mini|Blick in Richtung Osten über die Osnabrücker Innenstadt mini|Blick auf den Süden der Stadt mit der 103 m hohen Katharinenkirche mini|Osnabrücker Rathaus
Osnabrück (, westfälisch Ossenbrügge, in der Osnabrücker Mundart [ˌʔɔsn̩ˈbrʏɣə]; latinisiert Osnabruga) ist eine Großstadt in Niedersachsen und Sitz des Landkreises Osnabrück. Die kreisfreie Stadt ist ein Oberzentrum Niedersachsens und Mittelpunkt des Osnabrücker Landes.Osnabrück: Lebendiges Zentrum im Osnabrücker Land. In: osnabruecker-land.de. Mit rund 166.000 Einwohnern ist sie nach Hannover, Braunschweig und Oldenburg die viertgrößte Stadt Niedersachsens. Die ca. 28.000 Studenten von Universität und Hochschule machen etwa 17 % der Gesamtbevölkerung aus.Stadtporträt: Osnabrück stellt sich vor
Die Stadt entstand im Frühmittelalter um den Bischofssitz des 780 gegründeten Bistums Osnabrück, der an einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen lag. Im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit war Osnabrück Hansestadt, genauer eine Prinzipalstadt des westfälischen Quartiers der Hanse. Bekannt wurde Osnabrück, gemeinsam mit dem ca. 50 km entfernten Münster, auch als Ort der Aushandlung und Unterzeichnung des Westfälischen Friedens von 1648.Friedenskultur in Osnabrück: Friedensschluss von 1648 Laut eigener Aussage gilt in Osnabrück noch heute im Rahmen des Friedensgedankens der Leitsatz „Frieden als Aufgabe – dem Frieden verpflichtet“, der das kulturelle und politische Leben in der Stadt bestimme.Osnabrück – Die Friedensstadt Dies soll auch der Slogan Osnabrück – Die Friedensstadt verdeutlichen, der z. B. im Corporate Design der Stadt Osnabrück verwendet wird.
Osnabrück liegt im Schnittpunkt wichtiger europäischer Wirtschaftsachsen. Dadurch entwickelte sich die Stadt zu einem Logistikzentrum. Zudem hat sich eine bedeutende Auto-, Metall- und Papierindustrie angesiedelt.Städtereport Osnabrück (PDF; 6 Seiten)
Im Jahr 2025 stand Osnabrück auf Platz 50 der größten Städte Deutschlands.
Geografie Geografische Lage Die Stadt liegt im südwestlichen Niedersachsen an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, in das Osnabrück mit dem teilweise umgebenden Landkreis Osnabrück hineinreicht. Dieser Teil Niedersachsens wird an drei Seiten von Nordrhein-Westfalen umschlossen, wobei Osnabrück nur an seiner Westseite direkt an Nordrhein-Westfalen grenzt. Osnabrück und der Landkreis Osnabrück bilden zusammen die Region Osnabrücker Land, diese ist aus dem historischen Hochstift Osnabrück entsprungen. Zur benachbarten westfälischen Region des Tecklenburger Landes besteht eine enge Beziehung sowohl wegen der Nähe als auch in historischem Zusammenhang. So ist Osnabrück das wichtigste Oberzentrum für das Osnabrücker und Tecklenburger Land und für weitere Bereiche im Umfeld.
Osnabrück liegt im Schnittpunkt wichtiger europäischer Wirtschaftsachsen in Nord-Süd- und Ost-Westrelation. Sie werden im Autobahnnetz und im Schienennetz sichtbar. Durch die Verkehrserschließung entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Logistikzentrum im nordwesteuropäischen Raum.
Benachbarte Großstädte sind im Uhrzeigersinn von Norden Oldenburg, Bremen, Hannover, Bielefeld, Dortmund, Münster und Enschede (Niederlande).
Teile der Stadt gehören zum Natur- und Geopark TERRA.vita, der sie fast vollständig umschließt. Das Osnabrücker Hügelland, das im Norden durch das Wiehengebirge und im Süden durch den Teutoburger Wald begrenzt wird, prägt mit seinen Ausläufern die Stadt unmittelbar, da sich dort viele Erhebungen befinden. Die höchste ist der Piesberg mit 188 Metern, der für seinen ehemaligen Steinkohleabbau und das Industriemuseum bekannt ist. Die Höhenlage am Neumarkt (Innenstadt) beträgt 64 m über Normalnull, der tiefste Punkt liegt am Fluss Hase in Pye bei 54 Metern über dem Meeresspiegel. Die Stadtgrenze ist 79,5 km lang.Geographische Lage Osnabrücks (PDF; 29 kB)
Allgemeiner liegt Osnabrück im Niedersächsischen Bergland, das sich von der Norddeutschen Tiefebene abgrenzt. Sie beginnt nördlich des Wiehengebirges mit der Dümmer-Geestniederung. Das Osnabrücker Nordland ist geprägt von Endmoränen und ausgedehnten Moorlandschaften sowie Geest. Südlich des Teutoburger Waldes befindet sich ebenfalls ein Teil der Norddeutschen Tiefebene, die Westfälische Bucht.
