Der Tag, an dem die Erde stillstand (Originaltitel: The Day the Earth Stood Still) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film des Regisseurs Scott Derrickson aus dem Jahr 2008. Es handelt sich um eine Neuverfilmung des gleichnamigen Films Der Tag, an dem die Erde stillstand aus dem Jahr 1951. Beide Filme basieren auf der Erzählung „Abschied vom Herrn“ (Originaltitel: Farewell to the Master) von Harry Bates.Internet Movie Database: Hintergrundinformationen

Handlung Im Jahr 1928 sieht ein Bergsteiger, der am Abend während eines Schneesturms sein Camp einrichtet, plötzlich ein helles Licht am Himmel, welches sich schnell seinem Aufenthaltsort nähert. Er sieht auf einem Plateau eine hell leuchtende, rund zwei Meter große rotierende Sphäre. Als er sie berührt, erleidet er einen Schlag und fällt in Ohnmacht. Als er wieder aufwacht, ist die Kugel verschwunden und auf seiner Hand ist ein kreisförmiges Mal zu sehen. Erst später im Film wird deutlich, dass sich Außerirdische auf diesem Weg DNS der Menschen besorgt haben.

Die Astrobiologin Dr. Helen Benson wird in der Gegenwart aus ihrem Alltag gerissen, als eine Sondereinheit der Regierung sie von ihrem Haus abholt und zu einer Militärbasis bringt. Ein Objekt bewegt sich mit einem Zehntel der Lichtgeschwindigkeit auf die Erde zu, eine Katastrophe steht offenbar bevor. Doch es schlägt kein Asteroid ein, sondern es landet eine riesige Kugel im New Yorker Central Park, aus der der Außerirdische Klaatu und ein riesiger Androide, von den Militärs als „Genetisch organisierte Roboter-Technologie“, kurz GoRT, bezeichnet, aussteigen. Ein nervöser Soldat der angerückten Militäreinheiten schießt unvermittelt auf Klaatu. Dies aktiviert GoRT, der sofort herbei eilt. Bevor er aber seinerseits die Soldaten bekämpfen kann, stoppt Klaatu ihn mit den Worten Klaatu barada nikto, bevor er das Bewusstsein verliert. Um Klaatus Leben zu retten, bringt man ihn zur Operation in die Krankenstation der Militärbasis. Aus seinem fremdartigen Außengewebe und einer Plazenta-Struktur schält sich dabei sein menschlicher Körper (mit dem Antlitz des Bergsteigers aus dem 20. Jahrhundert) heraus, der über die DNS dreier Lebensformen verfügt. Er ist ein Vertreter mehrerer außerirdischer Kulturen, deren Vorhaben es ist, „die Erde zu retten“. Helen Benson glaubt, dass damit in erster Linie die Menschen gemeint sind.

Klaatu, der in dieser Angelegenheit vor den Vereinten Nationen sprechen möchte, wird in einer US-amerikanischen Militärbasis gefangen gehalten. Als Verteidigungsministerin Jackson Klaatu sagt, dass sie ihre Erde schützen will, macht ihr Klaatu unmissverständlich klar, dass diese Erde nicht den Menschen gehört. Sie will deshalb mit Hilfe eines Wahrheitsserums seine Absichten in Erfahrung bringen. Die anwesenden Wissenschaftler verweigern sich jedoch, nur Helen Benson stimmt zu, ihm ein solches Präparat zu injizieren. Ihr gelingt es jedoch, ihm unbemerkt von den übrigen Personen lediglich eine harmlose Kochsalzlösung zu spritzen. Klaatu wird daraufhin an einen Lügendetektor angeschlossen und wiederholt dort seine Mission.

Mit Hilfe von Helen Benson und seinen überlegenen Fähigkeiten um zum Beispiel elektronische Geräte zu manipulieren gelingt Klaatu die Flucht aus der militärischen Anlage. Helen wird zwar von Klaatu getrennt, findet ihn aber wieder. Er macht nun nach der Verteidigungsministerin auch Helen klar, dass die Menschheit gegen ihn keine Chance hat.

