Schenklengsfeld ist eine Gemeinde im osthessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Geografie Geografische Lage mini|links|Blick auf den Kernort Schenklengsfeld Die Gemeinde Schenklengsfeld liegt in den Ausläufern der Kuppenrhön zwischen dem Seulingswald im Norden und dem Hessischen Kegelspiel im Süden. Etwa 8 km westnordwestlich liegt Bad Hersfeld und circa 17 km südsüdwestlich Hünfeld (je Luftlinie). Sie befindet sich auf einer fruchtbaren Hochebene. Im Westen fällt das Gelände zur Fulda hin ab und im Osten zum Werratal. Bei Schenklengsfeld verläuft ein Teil der Wasserscheide zwischen diesen beiden Flüssen. In der Nachbargemeinde Eiterfeld entspringt der kleine Fluss Solz, der in Bad Hersfeld in die Fulda mündet. Weiterhin liegt die Quelle des Ransbachs hier, der bei Philippsthal in die Werra fließt.

Der tiefste Punkt der Gemarkung liegt mit in der Solzaue. Der höchste Punkt in der Gemarkung ist der hohe Landecker Berg.

Nachbargemeinden Schenklengsfeld grenzt im Norden an die Stadt Bad Hersfeld und die Gemeinde Friedewald, im Osten an die Gemeinde Hohenroda (alle drei im Landkreis Hersfeld-Rotenburg), im Süden an die Gemeinde Eiterfeld (im Landkreis Fulda) sowie im Westen an die Gemeinde Hauneck (im Landkreis Hersfeld-Rotenburg).

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Schenklengsfeld, Dinkelrode, Erdmannrode, Hilmes, Konrode, Lampertsfeld, Landershausen, Malkomes, Oberlengsfeld, Schenksolz, Unterweisenborn, Wehrshausen, Wippershain und Wüstfeld.

Geschichte mini|Die evangelische Mauritiuskirche

Ortsgeschichte Der Ort Schenklengsfeld wurde um das Jahr 800 als Lengesfeld in Thuringia im Breviarium Lulli des Klosters Hersfeld bekanntermaßen das erste Mal erwähnt und entwickelte sich schnell zu einem Amtsort mit Vogtei, Gericht und Amtmann. Ein Galgen wird noch 1688 erwähnt. Ab 1648 gehörte Schenklengsfeld mit dem gesamten Amt Landeck zur Landgrafschaft Hessen-Kassel und war reformiert-protestantisch. Während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) war Schenklengsfeld Hauptort und Sitz des Friedensgerichts des Kantons Landeck. Danach wurde die Gerichtsfunktion von Justizamt Schenklengsfeld und dann vom Amtsgericht Schenklengsfeld wahrgenommen.

Im Jahre 1455 wurde bei Lengsfeld ein Gesundbrunnen erwähnt. Neben dieser Quelle entsprangen im Jahre 1688 zwei weitere Quellen. Ab dem 23. April 1688 gab es daraufhin für mehrere Jahre einen Badebetrieb mit Brunnenhaus, betreut von dem Badearzt Dr. Bachoff aus Gotha.

Der Ort hatte von 1912 bis 1993 mit der Hersfelder Kreisbahn eine Schienenanbindung nach Bad Hersfeld und ins Werratal nach Heimboldshausen. Das Betriebsgelände der ehemaligen Kreisbahn am alten Bahnhof ist noch vorhanden. Am 11. September 2009 erwarb der Förderverein Werra-Fulda-Bahn e. V. dieses zusammen mit der Teilstrecke nach Heimboldshausen von der Hessischen Landesbahn.

Eingemeindungen Die kleine Gemeinde Lampertsfeld wurde bereits am 1. April 1962 nach Schenklengsfeld eingemeindet. Die Großgemeinde entstand in den Jahren 1971 und 1972 im Zuge der Gebietsreform in Hessen. Bereits am 1. Februar 1971 wurden die Gemeinden Konrode, Oberlengsfeld, Unterweisenborn und Wehrshausen auf freiwilliger Basis eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 folgten die Gemeinden Dinkelrode, Landershausen, Malkomes und Schenksolz. Am 1. August 1972 kamen die Gemeinden Erdmannrode (aus dem Landkreis Hünfeld), Hilmes, Wippershain und Wüstfeld kraft Landesgesetz hinzu. Für alle bei der Gebietsreform eingegliederten Gemeinden sowie für die Kerngemeinde mit Lampertsfeld wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Schenklengsfeld angehört(e):

vor 1648: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck 1648–1806: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Landeck ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Landeck ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis HersfeldVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.Trennung zwischen Justiz (Justizamt Friedewald) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Hersfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Schenklengsfeld 4609 Einwohner. Darunter waren 60 (1,3 %) Ausländer, von denen 39 aus dem EU-Ausland, 12 aus anderen europäischen Ländern und 9 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 2,8 %.) Nach dem Lebensalter waren 768 Einwohner unter 18 Jahren, 1797 zwischen 18 und 49, 1029 zwischen 50 und 64 und 1017 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 1930 Haushalten. Davon waren 452 Singlehaushalte, 541 Paare ohne Kinder und 736 Paare mit Kindern, sowie 173 Alleinerziehende und 28 Wohngemeinschaften. In 144 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 417 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 915 evangelische (= 82,58 %), 5 katholische (= 0,45 %), 18 jüdische (= 16,97 %) Einwohner • 1961: 1475 evangelische (= 89,02 %), 163 katholische (= 9,84 %) Einwohner • 1987: 4087 evangelische (= 88,0 %), 383 katholische (= 8,3 %), 172 sonstige (= 3,7 %) Einwohner • 2011: 3668 evangelische (= 79,6 %), 378 katholische (= 5,2 %), 563 sonstige (= 12,2 %) Einwohner