Stadtgliederung Das Osnabrücker Stadtgebiet erstreckt sich über 119,8 km². Offiziell leben in Osnabrück 166.257 Menschen, was einer Bevölkerungsdichte von 1.386 Einwohnern pro km² entspricht.
Das Stadtgebiet Osnabrücks ist in 23 Stadtteile unterteilt, die fortlaufend nummeriert sind. Ihre Namen entspringen meist historisch überlieferten Bezeichnungen oder der geographischen Lage. Teilweise wurden auch mehrere frühere Ortschaften zu einem Stadtteil vereinigt. Jeder Stadtteil gliedert sich weiter in Statistische Bezirke, von denen jeder mit einer dreistelligen Nummer bezeichnet wird.Stadt Osnabrück: Größe der Stadtteile und Statistischen Bezirke (PDF, 14 kB) (PDF) wfo.de, abgerufen am 16. Januar 2021. Eine noch kleinräumigere Gliederung besteht mit der statistischen Unterteilung in Baublöcke.
mini|Osnabrücker Stadtteile mit amtlichen Nummern
Die 23 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern (Stand: 31. Dezember 2017): Stadtteil- nummer Stadtteilname Fläche (km²) Einwohner EW/km² 1 Innenstadt 1,71 9.561 5.590 2 Weststadt 3,18 9.626 3.030 3 Westerberg 4,93 10.108 2.050 4 Eversburg 2,98 8.578 2.880 5 Hafen 4,06 2.678 660 6 Sonnenhügel 3,19 9.371 2.950 7 Haste 7,95 6.757 850 8 Dodesheide 4,49 10.108 2.260 9 Gartlage 1,44 3.729 2.590 10 Schinkel 2,33 14.410 6.180 11 Widukindland 2,76 4.965 1.810 12 Schinkel-Ost 2,92 3.536 1.220 13 Fledder 3,75 2.594 690 14 Schölerberg 3,64 14.672 4.030 15 Kalkhügel 3,02 6.298 2.090 16 Wüste 2,73 14.934 5.470 17 Sutthausen 4,42 4.701 1.060 18 Hellern 12,14 7.034 580 19 Atter 10,67 4.306 400 20 Pye 7,51 2.975 400 21 Darum/Gretesch/Lüstringen 14,34 8.114 570 22 Voxtrup 10,91 7.183 660 23 Nahne 4,75 2.268 480 Gesamt 119,80 164.374 1.410
Die einzelnen Stadtteile haben im Laufe der Zeit einen eigenen Charakter entwickelt. Während sich beispielsweise in der Innenstadt, dem Hafen und im Fledder primär der Einzelhandel, Gewerbe und Industrie angesiedelt haben, stellen Hellern oder das Widukindland klassische Wohngebiete mit großem Anteil an Ein-Familien-Haushalten dar. Westlich der Innenstadt ist das Wohngebiet dichter besiedelt und von Altbauten und Mietwohnungen geprägt. Während sich im Bereich Westerberg eine bürgerliche Klientel angesiedelt hat, bewohnen die Wüste und die Weststadt Studenten sowie jüngere Familien und Einzelhaushalte. An den Stadtgrenzen hingegen ist das Gebiet teilweise ländlich geprägt, Schinkel und Schinkel-Ost sowie Eversburg wurden durch ihre Geschichte als Arbeiterviertel beeinflusst.
Geografischer Mittelpunkt der Stadt mini|Der geografische Mittelpunkt der Stadt am Herrenteichswall
Der geografische Mittelpunkt der Stadt liegt auf dem Breitengrad 52°16′39″ Nord, Längengrad 8°02′51″ Ost. An der Stelle auf dem Herrenteichswall wurde 2016 eine rote Kugel auf einem Betonsockel errichtet. Direkt neben dem Punkt verläuft die Hase mit dem Haseuferweg. Am Mittelpunkt überquert der Conrad-Bäumer-Weg die Hase und führt zum nahen Gymnasium Carolinum und dem Osnabrücker Dom. An der Brücke weist eine Tafel auf den Mittelpunkt hin.
Flächennutzung Die 119,80 km² große Stadt Osnabrück teilt sich in folgende Flächennutzungen auf (Stand 31. Dezember 2016):Katasterfläche nach Nutzungsarten. Landesamtes für Statistik Niedersachsen Nutzungsart Fläche in km² Bodenfläche insgesamt 119,80 Siedlungsfläche 45,30 Verkehrsfläche 14,63 Landwirtschaft 37,29 Wald 19,14 Unland 0,3 Gewässerfläche 1,80
Nachbargemeinden Osnabrück befindet sich an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Der Großteil der Nachbargemeinden befindet sich im niedersächsischen Landkreis Osnabrück, die Gemeinde Lotte liegt im nordrhein-westfälischen Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt). Osnabrück weist als Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum einen relativ hohen Pendlersaldo auf; über 59 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln zur Arbeit in die Stadt.Das Städteranking 2012 – Niveauranking, sortiert nach Pendlersaldo Der Ballungsraum Osnabrück hat rund 281.000 Einwohner.Deutschland: Agglomerationen
Entfernungsangaben beziehen sich auf die Luftlinie von Ortsmittelpunkt zu Ortsmittelpunkt.
