Die Targobank AG (Eigenschreibweise: TARGOBANK) ist eine in Deutschland tätige Bank mit Sitz in Düsseldorf und ihrem Kundencenter in Duisburg. Seit 2008 ist sie Teil der französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel Alliance Fédérale. Sie firmierte bis 2010 als Citibank Privatkunden und zuvor bis 1991 als Kundenkreditbank. Die Bank gehört mit rund 3,8 Millionen Kunden (Stand 2025) zu den großen Banken für Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden in Deutschland und betreibt 340 Standorte in über 250 Städten in Deutschland. Sie war zunächst ein im Privatkundengeschäft tätiges Institut. Seit der Übernahme 2008 entwickelt sich das Institut zunehmend zu einer Universalbank.

Geschichte Gründung mini|„Targobank“ neben der Targobank Düsseldorf (2026) 1926 gründete der Königsberger Kaufmann Walter Kaminsky zusammen mit 20 weiteren Einzelhändlern die Kunden-Kredit-Bank GmbH als erste deutsche Teilzahlungsbank. Die Bank vergab Kredite in Höhe von 50 bis 2000 Reichsmark direkt an Privatpersonen, die in Form einer Zahlungsanweisung ausgegeben wurden. Damit konnten die Kunden in bestimmten Geschäften einkaufen und den Kaufbetrag in monatlichen Raten zurückzahlen. Die Kunden-Kredit-Bank war somit die erste deutsche Bank, die nur an Privatpersonen Kredite vergab, und damit auch das erste ausschließliche Privatkunden-Institut. Laut Ellerbrock sind hier die Wurzeln des modernen Konsumentenkredits in Deutschland zu finden. Ab 1935 firmierte die Bank als Kundenkreditbank mit Sitz in Düsseldorf. Die bisherigen regionalen Banken in Dortmund und Düsseldorf wurden am 27. September 1951 in die neue KKB Kundenkreditbank KGaA eingebracht. 1955 ging die Kundenkreditbank an die Düsseldorfer Börse. Ende der 1960er Jahre stellte sich die KKB neu auf und richtete sich auf private Haushalte aus. Sie eröffnete neue Filialen, bot Bankkonten an und nahm Spareinlagen an. Ab 1968 arbeitete sie somit als Vollbank für private Kunden.

Übernahme durch die First National City Bank 1973 wurde die KKB zunächst zu 56 % von der US-amerikanischen First National City Bank, später Citigroup, übernommen und in KKB Kundenkreditbank – Deutsche Haushaltsbank umfirmiert. Die First National führte das Privatkundengeschäft in Deutschland jedoch weiterhin unter ihrem ursprünglichen Namen. Der Einstieg bedeutete für die First National den erstmaligen Einstieg in das Privatkundengeschäft. Der zweite Großaktionär der KKB, das Bankhaus Trinkaus & Burkhardt wurde ab 1974 zu 51 % von der First National City Bank of New York übernommen. In der Folge lieferte die KKB eine Reihe von unternehmerischen Grundsätzen für das Kerngeschäft der First National in den siebziger Jahren. Die First National City Bank firmierte in den USA ab 1976 als Citibank, N.A. Bis 1989 weitete die Citibank ihre Anteile auf rund 97 % der KKB-Aktien aus. 1985 geplant und 1988 produziert, stellte KKB das weltweit erste und lange Zeit einzige flächendeckende wissensbasierte Beratungssystem auf einer Großrechnerplattform „Ramses“ vor. Bis in die 1990er Jahre wurde es von in 280 Filialen rund zweitausendmal täglich konsultiert und war zu der Zeit eines der meistbenutzten wissensbasierten Systeme der Welt. In der Folge wurden weitere kleinere wissensbasierte Applikationen entwickelt.

Fortführung als Citibank 1991 benannte die Citibank ihr Deutschlandgeschäft und somit die KKB in Citibank Privatkunden AG um. Im Dezember desselben Jahres eröffnete die nun unter Citibank firmierende Bank ihre erste Filiale im ehemaligen Ost-Berlin. 1993 wurde das Unternehmen neu strukturiert, um der EU-Richtlinie 93/6/EWG über die angemessene Eigenkapitalausstattung von Wertpapierfirmen und Kreditinstituten Rechnung zu tragen. Im Zuge der Restrukturierung wurde das Datenzentrum der Bank in Meerbusch zum Knotenpunkt für alle Transaktionen in ganz Europa.

