mini|hochkant|Steve McQueen (2024) Sir Steve McQueen CBE (* 9. Oktober 1969 in London, England) ist ein britischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Videokünstler. Für seine Arbeit am Film 12 Years a Slave wurde er bei der Oscarverleihung 2014 mit dem Oscar in der Kategorie Bester Film ausgezeichnet.
Leben Er studierte am Chelsea College of Art and Design, am Goldsmiths College in London und an der Tisch School in New York City. 1999 war er Stipendiat des Berliner Künstlerprogramms des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD). 1999 erhielt er für seine Fotografien und Installationen den Turner Prize.
Seine ersten Filme sind experimentell, minimalistisch in Schwarzweiß gedreht und auf den Stummfilm (Buster Keaton) verweisend.
2003 wurde McQueen vom britischen Imperial War Museum zum offiziellen Kriegskünstler für den Irakkrieg ernannt. Nach seinem Aufenthalt im Irak entstand 2006 das Projekt Queen and Country, das die Porträts gefallener britischer Soldaten auf einem Bogen Briefmarken zeigt.
2008 stellte McQueen bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes seinen ersten Spielfilm vor. Hunger beschreibt die letzten sechs Lebenswochen des IRA-Mitglieds Bobby Sands (gespielt von Michael Fassbender), der 1981 nach 66 Tagen beim Hungerstreik in den H-Blocks starb. Dafür erhielt McQueen die Caméra d’Or (Filmpreis für Erstlingswerk). 2009 vertrat Steve McQueen Großbritannien bei der Biennale di Venezia in Venedig.
2011 erhielt er für seinen zweiten Spielfilm Shame eine Einladung in den Wettbewerb der 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Erneut vertraute McQueen auf Michael Fassbender als Hauptdarsteller, der einen von Sexsucht getriebenen Mann in New York spielt, der Besuch von seiner jüngeren Schwester (Carey Mulligan) erhält.Toronto to open with U2 doc; world premieres from Payne, Besson, Pawlikowski. In: Screen International, 27. Juli 2011 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft). mini|Steve McQueen bei der Premiere von 12 Years a Slave beim Toronto International Film Festival (2013) 2013 folgte die auf realen Ereignissen basierende Literaturverfilmung 12 Years a Slave mit Chiwetel Ejiofor als Hauptdarsteller in der Rolle des versklavten Solomon Northup sowie Benedict Cumberbatch und erneut Michael Fassbender, beide jeweils als Plantagenbesitzer. Die Premiere erfolgte auf dem Toronto International Film Festival und brachte McQueen u. a. den Oscar für den besten Film und den Regiepreis des New York Film Critics Circle ein.
Im November 2014 kündigte McQueen als nächstes Filmprojekt eine Biografie des Sängers und Bürgerrechtlers Paul Robeson an.
Mit Widows – Tödliche Witwen brachte er 2018 einen Heist-Thriller mit weiblichen Hauptrollen ins Kino, zu dem er gemeinsam mit Bestseller-Autorin Gillian Flynn auch das Drehbuch schrieb. Der Film mit Viola Davis, Michelle Rodríguez, Elizabeth Debicki und Cynthia Erivo basiert auf der britischen Fernsehserie Widows (2 Staffeln in 1983 und 1985) aus der Feder von Lynda La Plante (Heißer Verdacht). Darauf angesprochen, dass "während des Drehs der Donnerschlag der #MeToo-Bewegung Hollywood erbeben ließ" und sein Film "exakt die Stimmung der Post-#MeToo-Ära" treffe, antwortete McQueen: "Mit dreizehn sah ich im Fernsehen die Serie und konnte mich stark mit diesen Frauen identifizieren, die sich gegen ihr Schicksal wehren. Ich war ein kleiner schwarzer Junge in London. Man könnte annehmen, seitdem hätte sich in Sachen Diskriminierung etwas geändert. Umso glücklicher bin ich, wenn der Film dazu beiträgt, die Veränderungen, die begonnen haben, weiter voranzutreiben."
2020 begann die Ausstrahlung der von McQueen inszenierten Anthologie-Serie Small Axe, die die Filme Lovers Rock, Mangrove, Red, White and Blue, Alex Wheatle und Education umfasst. Aus dem IndieWire Critics Poll 2020 ging McQueen für die Regiearbeit bei Lovers Rock als Zweitplatzierter hervor.Eric Kohn und Christian Blauvelt: 2020 Critics Poll: The Best Films and Performances According to Over 200 Critics From Around the World. In: indiewire.com, 14. Dezember 2020.
