mini|Blockhaus im Teufelsgrund mini|Ungefähre Standorte der ehemaligen Teufelsmühlen mini|Mauerreste des zur Stromerzeugung dienenden Generators, in der Nähe der Mittleren Teufelsmühle mini|Überreste des Mühlgrabens vom Geiselbach kommend Teufelsmühle ist ein Ort südwestlich von Geiselbach im Landkreis Aschaffenburg. Ursprünglich handelte es sich um drei Mühlen, die im Laufe des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurden. Heute wird ein Jagdhaus, das 1909 auf den Grundmauern der Mittleren Mühle errichtet wurde, Teufelsmühle genannt.Die Teufelsmühle auf geiselbach.de
Geographie Das heute als Teufelsmühle bezeichnete Blockhaus steht im Teufelsgrund, einem Tal im Vorspessart. Es befindet sich etwa 1,5 km westlich von Omersbach auf der rechten Seite des gleichnamigen Baches. Das auf einer Höhe von gelegene Anwesen befindet sich im Privatbesitz und gehört zum Gemeindegebiet von Geiselbach (Gemarkung Omersbach). Es ist für Wanderer frei zugänglich.
Geschichte Name Woher der Name Teufelsmühle stammt, ist nicht genau bekannt. Einige Sagen, nach denen den Müllern der Teufel erschienen sein soll, trugen vermutlich zu der Entstehung des Namens Teufelsmühle bei.Sage von der Teufelsmühle, geiselbach.de. Der Name könnte aber auch mit den Hexenprozessen im frühen 17. Jahrhundert, die auch im Landgericht Krombach betrieben wurden, in Verbindung stehen. Demnach erhielt das Dorf Geiselbach zuerst den Beinamen „Teufelsgrund“, da einige Opfer unter Folter aussagten, sie wären dort mit dem Teufel zusammengetroffen.Neue Informationstafel an der Teufelsmühle
Mühlen Bis ins 19. Jahrhundert gab es im Tal drei Mühlen, die Obere, die Mittlere und die Untere Teufelsmühle, die durch den Omersbach gespeist wurden. Der Betrieb der Teufelsmühlen ist 1562 mit Nennung der Obersten Mühle bei Omersbach erstmals belegt. Auch auf der Spessartkarte von Paul Pfinzing sind dort zwei Mühlen eingezeichnet. Die abgerissenen Mühlen lieferten Baumaterial zur Errichtung neuer Gebäude. Zwei heute nicht mehr bestehende Häuser in Dörnsteinbach sollen aus den Überresten der Mittleren und Unteren Teufelsmühle erbaut worden sein.
Obere Teufelsmühle Die Obere Teufelsmühle stand unterhalb des Zusammenflusses von Omersbach und Falkenbach. Die Mühle verschwand zwischen 1837 und 1847. Sie wurde vermutlich wegen Wassermangels aufgegeben. Ihr Standort war lange Zeit nicht mehr bekannt, jedoch stieß man bei einer Suchgrabung im Jahre 1985 auf ihre Fundamente. Die Obere Mühle wurde nur vom Omersbach gespeist, weshalb es ihr oft an ausreichend Triebwasser mangelte. Volksblatt Aschaffenburg 1956
Mittlere Teufelsmühle Die Mittlere Teufelsmühle befand sich am Standort des heutigen Blockhauses. Sie erschien 1728 erstmals auf einer Karte, wurde 1890 stillgelegt und 1893 abgebrochen. Nach dem Verschwinden der Oberen Mühle wurde die Mittlere Teufelsmühle manchmal als Obere Teufelsmühle bezeichnet.
Gespeist wurde sie außer durch den Omersbach auch durch den Geiselbach. Hierzu wurde von diesem eine Querverbindung zum Omersbach geschaffen und das Wasser beider Bäche auf das oberschlächtige Wasserrad geleitet. Dieser vom Geiselbach kommende Mühlgraben besteht heute nicht mehr, jedoch kann man seine Überreste noch im Gelände erkennen. Volksblatt Aschaffenburg 1956
Untere Teufelsmühle Die Untere Teufelsmühle wechselte 1781 erstmals seinen Besitzer und wurde wahrscheinlich Ende des 19. Jahrhunderts verkauft und zum Abbruch freigegeben. Sie stand kurz vor der Mündung des Omersbaches in den Geiselbach. Wie die Mittlere Mühle hatte auch sie durch die beiden Bäche ausreichend Wasser. Auf verschiedenen Karten und in Unterlagen wird der Omersbach, der alle drei Mühlen antrieb, auch Falkenbach genannt. Volksblatt Aschaffenburg 1956
Blockhaus Im Jahr 1909 wurde auf den Grundmauern eines Nebengebäudes der Mittleren Teufelsmühle das heute sichtbare Blockhaus als Jagdhaus errichtet. 1920 erhöhte man das Bauwerk um ein weiteres Stockwerk und gestaltete es nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1949 zu einer Gaststätte um. Das Blockhaus entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt für Wanderer. Nach dem Mord am Pächter der Teufelsmühle wurde das Gebäude 1960 saniert und nur noch privat genutzt.Informationstafel an der Teufelsmühle
Siehe auch Liste von Mühlen im Kahlgrund
Weblinks
Geschichte der Teufelsmühle, geiselbach.de. Sage von der Teufelsmühle, geiselbach.de.
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Geiselbach Kategorie:Blockhaus Kategorie:Wassermühle im Landkreis Aschaffenburg Kategorie:Mühle in Europa