Oberflächengewässer und Feuchtgebiete Fließgewässer mini|Die Hase an der Vitischanze
Das Hauptgewässer in Osnabrück ist die Hase samt den Nebenflüssen Belmer Bach, Nette und Düte. Die Hase ist nach wasserwirtschaftlicher Bedeutung ein Gewässer 2. Ordnung und innerhalb Osnabrücks nicht schiffbar. Sie erreicht Osnabrück von Osten aus Richtung Melle in Voxtrup. Im Bereich Fledder mündet der rechte Nebenfluss Belmer Bach in die Hase, der vom namensgebenden Belm kommt. Kurz darauf spaltet sich die Hase für rund zwei Kilometer in zwei getrennte Flussarme, die Klöckner Hase und die Neue Hase. Diese bilden somit praktisch eine Insel, auf der bis 1989 das Stahlwerk Osnabrück stand und heute das Gewerbegebiet Hasepark liegt. Nachdem die Innenstadt durchflossen ist, nimmt sie im Stadtteil Hafen den rechten Nebenfluss Nette auf. Die im Osnabrücker Bergland entspringende Nette fließt aus nordöstlicher Richtung durch den Stadtteil Haste, ehe sie nach Unterdükerung des Stichkanals bei den Papierwerken Kämmerer in die Hase mündet. Danach fließt die Hase weiter bis zur nordwestlichen Stadtgrenze bei Eversburg. Bezugnehmend auf den Fluss wird die Stadt Osnabrück auch gelegentlich als Hasestadt bezeichnet.
Die Düte fließt aus südlicher Richtung durch die Stadtteile Sutthausen, Hellern und Atter, um hier nach der Dütebrücke am Attersee das Osnabrücker Stadtgebiet zu verlassen und das benachbarte Lotte zu erreichen. Weiter nördlich mündet sie zwischen Wallenhorst und Wersen in die Hase.
Starke Regenfälle durch das Tief Cathleen führten im August 2010 zu erhöhten Wasserständen der Fließgewässer Osnabrücks. In einigen Stadtteilen und den angrenzenden Gemeinden kam es zu Überschwemmungen, was die Ausrufung des Katastrophenalarms zur Folge hatte.
Seen mini|Blick über den Rubbenbruchsee
Die beiden größten Seen Osnabrücks sind der Rubbenbruchsee und der Attersee. Während der Rubbenbruchsee vorwiegend von Spaziergängern und Joggern zur Naherholung genutzt wird, bietet der Attersee ein ausgeprägtes Camping- und Freizeitgelände und ist der einzige Badesee im Stadtgebiet. Beide sind künstlich geschaffene Baggerseen.
Kleinere Stillgewässer finden sich im gesamten Stadtgebiet, Beispiele sind der Pappel- und der Wüstensee im Stadtteil Wüste. Oft erfüllen sie die Funktion eines Regenrückhaltebeckens.
Wasserstraßen Im Flusstal der Hase verläuft parallel zu ihr der Stichkanal Osnabrück, eine 14,5 km lange künstliche Bundeswasserstraße, die den Mittellandkanal bei Bramsche mit dem Hafen im gleichnamigen Stadtteil von Osnabrück verbindet. Der eigentliche Kanal als Bundeswasserstraße ist 13,0 km lang und endet im oberen Vorhafen der Schleuse Haste, die verbleibende Reststrecke wird zum Stadthafen Osnabrück gezählt. Weiter nördlich am Kanal befinden sich der Ölhafen sowie der Piesberger Hafen.
Feuchtgebiete Die Stadt Osnabrück verfügt über mehrere Feuchtgebiete und feuchtgeprägte Landschaftsräume, die überwiegend als Naturschutzgebiete, gesetzlich geschützte Biotope oder Bestandteil von FFH-Gebieten gesichert sind. Zu den wichtigsten Feuchtlebensräumen zählen Flussauen, Feuchtwiesen, Kleingewässer sowie moorartige Bereiche. Besonders bedeutend sind die Niederungen der Hase und der Düte mit ihren auentypischen Strukturen.
Ein bedeutendes Feuchtgebiet im Stadtgebiet ist die „Aue der Düte mit Nebengewässern“. Das Gebiet umfasst naturnahe Abschnitte der Düte sowie angrenzende Feuchtwiesen, Kleingewässer und Auwälder. Die Düte durchfließt die Stadtteile Sutthausen, Hellern und Atter. Das Gebiet ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und dient dem Schutz auentypischer Lebensräume und Arten.