Missy Magazine (Eigenschreibweise: MISSY MAGAZINE; mit dem Untertitel Pop, Politik & Feminismus) ist eine deutsche feministische Zeitschrift.

Geschichte Den Titel „Missy Magazine“ entwickelten die Gründerinnen Sonja Eismann, Stefanie Lohaus, Chris Köver und Margarita Tsomou. Er sollte die feministische Version des US-amerikanischen Magazins YM (Young Miss, 1932–2004) sein. Das englische Wort „missy“ bedeutet „kleines Fräulein“. Das Magazinkonzept war außerdem angelehnt an das 1993 gegründete amerikanische Magazin Bust. Im Februar 2008 gewannen die Gründerinnen für ihr Konzept den mit 25.000 Euro dotierten Preis des Ideenwettbewerbs Hobnox Evolution Contest. Damit gründeten sie im Frühjahr 2008 das Magazin und finanzierten die erste Ausgabe.Das neue „Missy“-Magazin – Stricktipps, Sextipps, Feminismus. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Oktober 2008, abgerufen am 11. November 2023.

Die Gründerinnen fungieren gemeinsam als Herausgeberinnen sowie als Redaktion. Das Missy Magazine erschien erstmals am 20. Oktober 2008 mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren, die mittlerweile auf eine Druckauflage von 30.000 Exemplaren gesteigert wurde. Es erschien zunächst vierteljährlich, seit 2017 zweimonatlich. Zur Sicherung des Betriebs wurde 2015 und 2018 Geld per Crowdfunding gesammelt.Anne Fromm: Sichere Basis für Popfeministinnen. In: taz.de. 16. April 2015, abgerufen am 11. November 2023.Carolina Schwarz: „Die ‚Missy‘ ist politischer geworden.“ In: taz.de, 19. Oktober 2018, abgerufen am 11. November 2023. Die Zeitschrift erscheint im Selbstverlag der Missy Magazine Verlags GmbH. Auf dem Internetradiosender Reboot.fm hat das Magazin eine eigene Radioshow namens Missy Radio. Ab November 2018 produzierte das Missy Magazine für funk das Format Softie.Diviam Hoffmann: Queerfeminismus für alle. In: taz.de, 2. Dezember 2018, abgerufen am 11. November 2023. Zum Ende des Jahres 2019 wurde das Format eingestellt.Martin U. Müller: Jugendnetzwerk funk streicht Vorzeigeprojekte. In: spiegel.de. 20. Dezember 2019, abgerufen am 11. November 2023.

2021 war das Missy Magazine Mitgründerin der alerta-Plattformgenossenschaft, die seitdem eine gleichnamige App zur Bündelung linker Medienangebote vertreibt. Bis Mai 2023 war Anna Mayrhauser Chefredakteurin, Nachfolgerin wurde Nelli Tügel. Seit September 2025 leiten Bahar Sheikh und Carolin Wiedemann die Chefredaktion.

Im Sommer 2023 wurde bekannt, dass sich das Missy Magazine in finanziellen Schwierigkeiten befinde, die u. a. inflationsbedingt seien. Die Druckerei, die die Zeitschrift herstellte, musste schließen, der Zustellservice Insolvenz anmelden. Es drohte das Aus der Zeitschrift. Die Zeitschrift rief zum Abschluss von 1.500 neuen Abonnements innerhalb von zehn Wochen zur Finanzierung der nächsten Ausgabe auf. Innerhalb von 48 Stunden war dieses Ziel erreicht.

Zur Redaktion gehört unter anderem Hengameh Yaghoobifarah.

Veröffentlichungen Missy Magazine (Hrsg.): Fickt euch! Sex, Körper und Feminismus. Mit einem Vorwort von Hengameh Yaghoobifarah, Edition Nautilus, Hamburg 2024, ISBN 978-3-96054-378-7.

Weblinks Offizielle Website Der Spiegel: Kopfüber in die Feuchtgebiete. 21. Oktober 2008 Sie kennen das glamouröse Potenzial von Feminismus, diestandard.at (2010) brand eins: Für freche Gören (2011) Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Feminismus und Medien. Die machen jetzt was Peppiges. 7. Juni 2011

Einzelnachweise

Kategorie:Frauenzeitschrift (Deutschland) Kategorie:Politische Zeitschrift (Deutschland) Kategorie:Feministische Zeitschrift Kategorie:Deutschsprachige zweimonatliche Zeitschrift Kategorie:Zeitschrift (Berlin) Kategorie:Ersterscheinen 2008