Ab 1995 kooperierte die Citibank Privatkunden AG mit der Deutschen Bahn. So sollten künftige BahnCards unter anderem mit einer Kreditkartenfunktion ausgestellt werden. Nachdem Citibank Privatkunden den Datenschutz der Kundendaten nicht hundertprozentig sicherstellen konnte, beendete die Deutsche Bahn im März 1999 die Kooperation nach aufkommender öffentlicher Kritik. Im selben Jahr wurde das Kundencenter in Duisburg eröffnet. In der Folge wurden Backoffice-Tätigkeiten aus anderen Filialen hierher konzentriert. Ab den frühen 2000er Jahren spezialisierte sich die Citibank Privatkunden auf das Geschäft mit risikoreicheren Krediten zu hohen Zinsen, aber auch höherer Ausfallwahrscheinlichkeit. 2003 erfolgte die Umfirmierung in Citibank Privatkunden AG & Co. KGaA. Es folgte die Einführung der Citibank Finanzplanung und der gleichzeitige Start der Baufinanzierungs-Kooperation mit PlanetHome.

Fortführung als Targobank nach Übernahme durch CM mini|Hauptverwaltung der Targobank in der Kasernenstraße, Düsseldorf Im Zuge der Finanzkrise 2008 stand die Citibank Privatkunden bei Citigroup zur Disposition. Nach einem Verkaufsprozess sowie der Ankündigung der Transaktion Mitte 2008 wurde das Privatkundengeschäft der Citibank Privatkunden am 5. Dezember 2008 Teil der französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel Bankengruppe (CM). Der Preis betrug 4,9 Milliarden Euro zuzüglich der im Geschäftsjahr 2008 bis zum Zeitpunkt der Übernahme erzielten Gewinne. Die Produkt- und Dienstleistungen der Bank waren weiterhin auf das Privatkundengeschäft ausgerichtet. Das Leistungsangebot gliederte sich in fünf Geschäftsfelder: Konten und Karten, Sparen und Geldanlagen, Schutz und Vorsorge, Vermögen sowie Kredit und Finanzierung.

Die Marken „Citi“, „Citibank“ und „Citibank mit Arc Design“ wurden zunächst von der Crédit Mutuel unter Lizenz der Citigroup Inc. weitergeführt. Die Citibank selbst blieb mit ihrem Großkundengeschäft als Citigroup Global Market Deutschland AG weiterhin in Frankfurt am Main ansässig. Der mit dem Verkauf verbundene Namenswechsel wurde am 28. Januar 2010 ins Handelsregister eingetragen. In Deutschland trat die Crédit Mutuel-Tochter somit ab dem 22. Februar 2010 nur noch als Targobank am Markt auf. Bei Targo handelt es sich um ein reines Kunstwort, das vom Werbetexter Manfred Gotta entwickelt wurde, um weltweit die Akzeptanz des Unternehmens zu steigern.

Von 2011 bis 2014 gab es eine Kooperation mit dem Fernsehsender ProSieben. Die entsprechende Karte war neben der Zahlungsfunktion mit Mehrwerten ausgestattet: Sie bot neben Gewinnspielen und Rabatten bei verschiedenen Partnern auch die Möglichkeit, bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart Karten für ProSieben-Veranstaltungen zu erwerben. Im August 2012 stellte die Targobank eine Option zum mobilen Bezahlen vor, bei der ein bankseitig ausgegebener NFC-Chip auf der Rückseite eines Mobiltelefons angebracht wurde. Das Angebot wurde in Zusammenarbeit mit MasterCard und der E-Plus-Marke Base bereitgestellt.

Umwandlung zur Universalbank mini|Dienstleistungszentrum der Targobank am Harry-Epstein-Platz in Duisburg Unterstützt durch die französische Muttergesellschaft hatte das Düsseldorfer Institut im Dezember 2013 angekündigt, das Privatkundengeschäft der Valovis Bank (der ehemaligen Karstadt-Quelle-Bank) übernehmen zu wollen. Seit Mai 2014 gehört es, insbesondere das Kreditkartengeschäft mit rund 800.000 Kunden, zur Targobank. Die Systemintegration erfolgte bis Mitte 2016. Die akquirierten Geschäfte führten dazu, dass die Targobank zum drittgrößten Anbieter im Kreditkartengeschäft aufstieg. Gleichzeitig startete die zweite Phase des Einstieges in den Markt der herstellerunabhängigen Kfz-Händlerfinanzierung, nachdem die Bank zwei Jahre zuvor in das Geschäft mit der Online-Kreditfinanzierung von Autos eingestiegen war. 2015 gründete Targobank die firmeneigene Autobank. Im August 2016 wurde das unter dem Namen GE Commercial Finance firmierende Leasing- und Factoringgeschäft der deutschen GE Capital, des Finanzarms des General-Electric-Konzerns, übernommen und firmierte fortan als Targo Commercial Finance mit Sitz in Mainz. Zu Januar 2018 verschmolz die Targo Commercial Finance auf die Targobank. Im selben Jahr wurde nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase deutschlandweit mit einem neuen Produkt- und Serviceangebot für Geschäftskunden gestartet. Es richtete sich an Selbstständige und Freiberufler.

