Franco Stella, eigentlich Francesco Stella, (* 24. April 1943 in Thiene, Provinz Vicenza) ist ein italienischer Architekt. Internationale Bekanntheit gewann er durch den Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Sitz des Humboldt-Forums.
Leben mini|Barocke Süd- und moderne Ostfassade des wiederaufgebauten Berliner Schlosses
Francesco Stella wurde am 24. April 1943 in Thiene geboren.Pressemitteilung zur Eröffnung seiner Ausstellung in Rom 1991 (PDF; 350 kB; italienisch) Er schloss 1968 sein Studium an der Architekturhochschule IUAV in Venedig ab. Anfang der 1970er Jahre nahm er dort unter Leitung von Carlo Aymonino an der Lehr- und Forschungstätigkeit der Gruppo Architettura teil. 1973 wurde er Dozent für Architekturgestaltung an der IUAV. Seit 1990 ist er Professor für Architektonisches Entwerfen an der Fakultät für Architektur der Universität Genua. Er führt ein kleines Architekturbüro in Vicenza mit etwa fünf bis acht Mitarbeitern.Berliner Humboldtforum – Der Wettbewerb ist entschieden. In: taz, 28. November 2008 Stella sieht sich als einen Vertreter des klassisch-modernen Rationalismus in einer Tradition, die von Schinkel bis Mies van der Rohe reicht.Einer der bekanntesten Unbekannten. In: Süddeutsche Zeitung, 1. Dezember 2008 Sein Anliegen ist das „Weiterbauen historischer Gebäude“. 1991 gab es eine größere Werkausstellung des Architekten.Nikolaus Bernau: Kälte als Programm. Was der Architekt des Humboldt-Forums Franco Stella von der Baukunst will, offenbart sein Buch. In: Berliner Zeitung, 29. September 2010, S. 25
Am 28. November 2008 gewann er den Architektenwettbewerb für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Sitz des Humboldt-Forums. In der Vorbereitung und geplanten Realisierung arbeitete Stella mit dem Büro Hilmer & Sattler sowie mit dem Büro Gerkan, Marg und Partner zusammen, mit denen entsprechende Vereinbarungen getroffen wurden. im WDR 5 über Frank Stella; abgerufen am 3. Oktober 2010 Stella hatte zuvor bereits an den Wettbewerben für das Bundeskanzleramt und das Auswärtige Amt teilgenommen und saß in der Jury des städtebaulichen Wettbewerbs für die Gestaltung der Spreeinsel. 2015 verlieh ihm seine Geburtsstadt den Thiene-Preis.
Bauten (Auswahl) 1972–1976: Hauptsitz der Firma ESTEL in Thiene (Venetien) 1970er: Mehrere Schulgebäude in Venetien 1990: Villa in Thiene 1990: Rathaus von Maserà di Padova 1998–2002: Zwei Ausstellungshallen der Messe in Padua (zusammen mit Walter A. Noebel) 2013–2020: Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Sitz des Humboldt-Forums
Entwürfe (Auswahl) 1994: Wettbewerbsentwurf für das Berliner Bundeskanzleramt 2006: Erweiterung der Stockholmer Stadtbibliothek Vor 2010: Naumburger Nietzsche-Gedenkstätte
Literatur Francesco Moschini: Franco Stella: Progetti di architettura, 1970–1990. Edizioni Kappa, Rom 1991, ISBN 88-7890-031-1. Valter Balducci: Franco Stella: Progetti per la fiera di Padova. Il Polirafo, Padua 2005. Federico Motta Editore (Hrsg.): Franco Stella. Mailand, 2005. ISBN 88-7179-512-1 (Werkbuch) Franco Stella: Schriften und Entwürfe. In: Franco Stella, Peter Stephan: Franco Stella. DOM Publishers, Berlin 2010, Bd. 1. Peter Stephan: Das Humboldt-Forum als moderner Weiterbau des Berliner Schlosses und als Vollendung der Museumsinsel. In: Franco Stella, Peter Stephan: Franco Stella. DOM Publishers, Berlin 2010, Bd. 2.
Weblinks
francostella.eu
Ausstellung von 1991 mit Entwürfen und Bauten Franco Stellas. Galerie A.A.M. Architettura Arte Moderna (italienisch) (mit Projektliste und Publikationen) Franco Stella bei Europaconcorsi (italienisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Italien) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Genua) Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Mann