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Schenklengsfeld erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 BGL Die Bürgerliste36,4828,8753,21242,410———— ZuMIT Zukunft MiteinanderInternetauftritt der Wählerliste „Zukunft Miteinander“34,4823,45———————— 29,3736,3846,81149,51150,51262,714 ——11,63———————— ——————8,12———— ————————38,2927,16 ——————––5,013,51 ————————6,41—— FWG-Wipp. Freie Wählergemeinschaft Wippershain——————————6,62 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 66,1 66,3 63,4 63,2 64,9 65,7 mini|Rathaus Schenklengsfeld

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Schenklengsfeld neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sechs weitere Beigeordnete angehören.Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2024 Andre Wenzel (BL). Er setzte sich am 8. Oktober 2023 im ersten Wahlgang gegen Amtsinhaber Carl Christoph Möller (SPD), der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 78,41 Prozent Wahlbeteiligung mit 70,15 Prozent der Stimmen durch.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Schenklengsfeld 2023

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2024–2030 Andre Wenzel (Die Bürgerliste)Osthessen News, 9. Oktober 2023: Andre Wenzel siegt mit 70,65 Prozent und wird der nächste Bürgermeister: „Wenzel, der sein neues Amt am 1. Mai 2024 antreten wird“ 2018–2024 Carl Christoph Möller (SPD) 2006–2018 Stefan Gensler (CDU) 1976–2006 Horst Hannich (SPD)Osthessen News, 11. Dezember 2005: 29 Stimmen entschieden Bürgermeisterwahl: GENSLER-Sieg mit 51,1 %

Ortsbeirat Für den Ortsteil Schenklengsfeld besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinden Schenklengsfeld und Lampertsfeld) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neuen Mitgliedern. Bei Kommunalwahlen in Hessen 2021 lag die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat bei 58,41 %. Alle Kandidaten gehören der „Gemeinschaftsliste“ an. Der Ortsbeirat wählte Thilo Weimar zum Ortsvorsteher.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Der historische Friedhof mit seinen rund 270 Grabsteinen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert zeigt eine einmalige Begräbniskultur der Region Für die unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmale der Gemeinde siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Schenklengsfeld.

Museen Das Judaica-Museum gibt es seit 1999 in Schenklengsfeld. Es wurde im ehemaligen Lehrerwohnhaus der jüdischen Gemeinde von Schenklengsfeld als Erinnerungs- und Gedenkstätte eingerichtet. Das 1912 von der jüdischen Gemeinde erbaute Wohnhaus wurde von 1996 bis 1999 vom eigens gegründeten Förderkreis Jüdisches Lehrerhaus Schenklengsfeld e. V. komplett saniert und enthält neben zwei Wohnungen in den Obergeschossen im Erdgeschoss einen Seminarraum mit Fachbibliothek und einen Ausstellungsraum mit Exponaten zu Religion und Geschichte der jüdischen Minderheit von Schenklengsfeld. Sie machte 1925 mit 149 Seelen rund 13 % der Bevölkerung aus. Im Ort gab es bis zur Pogromnacht 1938 eine Synagoge, eine jüdische Volksschule und es gibt noch den sehenswerten jüdischen Friedhof. Die letzten Juden verließen im Sommer 1940 den Ort.Informationen zur Synagoge und zur jüdischen Gemeinde auf der Website von Alemannia Judaica, gesehen am 7. April 2014 Die Gemeinde hat insgesamt 22 Holocaust-Opfer zu beklagen, für die im November 1988 ein Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof errichtet wurde.

Bauwerke Burgruine Landeck auf dem Landecker Berg (Anfang des 12. Jahrhunderts durch die Äbte des Klosters in Hersfeld errichtet und im Bauernkrieg zerstört) Mauritiuskirche, evangelische Mutterkirche des Kirchspiels Schenklengsfeld. Turmbau aus dem 12. Jahrhundert und Kirchenschiff von 1736/40. Der barocke Turmhelm wurde 1822 aufgesetzt. Historischer Schenklengsfelder Friedhof und jüdischer Friedhof (Schenklengsfeld hatte bis 1933 eine größere selbstständige jüdische Gemeinde) Bahnstrecke der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn

Naturdenkmäler

mini|Die über 1000 Jahre alte SommerlindeEine über 1000-jährige Linde auf dem ehemaligen Marktplatz. Laut der ARD-Sendung Deutschlands älteste Bäume, die am 23. April 2007 erstmals ausgestrahlt wurde, ist die Linde mit vermuteten 1120 Jahren der älteste Baum in Deutschland.

Regelmäßige Veranstaltungen Wandermarkt der Gemeinden (ehemals Kuppenrhöner Landmarkt) Lindenblütenfest an der Linde (jedes zweite Jahr an einem Wochenende im Juni) Abend unter der Linde (jedes zweite Jahr im Wechsel mit dem Lindenblütenfest) Kirmes in Schenklengsfeld (jedes Jahr Juli/August)