Im Oktober 2022 wurde bekannt, dass die Firma BECM Deutschland der französischen Banque Européenne du Crédit Mutuel (BECM) mit ihren deutschen Zweigniederlassungen bzw. Firmenkundengeschäft in die deutsche Targobank-Gruppe integriert und dies unter dem neuen Firmennamen Targobank Corporate & Institutional Banking bzw. Targobank CIB fortgeführt wird. Diese Integration war Teil der Entwicklung der Targobank von einer fokussierten Privatkundenbank zu einer Universalbank. 2025 wies die Bank eine Bilanzsumme von 47,5 Milliarden Euro auf und beschäftigte 7.700 Mitarbeiter.

Die Entwicklung zur Universalbank wurde fortgeführt und im März 2025 gab die Targobank bekannt, die Oldenburgische Landesbank (OLB) zu übernehmen. Der Akquisition mussten die Aufsichtsbehörden wie die Europäische Zentralbank zustimmen. Der Kaufpreis sollte bei zwei Milliarden Euro liegen. Anfang 2026 wurde die Übernahme abgeschlossen. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf rund 80 Milliarden Euro, die Kundenzahl auf rund 5 Millionen.

Geschäftstätigkeiten Die Targobank ist Teil der Groupe Crédit Mutuel, eine genossenschaftliche Bankengruppe mit Sitz in Frankreich. Ursprünglich war die Targobank überwiegend als Privatkundenbank aufgestellt, insbesondere im Bereich der Konsumentenkredite. Mit dem Ausbau ihrer Angebote für Geschäfts- und Firmenkunden hat die Targobank den Weg zur Bank mit breiterem Angebot von Aktivitäten eingeschlagen. Die Targobank hat rund 3,8 Millionen Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden und erzielte 2025 bei einer Bilanzsumme von 47,5 Milliarden Euro ein Ergebnis in Höhe von 715 Millionen Euro vor Steuern (nach IFRS). Die Targobank beschäftigt 7.700 Mitarbeiter und ist einer der größeren Bankenarbeitgeber am Finanzplatz Düsseldorf. Vorstandsvorsitzende der Bank ist Isabelle Chevelard. Dem Aufsichtsrat steht René Dangel vor.

Die Bank führt drei Geschäftssegmente: Privatkunden, Geschäftskunden und Firmenkunden. Das erste Segment umfasst das Kreditgeschäft, das Einlagengeschäft, den Zahlungsverkehr, das Wertpapiergeschäft sowie die Versicherungsvermittlung und gliedert sich in die folgenden Sparten: Konto & Karten, Kredit & Finanzierung, Vermögensberatung, Sparen & Geldanlagen sowie Schutz & Vorsorge. Zusammen mit der OLB bietet die Targobank zudem private Baufinanzierung an. Im Bankgeschäft des zweiten Segments vertreibt die Bank Kredite, Zahlungsverkehrskonten, Kreditkarten und Tagesgeldkonten für geschäftliche Zwecke an Klein- und Kleinst-Unternehmen (einschließlich Selbständige). Zum Leistungsspektrum im dritten Segment gehören – mithilfe des Bereichs Targobank Corporate & Institutional Banking – Unternehmens- und Sonderfinanzierungen für den gehobenen Mittelstand sowie Finanzierungen von Gewerbeimmobilien ebenso wie Zahlungsverkehr und Anlageprodukte. Darüber hinaus bietet die Targobank Unternehmen Finanzierungsangebote in den Bereichen Factoring (englisch Receivable Finance), Leasing (englisch Equipment Finance) und Investitionsfinanzierung an. Ergänzt wird das Angebot für Firmenkunden durch Absatz- und Wareneinkaufsfinanzierung für den Einzelhandel (englisch Sales Finance) sowie, mithilfe der Targobank Autobank, durch Kfz-Einkaufs- und Absatzfinanzierungen für Autohändler.

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