Die Metronom Eisenbahngesellschaft mbH (Eigenschreibweise metronom) ist ein nichtbundeseigenes Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) mit Sitz in Uelzen und zählt mit täglich über 100.000 Fahrgästen zu den größten nichtbundeseigenen EisenbahnenNichtbundeseigene Eisenbahn wird umgangssprachlich auch als „NE-Bahn“ bezeichnet. Deutschlands.
Die Gesellschaft betreibt im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) unter der Marke metronom die Linien Hamburg–Bremen, Hamburg–Lüneburg–Uelzen und Uelzen–Celle–Hannover mit Bombardier-Doppelstockwagen wie auch unter der Marke enno die Linien Hannover–Gifhorn–Wolfsburg und Hildesheim–Braunschweig–Wolfsburg mit Elektrotriebwagen von Alstom. Die Verkehre werden auf Grund langlaufender Verkehrsverträge mit den folgenden ÖPNV-Aufgabenträgern erbracht: Der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), der Region Hannover, den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sowie dem Regionalverband Großraum Braunschweig.
Geschichte mini|links|Metronom vor Einfahrt in den Hamburger Hauptbahnhof (Nordseite)
Ende der 1990er Jahre einigten sich die drei beteiligten Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Bremen darauf, die Regional-Express-Leistungen auf den Strecken Hamburg–Bremen und Hamburg–Uelzen nicht mehr wie bisher über eine Direktvergabe bei DB Regio zu bestellen, sondern ein neues Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) zu gründen und die Verkehre im Zuge einer Ausschreibung im Wettbewerb zu vergeben. Der Betreiberwechsel sollte gleichzeitig für eine Angebotsverbesserung in Form von längeren Zügen und besserem Service genutzt werden.
Im Februar 2002 wurde das Unternehmen zunächst unter dem Namen MetroRail gegründet. Im Herbst 2003 wurde die Gesellschaft nach einem Rechtsstreit mit der Metro AG in ihren heutigen Namen metronom umbenannt und das Firmenlogo modifiziert.
mini|146-01 bei der Durchfahrt durch Radbruch mini|250x250px|Metronom Twindexx in Alfeld (Leine) mini|146-08 mit Twindexx-Wagenzug in Northeim mini|OHE-Bahnbetriebswerk Uelzen am „Dannenberger Bogen“, ganz links im Bild
Die Gesellschafterstruktur bestand ursprünglich aus drei Unternehmen. Im Einzelnen sind dies die NiedersachsenBahn (73,58 %) und BeNEX (eine Tochtergesellschaft der International Public Partnerships). Die Bremer Straßenbahn (BSAG) (5,0 %) (mittlerweile Bremer Verkehrsgesellschaft (BVG GmbH)) verkaufte ihre Anteile 2018 an die NiedersachsenBahn und die Benex. Die NiedersachsenBahn GmbH fungiert dabei als Betriebsgesellschaft und ist ein Zusammenschluss der OHE (60 %) mit Sitz in Celle und der EVB (40 %) in Zeven. Im April 2007 wurde die Mehrheit der OHE vom Land Niedersachsen, der Bundesrepublik Deutschland und der DB Regio nach einem Bieterverfahren an die Arriva-Bachstein GmbH verkauft (seit dem 23. März 2011 Netinera Bachstein GmbH), an der Netinera (damals Arriva Deutschland) mit 86 % beteiligt ist. Indirekt kontrolliert seither Netinera somit 30,7 % des Kapitals des Metronom und ist damit ihr größter Anteilseigner.
Zum 14. Dezember 2003 nahm die Metronom Eisenbahngesellschaft den Betrieb auf ihren ersten Relationen Hamburg–Bremen und Hamburg–Uelzen auf. Am 20. Dezember 2017 gab die LNVG den Zuschlag an Metronom im Vergabeverfahren „Hansenetz und Uelzen–Göttingen“ bekannt. Mit diesem neuen Verkehrsvertrag wird Metronom die Linien Hamburg–Bremen, Hamburg–Uelzen und Uelzen–Hannover–Göttingen für 15 Jahre, von Dezember 2018 bis Dezember 2033, betreiben. Metronom besitzt keine eigenen Fahrzeuge, diese gehören den Fahrzeugpools des Landes Niedersachsen (Metronom-Doppelstockzüge) bzw. des Regionalverbands Großraum Braunschweig (enno-Triebwagen). Metronom hat als Eisenbahnverkehrsunternehmen die Betreiberverantwortung inne, verantwortet also die Zuverlässigkeit und Sicherheit des gesamten Bahnbetriebes. Alle Lokomotiven und Wagen werden im Bahnbetriebswerk Uelzen durch Personal der OHE im Auftrag des Herstellers Bombardier unterhalten. Dieses Bahnbetriebswerk wurde eigens für die Wartung der Metronom-Züge gebaut und befindet sich im Norden Uelzens, am sogenannten „Dannenberger Bahnbogen“.
