mini|hochkant=1.3|Goethedenkmal Wien Das Goethedenkmal in der Goethegasse im 1. Bezirk von Wien erinnert an den deutschen Nationaldichter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832). Es wurde im Jahr 1900 vom Bildhauer Edmund Hellmer im Stil des Neobarock errichtet.

Geschichte Für den Entwurf des Denkmals wurde 1889 ein Wettbewerb ausgeschrieben, doch wurde von der Kommission keine endgültige Entscheidung getroffen. Viktor Tilgner und Edmund von Hellmer, deren Entwürfe den größten Anklang fanden, wurden gebeten, neue Entwürfe einzureichen. Nachdem Tilgners Entwurf jedoch nicht den vorgeschriebenen Proportionen entsprach, wurde er „aus technischen Gründen“ ausgeschlossen, wodurch der Auftrag an Edmund von Hellmer ging.

Das Goethedenkmal wurde auf Kosten des Wiener Goethe-Vereins errichtet, den der Goetheforscher Karl Julius Schröer am 4. Jänner 1878 gründete.Claudia Kuntner: Die Entstehung des Wiener Goethe-Denkmals an der Ringstraße. Diplomarbeit, Wien 2012 (Online) Das Modell war 1895 fertiggestellt und der Guss erfolgte anschließend in der Berndorfer Metallwarenfabrik. Die feierliche Enthüllung fand am 15. Dezember 1900 statt.

Beschreibung Der Dichter ist in einem bronzenen Prunksessel sitzend dargestellt, der auf einem vorn nach außen gewölbten dreistufigen Postament aus italienischem Granit steht. Dieses Postament wurde wiederum auf einem weit ausladenden, flachen, dreistufigen Podest errichtet. Das Denkmal ist insgesamt 5,55 m hoch, wobei der Sockel 2,62 m und die Dichterfigur mit Stuhl 2,93 m ausmachen.

Der Granit des Sockels ist aufgrund seines hohen Urangehalts radioaktiv. Die Strahlungsbelastung in unmittelbarer Nähe beträgt etwa das Vierfache der Hintergrundstrahlung in der Umgebung.Joseph Braunbeck: Der strahlende Doppeladler. Nukleares aus Österreich-Ungarn. Leykam, Wien 1996, ISBN 3-7011-7333-8, S. 33 Rückseitig des Monumentes wurde eine von Karl Julius Schröer geforderte kleine halbkreisförmige Grünfläche mit drei Bäumen angelegt, so dass die Sitzfigur einen grünen Hintergrund bekam.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Ringstraße befindet sich auf dem Schillerplatz das bereits 1876 errichtete Schillerdenkmal.

Siehe auch Liste der Goethedenkmäler

Literatur Matthias Settele: Denkmal. Wiener Stadtgeschichten. Deuticke, Wien 1995, ISBN 3-216-30196-6

Weblinks

Edmund von Hellmer, Wiener Goethe-Denkmal

Einzelnachweise

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