mini|Urs Lüthis Selbstporträt von 2010, heute in der Parkanlage vom Kulturdenkmal Hermannshof in Völksen
Urs Lüthi (* 10. September 1947 in Kriens im Kanton Luzern) ist ein Schweizer Künstler, Maler, Video-, Performance- und Installationskünstler.
Leben und Werk Lüthi besuchte von 1963 bis 1964 die Kunstgewerbeschule in Zürich. Anschließend arbeitete er als Grafiker und freier Künstler. 1966 hatte er in der Berner Galerie Beat Mäder eine erste Ausstellung mit malerischen Arbeiten unter dem Einfluss der Pop Art mit dem Titel Pinksize. 1969 wandte er sich der Fotografie zu und hatte 1970 mit einer Ausstellung androgyn inszenierter Selbstbildnisse in der Berner Galerie Toni Gerber erste Erfolge. Auf den Fotografien zeigte er sich „… mal als weiblicher Vamp, mal mit Federboa, mal mit Schlangenleder-Sakko, der mit Tränen in den Augen den Betrachter anschaut.“Peter Pfrunder unter anderem: Photo suisse, Springer, 2004, ISBN 978-3-03778-036-7 Im gleichen Jahr war er auf Jean-Christophe Ammanns Ausstellung Visualisierte Denkprozesse im Kunstmuseum Luzern vertreten. Er präsentierte – an den Wänden hängend und in Vitrinen aufbewahrt – Kleidungsstücke aus seinem Schrank, seinen Schmuck, seine Schlüssel, seinen Personalausweis, sowie auf einem Postkartenständer Fotos aus den Serien Sketches und Autoportraits. 1977 verbrachte er ein Jahr in den USA.
1979 erscheint eine Studie des französischen Philosophen Philippe Lacoue-Labarthe über Lüthis Fotoserie 'Just another story about leaving'Reprint 1979 AQ-Verlag. ISBN 978-3-922441-10-6, mit einem Essay von Bernd Mattheus aus dem Jahr 1974Originaltitel: Portrait de l'artiste, en général. Deutsche Übersetzung: Künstlerporträt, allgemein, AQ-Verlag, 1980, ISBN 978-3-922441-15-1.
1980 fand er in großformatigen Acrylbildern eine eigene Bildsprache und wandte sich Ende der 1980er Jahre Kunstinstallationen zu. Ab 1994 hatte er eine Professur an der Kunsthochschule Kassel inne. Auf der Biennale Venedig 2001 verwandelte er den Schweizer Pavillon mit den Arbeiten „Trademarks, Low action, Game II, Run for your life …“ in einen Installationsraum und präsentierte sich mit einer ironischen Selbstdarstellung in der Mitte des Raums liegend, lächelnd im Jogginganzug, mit Turnschuhen und Sonnenbrille.
Seine Werke sind in zahlreichen Museumssammlungen vertreten, zum Beispiel in der Hamburger Kunsthalle, dem Kunstmuseum Bern und dem Centre Pompidou – Musée National d’Art Moderne, Paris. mini|Urs Lüthis „Selbstporträt als Franz Kafka“ von 2015, Passerpromenade, Meran 2009 erhielt Lüthi den Arnold-Bode-Preis der documenta-Stadt Kassel. Er gehörte 2015 zusammen mit den Bildhauern Aron Demetz und Stephan Balkenhol zu den ersten drei Teilnehmern der Meraner Kunstinitiative MenschenBilder - Figure Umane. Lüthis Beitrag bestand in einem Selbstportrait als Franz Kafka, während er die Novelle "Die Verwandlung" schrieb. 2010 wurde er mit dem Kunst- und Kulturpreis der Stadt Luzern ausgezeichnet.
Lüthi ist seit 1986 mit der Schauspielerin Ulrike Willenbacher verheiratet, 1989 wurde die Tochter Maria geboren. Er lebt und arbeitet in Kassel und München.
Ausstellungen 1966: Galerie Beat Mäder, Bern; Galerie Palette, Zürich (auch 1969, 1972, 1975) 1970: Galerie Toni Gerber, Bern; Kunstmuseum Luzern, Visualisierte Denkprozesse 1974: Galerie Stähli, Zürich (auch 1975, 1976, 1979, 1981, 1984) 1974: Kunstmuseum Luzern, Transformer (1975 auch Kunstmuseum Bochum) 1974: Galerie Stadler, Paris, Just another story about leaving (auch 1985) 1975: Neue Galerie Graz, Arbeiten 1970–1975 1976: Kunsthalle Bern 1977: Documenta 6, Kassel 1978: Museum Folkwang, Essen 1981: Westkunst, Köln 1981: Kunstmuseum Bern, Bilder 1977–1980 (auch Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, Graz) 1986: Kunsthalle Basel 1986: Kunstmuseum Winterthur, Urs Lüthi: Sehn-Sucht 1987: Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen: Fata Morgana 1991: Kunsthaus Glarus 1995: Museum Wiesbaden 2000: Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, Urs Lüthi - Run for your life. Aus der Serie Placebos & Surrogates 2005: Centre Georges Pompidou, Paris, BIG BANG 2007: Kunstmuseum Wolfsburg, Swiss Made 1 – Präzision und Wahnsinn 2009: Kunstmuseum Luzern, Urs Lüthi. Art is the better life 2017: Museum im Bellpark, Kriens, Urs Lüthi | Heimspiel
Weblinks
Offizielle Internetseite des Künstlers
Internetseite der Art Directory GmbH über Urs Lüthi
Einzelnachweise
Kategorie:Konzeptkünstler (Schweiz) Kategorie:Installationskünstler (Schweiz) Kategorie:Maler (Schweiz) Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (21. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (Schweiz) Kategorie:Fotograf (Kassel) Kategorie:Fotograf (München) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Mann