Er trifft sich mit Wu, einem anderen seiner Art, der seit 70 Jahren unter den Menschen lebt und die Erfahrung gemacht hat, dass die Menschheit einerseits untereinander sowie mit der Erde zerstörerisch umgehe, andererseits jedoch auch positive und liebenswerte Eigenschaften habe. Hier erfährt nun Helen Benson die wahre Mission von Klaatu: Es geht um die Rettung der Erde, aber nicht um die Rettung der Menschen. Im Gegenteil, Klaatu soll die Erde von den Menschen befreien, da diese die Erde und sich selbst zerstören, was die Vernichtung der Menschheit bedeutet. Die Entscheidung der außerirdischen Spezies, die Menschheit zu vernichten, scheint jedoch bereits unausweichlich festzustehen. Nur der von den Menschen bedrohte Planet soll – wegen seiner äußerst seltenen Fähigkeit, komplexes Leben zu ermöglichen – überleben können.

Helen Benson, die Klaatu mit ihrem aufmüpfigen Stiefsohn Jacob auf der Flucht vor Polizei und Sondereinheiten begleitet, versucht Klaatu nun mit Hilfe des Nobelpreisträgers Barnhardt zu überzeugen, dass sich die Menschheit ändern kann und sie es wert ist, gerettet zu werden. Barnhardt erfährt in Gesprächen mit Klaatu, dass auch Klaatus Spezies sich erst geändert hat, als ihre Sonne in seinem Planetensystem zu explodieren drohte – seine Spezies also ebenfalls kurz vor dem Abgrund stand, wie es nun die Menschheit sei. Doch zunächst wird die Mission der Außerirdischen weiterverfolgt. Weitere Sphären auf dem gesamten Planeten bringen die Fauna in einer Art Arche Noah in Sicherheit. Alle Versuche des Militärs GoRT zu bekämpfen erweisen sich als völlig nutzlos und töten nur die Angreifer.

Der Roboter GoRT wurde derweil in ein unterirdisches Labor gebracht. Alle Versuche, auch nur seine Hülle aufzubrechen, misslingen. Er widersteht allen Versuchen des Militärs, ohne eine Schramme abzubekommen. Stattdessen verwandelt er sich plötzlich in Myriaden selbstreproduzierender Nanoroboter, die Naniten, die sich wie Insektenschwärme verhalten und aus dem Labor ausbrechen. Das Militär versucht dies durch massiven Waffeneinsatz zu verhindern, scheitert aber erneut und wird selber vernichtet. Die Nanoroboter überziehen das gesamte Land und beginnen damit, Menschen sowie von Menschen geschaffene Objekte und Materialien zu verschlingen.

Auch Verteidigungsministerin Jackson muss nun erkennen, dass der Planet vor den Menschen gerettet werden soll und sie nicht die Spur einer Chance hat, dies zu verhindern.

Jacob Benson hegt eine große Antipathie gegen Klaatu. Im Fernsehen sieht er eine von der Regierung fingierte Meldung, in der behauptet wird, bei Klaatu handele es sich um einen entflohenen Sträfling. Daraufhin verrät er der Polizei dessen Aufenthaltsort. Jacob wird von seiner Stiefmutter getrennt, als Hubschrauber der Regierung bei ihrem Versteck auftauchen und Helen Benson gegen ihren Willen zurück zur Verteidigungsministerin gebracht wird. Diese gibt Helen jedoch wieder frei, da sie verstanden hat, dass sie Klaatu nicht bekämpfen kann und nur Helen ihn umstimmen könnte. Sie gehorcht zwar immer noch ihrem Präsidenten, stellt aber Helen ihre Ressourcen zur Verfügung, um Klaatu ohne ihre Kontrolle wieder zu finden.

Im Wald umherirrend trifft Jacob jedoch wieder auf Klaatu. Er ist verwirrt, da gerade seine Mutter von den von ihm zu Hilfe gerufenem Militär (er glaubt noch der Propaganda im Fernsehen vom entflohenen Sträfling und hat die Polizei informiert) entführt wurde. Als Klaatu ihn vor dem Sturz von einer Brücke bewahrt, ändert sich Jacobs Bild von dem Außerirdischen. Klaatu, Jacob und Helen Benson verabreden telefonisch, sich am Grab von Jacobs Vater zu treffen, wo sich Stiefmutter und Stiefsohn versöhnen, und Klaatu zu der Erkenntnis kommt, dass die Menschen sich tatsächlich ändern können, „wenn sie kurz vor einem Abgrund stehen“, dass sie dafür jedoch „einen hohen Preis zu zahlen hätten“.

