtl.Reumtengrünwurde eingemeindet nachRebesgrünSchreiersgrünwurde eingemeindet nachTreuenKottengrünwurde eingemeindet nachWerdaMuldenbergwurde eingemeindet nachGrünbach1. März 1994Röthenbachwurde eingemeindet nachRodewischRothenkirchenZusammenschluss zuSteinbergWildenauWernesgrün
Einwohnerentwicklung Kreis Auerbach Jahr 1960 1971 1981 19891990 Einwohner 86.650 81.025 72.329 69.67968.299
Ergebnisse der Kreistagswahl 1990
Im Mai 1990 fand, letztmals in der DDR, die Kreistagswahl statt. Das Kreisgebiet wurde zur Wahl in fünf Wahlkreise eingeteilt. Mit (*) markierte Gewählte traten ihr Amt nicht an. Die Sitzverteilung im Kreistag ist nebenstehend dargestellt.
Das Ergebnis wurde in der Lokalausgabe der Freien Presse vom 16. Mai 1990 veröffentlicht.Freie Presse. Kreis Auerbach vom 16. Mai 1990. Seite 7. Titel: Die gewählten Abgeordneten des Kreistages Auerbach; Amtliche Bekanntmachung der Kreiswahlkommission Auerbach +Liste gewählter Kandidaten (in Klammer: Stimmenanzahl)ParteiWahlkreis IWahlkreis IIWahlkreis IIIWahlkreis IVWahlkreis VAfI – ELLA - -Helga Werner (459) - -B. F. D.Dr. Hans-Georg Möckel (2.230)Theodor Kühn (736) - - -CDUJoachim Lang (3.207) Rüdiger Hüttner (1.832) Martin Krichler (1.422) Brigitte Müller (1.409)Dr. Adam Lambert (4.231) Dr. Herbert Gall (2.185) Günther Morgner (1.277) Jutta Staudt (1.164)Dietmar Löschner (2.668) Gerd Möckel (2.634) Dr. Friedrich Petermann(*) (2.455) Monika Kirsten (2.201)Dr. Bertram Wieczorek (5.509) Dr. Berthold Rink (5.199) Peter Plohmann (879) Frieder Hendel (632) Henning Petzold (525)Dr. Winfried Eichler (4.845) Manfred Kuntze (3.456) Monika Wieczorek (2.917) Doris Fuchs (1.088) Eckhard Will (1.027)CSUThomas Schädlich (1.138) - - - -DBD - -Harald Zimmer (1.132) - -DSU -Uwe Kirsten (1.689)Gerd Prochaska (913)Roberto Rink (2.745)Friedrich Georgi (1.097)PDS -Dieter Hirschligau (1.375) -Volker Mieth (547)Reiner Zimmermann (1.275)SPDFranz Hornung (1.871)Heinz Wüst (1.745) Karl-Heinz Olschewski (1.638)Rene Koschorreck (2.549)Dietrich Galle (1.428)Beate Gerbeth (1.852)
Wirtschaft Bedeutende Betriebe waren unter anderen: VEB Robotron-Elektroschaltgeräte Auerbach VEB Falkensteiner Gardinen- und Spitzenwebereien VEB Werkzeugmaschinen Auerbach VEB Suppina Auerbach VEB Filz- und Filtertuche Rodewisch VEB Vogtländische Wachstuchfabrik Treuen VEB Wäscheunion Rodewisch
Verkehr Über die Autobahn Plauen–Karl-Marx-Stadt war der Kreis an das Autobahnnetz der DDR angeschlossen. Dem überregionalen Straßenverkehr dienten außerdem die F 94 von Rodewisch nach Reichenbach und Greiz, die F 169 von Plauen über Auerbach nach Karl-Marx-Stadt sowie die F 173 von Plauen über Treuen nach Zwickau.
Das Kreisgebiet wurde von den Eisenbahnstrecken Zwickau–Falkenstein und Herlasgrün–Auerbach–Falkenstein–Oelsnitz erschlossen.
Bevölkerungsdaten
Bevölkerungsübersicht aller 26 Gemeinden des Kreises Auerbach, die 1990 in das wiedergegründete Bundesland Sachsen kamen.Regionalregister Sachsen
AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha) 3.10.1990 31.12.1990 14013020Altmannsgrün 304 299 551 14013030Auerbach/Vogtl., Stadt 21.311 20.833 1.460 14013040Beerheide 743 731 1.929 14013050Bergen 1.180 1.182 830 14013060Eich/Sa. 597 590 747 14013070Ellefeld 3.329 3.416 455 14013080Falkenstein/Vogtl., Stadt 9.961 9.931 1.696 14013090Grünbach, Höhenluftkurort 1.749 1.741 1.192 14013100Hartmannsgrün 874 873 988 14013110Kottengrün 746 741 562 14013120Neustadt/Vogtl. 1.058 1.049 1.299 14013130Oberlauterbach 437 436 756 14013140Plohn 355 358 446 14013150Rebesgrün 1.487 1.474 535 14013160Reumtengrün 850 846 602 14013170Rodewisch, Stadt 8.042 8.033 1.669 14013180Röthenbach 383 381 457 14013190Rothenkirchen 1.671 1.659 584 14013200Rützengrün 338 343 562 14013210Schnarrtanne 1.244 1.245 1012 14013220Schreiersgrün 828 824 459 14013230Treuen, Stadt 7.236 7.146 1.627 14013240Trieb/Vogtl. 829 825 654 14013250Werda 1.051 1.057 796 14013260Wernesgrün 1.131 1.129 529 14013270Wildenau 565 572 929 14013 Landkreis Auerbach 68.299 67.714 23.326
Kfz-Kennzeichen
Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit dem Buchstabenpaar TC begannen, zugewiesen. Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war XG 00-01 bis XG 40-00.
Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen AE. Es wurde bis zum 31. März 1996 ausgegeben. Seit dem 9. November 2012 ist es im Vogtlandkreis erhältlich.
Einzelnachweise
Auerbach Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Vogtlandkreis) Kategorie:Bezirk Karl-Marx-Stadt Auerbach Landkreis Auerbach