Die Züge des Metronom für die Niederelbebahn wurden von 2007 bis 2018 in Bremervörde bei der EVB unterhalten. Das dortige Betriebswerk wurde dafür um Anlagen der Firma Bombardier erweitert. Die Züge wurden über die Strecke Stade–Bremervörde zum Betriebsbeginn/-schluss mit zwei Einheiten zusammengekuppelt überführt. Mit der Überwachung und Disposition ihrer Züge hat die Metronom Eisenbahngesellschaft ebenfalls die OHE beauftragt. Von Celle aus kontrollieren Mitarbeiter der OHE das gesamte Betriebsgeschehen und leiten bei Unregelmäßigkeiten (z. B. Verspätungen, Streckensperrungen, Personalausfälle, Fahrzeugstörungen) entsprechende Maßnahmen ein. Die Elektrotriebwagen des enno-Netzes werden im Betriebswerk der Alstom Transport Deutschland in Braunschweig gewartet.
Seit 2010 ist Metronom mit damals bereits 9,3 Millionen Zugkilometern und über 100 000 Fahrgästen pro Tag die größte nichtbundeseigene Eisenbahn. Metronom ist Mitglied im TBNE und im VDV. 2015 etablierte Metronom enno als neue eigenständige Marke für den Betrieb der beiden neu in einer Ausschreibung gewonnenen Linien in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Im Dezember 2017 erhielt Metronom den Zuschlag in der Ausschreibung Hansenetz 2018+ unter Federführung der LNVG für die Linien RE 2, RE 3, RE 4, RB 31 und RB 41 für den Zeitraum vom 9. Dezember 2018 bis Dezember 2033., abgerufen am 7. August 2018. Das Angebot sollte in den Randlagen und am Wochenende verstärkt werden, grundsätzlich sollten Züge mit mindestens sechs Wagen verkehren und auch zweistündlich eine direkte Verbindung Hannover–Hamburg angeboten werden.Metronom: Ab Dezember geht’s ohne Umstieg nach Hamburg. In: Hannoversche Allgemeine, 4. Oktober 2018, abgerufen am 8. Dezember 2023. Die Linie RE 5 Hamburg–Cuxhaven wird seit dem 9. Dezember 2018 von der Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe mbH bedient. Dabei handelt es sich um ein neu gegründetes Tochterunternehmen der Regionalverkehre Start Deutschland GmbH, die wiederum ein Tochterunternehmen der DB Regio ist.
Am 31. Januar 2024 wurde bekannt, dass das Unternehmen mit dem Land Niedersachsen über einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Verkehrsvertrag für das Hanse-Netz zu Juni 2026 verhandelt. Als Grund wurden durch gestiegene Kosten verursachte finanzielle Verluste angegeben. Im März 2024 kam es schließlich zu einer Einigung. Die Verkehrsverträge werden wie von Metronom gewünscht im Juni 2026 vorzeitig beendet und die Verkehre neu ausgeschrieben.
Für den anschließenden Teil der ursprünglichen Vertragslaufzeit bis Dezember 2033 wurde das Hanse-Netz erneut ausgeschrieben und in zwei Lose aufgeteilt. Es bestand eine Loslimitierung, ein Unternehmen konnte nur für maximal eines der Lose den Zuschlag erhalten. Die Ausschreibung begann im Juli 2024. Im Juli 2025 berichtete die Metronom Eisenbahngesellschaft, dass sie den Zuschlag für das Los mit den Linien RE 3, RE 4, RB 31 und RB 41 erhalten habe. Die Linie RE 2 werde an DB Regio vergeben.
Betrieb mini|hochkant=1.5|Strecken, auf denen Metronom-Doppelstockzüge verkehren (seit Juni 2026 nicht mehr Hannover–Göttingen)
Aktueller Verkehr Durch die Einführung von Liniennummern in Niedersachsen zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 erhielt diese auch Metronom; sie sind auf den Fahrplänen angegeben und von außen am Zug erkennbar.
