Die Klassischen Philologen an der Georg-August-Universität Göttingen lehren seit der Gründung des Philologischen Seminars unter Johann Matthias Gesner 1734 die Fächer der Altertumswissenschaft, besonders Latinistik und Gräzistik.

Geschichte In Göttingen ging die Klassische Philologie wie an vielen anderen Universitäten aus einem Lehrstuhl für Poesie und Eloquenz (professio poeseos et eloquentiae) hervor, den zuerst Johann Matthias Gesner innehatte. Mit dieser Professur verbunden war die Leitung des Philologischen Seminars, das Gesner 1734 in Göttingen gegründet hatte. Diese Einrichtung, die der wissenschaftlichen Lehrerausbildung diente, wurde in den nächsten Jahrzehnten zum Vorbild für ähnliche Einrichtungen. Gesner leitete das Seminar bis zu seinem Tod (1761).

Gesners Nachfolger wurde 1763 Christian Gottlob Heyne, der sich aus bescheidenen Verhältnissen durch fleißige Forschungsarbeit emporgearbeitet hatte. Ein halbes Jahrhundert lang prägte er das wissenschaftliche Leben in Göttingen. Er stand mit berühmten Zeitgenossen in Kontakt (besonders Johann Joachim Winckelmann) und leitete die Herausbildung der Klassischen Altertumswissenschaft in die Wege, die durch seine Schüler Friedrich August Wolf, Wilhelm von Humboldt und August Wilhelm Schlegel weiterentwickelt wurde. Das Anwachsen der Studentenzahl hatte mehrere Reformen der Seminarstatuten und die Schaffung neuer Lehrstellen zur Folge.

In der Zeit nach Heynes Tod wurden mehrere Ordinarien und Extraordinarien für die Fächer eingerichtet, die im 20. Jahrhundert in drei sukzessive besetzte Lehrstühle mündeten. Der gegen den Widerstand fast des gesamten Kollegiums (mit Ausnahme von Hermann Sauppe) 1883 aus Greifswald berufene Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff regte die Berufung zahlreicher Wissenschaftler an, darunter Wilhelm Meyer, Friedrich Leo und Georg Kaibel. In den 1920er-Jahren gab es in Göttingen drei ordentliche Lehrstühle und ein planmäßiges Extraordinariat für Klassische Philologie.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Lehrstuhlinhaber Kurt Latte wegen seiner jüdischen Herkunft zwangsweise in den Ruhestand versetzt; der emeritierte Max Pohlenz wurde an der Abhaltung von Lehrveranstaltungen gehindert. Beide Lehrstühle (der dritte war 1929 aufgegeben worden) wurden mit profilierten Nationalsozialisten besetzt, Karl Deichgräber und Hans Drexler, der von 1943 bis 1945 als Rektor der Universität fungierte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Deichgräber und Drexler in den Ruhestand versetzt. Drexler hielt keine Lehrveranstaltungen mehr, Deichgräber wurde 1951 zum Professor zur Wiederverwendung ernannt und 1958 (nach der endgültigen Emeritierung Lattes) wieder als Lehrstuhlinhaber eingesetzt. In den Nachkriegsjahrzehnten bestanden wieder drei Lehrstühle für Klassische Philologie. Das Fach wurde von langjährigen Vertretern geprägt, darunter Wolf-Hartmut Friedrich, Will Richter, Klaus Nickau, Ulrich Schindel und Carl Joachim Classen.

Das Seminar wurde 1921 mit der Alten Geschichte zum Institut für Altertumskunde vereinigt, seit der erneuten Trennung 1962 heißt es Institut (Seminar) für Klassische Philologie. Seit den 1950er-Jahren bestehen am Seminar drei ordentliche Lehrstühle, die über jeweils eine Mitarbeiter- bzw. Assistentenstelle verfügen; zusätzlich sind zwei Akademische Räte, zwei Lehrkräfte für besondere Aufgaben und verschiedene Lehrbeauftragte am Seminar tätig.

Liste der Klassischen Philologen Angegeben ist in der ersten Spalte der Name der Person und ihre Lebensdaten, in der zweiten Spalte wird der Eintritt in die Universität angegeben, in der dritten Spalte das Ausscheiden. Spalte vier nennt die höchste an der Universität Göttingen erreichte Position. An anderen Universitäten kann der entsprechende Dozent eine noch weitergehende wissenschaftliche Karriere gemacht haben. Die nächste Spalte nennt Besonderheiten, den Werdegang oder andere Angaben in Bezug auf die Universität oder das Seminar. In der letzten Spalte stehen Bilder der Dozenten, was jedoch derzeit aufgrund der Bildrechte schwer ist.