Ferdinand Möllmann (* 2. Januar 1791 in Lüttringhausen; † 20. November 1854 in Iserlohn) war ein deutscher Großhandels-Kaufmann und frühindustrieller Unternehmer.
Leben mini|Abbildung Ferdinand Möllmanns auf einem IBSV-Notgeldschein aus den 1920er-Jahren Sein Vater Johann Heinrich Möllmann war Kaufmann in Lüttringhausen. Auch seine Mutter Anna Hedwig geb. Goldenberg kam aus einer Kaufmannsfamilie.
Möllmann wurde 1807 kaufmännischer Lehrling bei dem Handelshaus Schmidt & Woeste in Iserlohn. Er arbeitete dort ab 1812 als Handelskommis. Zusammen mit seinem Kollegen F. Ballot übernahm er das Handelshaus Schwarz & Hellmann. Dieses wurde 1818 umfirmiert in Ballot & Co., daraus wurde 1823 Ballot, Möllmann & Co. Im selben Jahr heiratete Möllmann Eleonore Overhoff. Diese war eine Tochter des Kaufmanns Johann Stephan Overhoff und dessen Frau Johanna Overhoff geb. Kissing. Mit dieser Heirat hatte sich Möllmann mit der damals wohlhabendsten Familie am Ort verbunden. Der Vater seiner Frau investierte in das Geschäft Möllmanns ebenso wie ein weiterer angeheirateter Verwandter, Johann Hermann Kissing. Kissing und Möllmann gründete das gleichnamige Unternehmen, die 1826 das Handelshaus Ballot, Möllmann & Co. übernahm.
Dieses Unternehmen wurde zu einem der bedeutendsten Kommissionshandelshäuser in Westfalen und weit darüber hinaus im 19. Jahrhundert. Kissing zog sich aus dem Tagesgeschäft bald zurück, so dass Möllmann zunächst allein und später zusammen mit seinem Schwiegersohn Conrad Cornelius Auer (1812–1868) und seinem Sohn Carl Möllmann (1832–1902) führte.
Zunächst konzentrierte sich Möllmann auf Geschäft innerhalb des Deutschen Zollvereins. Er begann allerdings bereits 1830 damit, das Handelsunternehmen auf Italien und Spanien auszudehnen. Der Geschäftsbereich reichte schließlich bis Russland und Lateinamerika. Besonders stark vertreten war Möllmann in Kolumbien. Das ursprüngliche Kerngeschäft verlor nach dem Ersten Weltkrieg an Bedeutung.
mini|hochkant|Kaffeemühle aus den 1950er-Jahren Bereits seit 1826 war Kissing & Möllmann auch direkt mit der industriellen Produktion beschäftigt. Das Unternehmen betrieb in Iserlohn eine bedeutende Bronzewarenfabrik in der gegossene und geprägte Artikel hergestellt wurden. Zunächst wurden Lampen produziert, später konzentrierte sich das Unternehmen auf Kaffeemühlen und Armaturen, diese Produkte stellte es noch bis zu Beginn der 1980er-Jahre her.
Neben dem Betrieb in Iserlohn gründete Möllmann 1827 ein Walzwerk in Bösperde bei Menden. Im Jahr 1843 übernahm er die Mehrheit des Walzwerks Hüstener Gewerkschaft. Das Unternehmen wurde seither von der Zentrale in Iserlohn geleitet. Daneben beteiligte sich Möllmann seit 1841 an der Zeche Frohe Ansicht bei Unna. Auch an der Alaunsiedehütte bei Hagen beteiligte sich Kissing & Möllmann.
Literatur
Weblinks Bestand F 63 Kissing & Möllmann beim Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund
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