2023 kam Occupied City, ein Dokumentarfilm über Amsterdam während der deutschen Besatzung, heraus. Ton und Bild sind hier streng getrennt, die Bilder zeigen das Amsterdam der Gegenwart, insbesondere in der Coronazeit, der Ton erzählt nüchtern von der Verfolgung der Jüdinnen und Juden und vom Widerstand gegen die Deutschen.vgl. die Seite des Zeughauskino Berlin https://www.dhm.de/zeughauskino/vorfuehrung/occupied-city-13277/ (abgerufen am 15. September 2025)
McQueen fünfter Kinofilm Blitz mit Saoirse Ronan in der Hauptrolle soll im Oktober 2024 beim London Film Festival seine Premiere feiern, wo er als Eröffnungsfilm gezeigt wird.Phil de Semlyen: The London Film Festival’s opening has just been announced – and it’s a gem. In: timeout.com, 1. Juli 2024.
Steve McQueen ist mit der niederländischen Filmemacherin, Drehbuchautorin und Produzentin Bianca Stigter (* 26. Mai 1964 in Amsterdam) verheiratet, einer Tochter des Dichters K. Schippers.
2024 wurde er mit dem Rolf-Schock-Preis ausgezeichnet.Rolf-Schock-Preis 2024
Ausstellungen 1995: Musée National d’Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris 1997: Teilnahme an der documenta X, Kassel 1997: Teilnahme an der Johannesburg Biennale 2, Johannesburg 1997: Ausstellung im Van Abbemuseum in Eindhoven, Niederlande 2000: 22.1.-5.3. Barrage, daadgalerie Berlin 2002: Teilnahme an der documenta11, Kassel 2011: 54. Biennale di Venezia, Englischer Pavillon 2013: Ausstellung im Schaulager, Münchenstein bei BaselDie Leinwände, die nichts bedeuten in Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 23. Juni 2013, Seite 44 2015: 56. Biennale di Venezia, Videoinstallation "Ashes"
Filmografie 2008: Hunger 2011: Shame 2013: 12 Years a Slave 2018: Widows – Tödliche Witwen (Widows) 2020: Small Axe (Filmreihe, 5 Episoden) Lovers Rock Mangrove Red, White and Blue Alex Wheatle Education 2023: Grenfell (Kurzfilm) 2023: Occupied City (Dokumentarfilm) 2024: Blitz
Auszeichnungen mini|Steve McQueen mit dem Oscar für den Besten Film für 12 Years a Slave B3 BEN Award
2019: Most Influential Moving Image Artist
Academy Award 2014: Bester Film für 12 Years a Slave Nominierungen: 2014: Beste Regie in 12 Years a Slave
Golden Globe Award Nominierungen: 2014: Beste Regie in 12 Years a Slave
British Academy Film Award 2014: Bester Film für 12 Years a Slave 2009: Beste Nachwuchsleistung für Hunger Nominierungen: 2014: Beste Regie in 12 Years a Slave 2012: Bester britischer Film für Shame 2009: Bester britischer Film für Hunger
British Academy of Film and Television Arts Award 2021: Nominierung für die Beste Regie – Fiction bei der Small-Axe-Filmreihe 2021: Nominierung in der Kategorie Writer – Drama bei der Small-Axe-Filmreihe 2021: Nominierung als Beste Mini-Serie (Small-Axe-Filmreihe) 2021: Nominierung für den Besten Schnitt – Fiction (Small-Axe-Filmreihe)Naman Ramachandran: 'Small Axe', 'The Crown' Lead BAFTA TV and Craft Awards Nominations. In: Variety, 27. April 2021.
British Independent Film Award 2023: Nominierung als Bester Dokumentarfilm (Occupied City)
Berliner Künstlerprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)
1999: Stipendium in Berlin Erasmuspreis 2026
Weblinks
Hanno Rauterberg: Ein stiller Wirbelmeister, Beitrag zur Videoarbeit, in: Zeit Online, 6. Februar 2003, abgerufen am 9. September 2019. Cristina Nord: Filme über Körper in Knästen, Artikel über Steve McQueen, in: taz.de, 17. Mai 2008, abgerufen am 9. September 2019. Steve McQueen auf Art Fund Marion Löhndorf: Steve McQueen: Wo der Schmerz ist In: epd Film, 27. November 2018, abgerufen am 9. September 2019. Catherine Shoard: Interview - Steve McQueen: ’I experience racism every day‘ In: The Guardian, 20. Dezember 2018, abgerufen am 9. September 2019 (englisch).
Einzelnachweise
Kategorie:Künstler (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Commander des Order of the British Empire Kategorie:Knight Bachelor Kategorie:Fotograf (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Oscarpreisträger Kategorie:Träger des Europäischen Filmpreises Kategorie:Träger des Erasmuspreises Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Engländer Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1969 Kategorie:Mann