Klaatu begibt sich in den Central Park, um die zerstörerischen Nanoroboter-Schwärme aufzuhalten. Doch zunächst rettet er Helen und Jacob Benson, deren Tod unmittelbar bevorsteht, da sich in ihren Körpern bereits Naniten befinden, indem er die Eindringlinge in seinen eigenen Körper aufnimmt. Gerade noch rechtzeitig erreicht er die Sphäre, die daraufhin einen gewaltigen elektromagnetischen Impuls aussendet, der jegliche elektrischen und elektronischen Geräte auf der Erde unbrauchbar macht, und somit auch die Naniten, ehe sie die Erde verlässt. Damit wird klar, was Klaatu mit „hohen Preis“ gemeint hatte. Mit der Deaktivierung der Nanobots ist die Auslöschung der Menschheit zunächst abgewendet und ihr wurde eine zweite Chance zum besseren Umgang mit dem ihr geschenkten Planeten Erde gegeben. Jedoch wurde den Menschen auch aufgezeigt, dass es Mächte im Universum gibt, die sie sehr genau beobachten und die jederzeit wiederkommen können, um die Menschen zu vernichten, wenn diese sich nicht ändern.

Hintergrund Produktion und Veröffentlichung Der Film wurde in den USA, Kanada sowie Australien gedreht.Internet Movie Database: Drehorte Die Dreharbeiten erstreckten sich vom 12. Dezember 2007 bis zum 21. März 2008.Internet Movie Database: Budget und Einspielergebnisse Am 10. Dezember 2008 feierte der Film in mehreren Ländern gleichzeitig Premiere, darunter auch in der Schweiz.Internet Movie Database: Starttermine Am Tag darauf war er in Deutschland und Österreich zu sehen. Einen weiteren Tag später – am 38. Geburtstag von Jennifer Connelly – lief er in den USA an. Dem Film stand ein geschätztes Budget von 80 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Bereits am Eröffnungswochenende wurden an den US-amerikanischen Kinokassen fast 30,5 Millionen US-Dollar eingespielt, insgesamt konnten in den USA knapp 79,4 Millionen US-Dollar eingenommen werden. Weltweit lag das Einspielergebnis bei über 230,8 Millionen US-Dollar.

Jennifer Connelly war Scott Derricksons erste Wahl für die Besetzung der Rolle der Helen Benson, während der Produzent Erwin Stoff die Besetzung der Rolle Klaatus mit Keanu Reeves als die für ihn einzige Wahl bezeichnete. Bei der Besetzung der Rolle des Professors Barnhardt durch John Cleese befürchteten die Verantwortlichen eine Fehlbesetzung, da dieser in erster Linie mit komödiantischen Rollen verbunden würde. Cleese hingegen hielt die ihm zugewiesene dramatische Rolle mit einem Anflug von subtilem Humor für einfacher zu spielen, als eine weitere Rolle eines manischen alten Mannes. Schließlich musste die Filmcrew zugeben, die Dreharbeiten mit Cleese genossen zu haben.

Im Finale der Filme Der Tag, an dem die Erde stillstand sowie Cloverfield suchen die Protagonisten Schutz unter derselben am Central Park gelegenen Brücke.

Zu Werbezwecken wurden u. a. in Köln lokalisierte Werbeplakate mit dem Schriftzug „Der Tag, an dem Köln stillstand“ aufgehängt.

Weite Teile des Films sind in den Farben Grün und Blau gehalten, um die primären Farben der Natur aufzugreifen.

Die DVD- und Blu-ray-Disc-Veröffentlichungen des Films beinhalten die Originalverfilmung von 1951, umfassen darüber hinaus jedoch kein weiteres Bonusmaterial.

Vergleich der Original- und Neuverfilmung Scott Derrickson ist ein Bewunderer der Arbeit von Robert Wise, dem Regisseur der Filmvorlage von 1951. Daher plante er bereits seit 1993 eine Neuverfilmung dieses Films.

In weiten Teilen stimmen Originalverfilmung und Neuverfilmung überein. Beispielsweise fällt Jacobs Vater in beiden Fassungen an einem Kriegsschauplatz. Weiterhin ist das Design des Androiden GoRT mit der Erstverfilmung von 1951 vergleichbar, allerdings entschied sich Scott Derrickson für eine biologische Variante im Gegensatz zur ursprünglichen mechanischen Version, da er die Meinung vertrat, fortschrittliche außerirdische Lebensformen würden eher biologische als mechanische Technologien entwickeln.