Linie Zuglauf Takt (min) Vertragslaufzeit(Fahrplanwechsel im) RE 3 Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Winsen (Luhe) – Lüneburg – Uelzen – Celle – Hannover Hbf 60(Hamburg – Uelzen)120 (Uelzen – Hannover) Dezember 2018 – Dez. 2033 RE 4 Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz – Tostedt – Rotenburg (Wümme) – Bremen Hbf 60 Dezember 2018 – Dez. 2033 RE 30 Wolfsburg Hbf – Gifhorn – Lehrte – Hannover Hbf(unter dem Markennamen enno) 60 Dezember 2025 – Dezember 2038 RE 50 Wolfsburg Hbf – Braunschweig Hbf – Hildesheim Hbf(unter dem Markennamen enno) 30(Wolfsburg – Braunschweig)60 (Braunschweig – Hildesheim) Dezember 2025 – Dezember 2038 RB 31 Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Winsen (Luhe) – Lüneburg 60 Dezember 2018 – Dez. 2033 RB 41 Hamburg Hbf – Hamburg-Harburg – Buchholz – Tostedt – Rotenburg (Wümme) – Bremen Hbf 60 Dezember 2018 – Dez. 2033
Hamburg–Bremen (Weser-Takt) und Hamburg–Uelzen–Hannover (Elbe-Takt/Aller-Takt) Seit Dezember 2003 werden die Nahverkehrsstrecken Hamburg–Bremen und Hamburg–Uelzen als schneller Regionalverkehr bedient. Grundlage war zunächst ein siebenjähriger Verkehrsvertrag, der nach einer „freihändigen Vergabe“ abgeschlossen wurde. Bestandteil des Vertrages waren nur die schnellen RE-Leistungen, während die an jeder Station haltenden Regionalbahnen (RB) zunächst weiterhin von DB Regio betrieben wurden. Metronom setzt seitdem auf diesen Strecken in der Regel Einheiten mit sechs oder acht Doppelstockwagen ein, wobei der Steuerwagen am nördlichen Zugende geführt wird. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 wurden zusätzlich die Regionalbahnen unter dem Namen MetronomRegional (MEr) übernommen. Die LNVG bezeichnet diese Relationen intern als Hanse-Netz.
Die Zahl der Fahrgäste stieg in den ersten beiden Betriebsjahren (2004 und 2005) um mehr als 50 Prozent an. Im Jahr 2005 wurden 590 Millionen Personenkilometer zurückgelegt und 2003 (dem letzten Betriebsjahr von DB Regio auf den Linien) hatte die Verkehrsleistung bei 393 Millionen Personenkilometer gelegen.
Seit Dezember 2018 wird der RE 3 alle zwei Stunden über Uelzen hinaus bis Göttingen verlängert, dafür verkehrt der RE 2 (siehe Aller-Takt), seit dem in dieser Stunde jeweils nur zwischen Hannover und Göttingen.
Hamburg–Lüneburg und Hamburg–Bremen Von Ende 2007 bis Ende 2010 wurden die Regionalbahnlinien Hamburg–Lüneburg und Hamburg–Tostedt (einzelne Fahrten auch darüber hinaus) unter dem Produktnamen „MetronomRegional“ (MEr) gefahren. In: lnvg.de. Beide Leistungen wurden im Rahmen einer Ausschreibung vergeben, zu der nur die Metronom Eisenbahngesellschaft als einziges Unternehmen ein Angebot abgab.
Ab Dezember 2010 wurde im Rahmen einer Neuausschreibung die bisherige MetronomRegional-Verbindung Hamburg–Tostedt bis Bremen Hauptbahnhof durchgebunden, die Halte Hamburg-Altona und Hamburg Dammtor fielen weg. Damit entfiel auch die Verstärkerlinie Bremen–Rotenburg der DB Regio mit n-Wagen und Lokomotiven der Baureihe 143. Dieses Projekt wurde anfangs als Metropolenbahn bezeichnet und hatte dann den Namen Hanse-Netz.
Im Dezember 2012 wurde der MetronomRegional in den Fahrplänen mit „Metronom – Zug hält überall“ bezeichnet, ein Jahr später wurden alle bisherigen Merkmale durch eine Laufschrift auf den Anzeigetafeln („hält überall“ bzw. „hält nicht überall“) ersetzt.
Durch die Einführung von Liniennummern ab dem 14. Dezember 2014 fahren sie als RB 31 und RB 41. Dadurch ist besser erkennbar, ob es sich um einen Regional-Express (RE) oder eine Regionalbahn (RB) handelt. Der Marketing-Slogan Ihre neue Nr. 1 – weniger voll, mehr Platz kam unterstützend hinzu.
Elektronetz Niedersachsen Ost mini|enno-Triebzug 1440 118 in Hannover Hbf nach Wolfsburg Hbf
Am 6. August 2014 wurde bekannt, dass der Metronom die Ausschreibung für das Elektronetz Niedersachsen Ost („ENNO“) gewonnen hat, das die Linien Wolfsburg–Gifhorn–Hannover (RE 30) und Wolfsburg–Braunschweig–Hildesheim (RE 50) umfasst. Der Vertrag beinhaltet zunächst 2,1 Millionen Zugkilometer pro Jahr, begann im Dezember 2015 und hat 10 Jahre Laufzeit. Zum Einsatz kamen zunächst 20 Elektrotriebwagen vom Typ Coradia Continental des Herstellers Alstom, die der ZGB (mittlerweile umbenannt in Regionalverband Großraum Braunschweig) in einem eigenen Fahrzeugpool zur Verfügung stellt. Die Fahrzeuge haben einen Wert von über 100 Millionen Euro. In: lnvg.de. Betrieben werden diese Leistungen unter dem Markennamen „enno“, der sich vom Namen des Vergabenetzes ableitet.