mini|Westkarpaten – Tatra – Gipfel Kesmarker Spitze, Slowakei

Die Karpatenkonvention, formal Rahmenkonvention zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Karpaten, ist ein multilaterales Abkommen zur grenzüberschreitenden Koordination von Schutzmaßnahmen in den Karpaten. Neben Zielen des Umwelt- und Naturschutzes will die Konvention auch eine nachhaltige Entwicklung der regionalen Wirtschaft, und damit eine Verbesserung der Lebensqualität in den Karpaten erreichen. (Abgerufen am 22. November 2008) Die Konvention wurde am 22. Mai 2003 in Kiew unterzeichnet und wurde mittlerweile von Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei sowie der Ukraine ratifiziert. Die Karpatenkonvention trat erstmals am 4. Januar 2006 in Kraft. (Abgerufen am 22. November 2008)

Geschichte Im Jahr 2001 wandte sich die ukrainische Regierung an das Europäische Regionalbüro des UNEP und bat um die Gestaltung eines Abkommens zum Schutze der Karpaten. Im Jahr 2002 wurde dann vom italienischen Umweltminister und damaligen Vorsitzenden der Alpenkonvention eine Kooperation zwischen den Alpenstaaten und den Karpatenstaaten ins Leben gerufen. Darauf aufbauend wurden mehrere Konferenzen auf Ministerebene organisiert. Bei der fünften Ministerkonferenz, welche im Mai 2003 in Kiew stattfand, verabschiedeten die beteiligten Staaten eine Rahmenvereinbarung zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung der Karpaten. Nachdem bei dieser Konferenz alle beteiligten Staaten außer Polen die Konvention unterzeichnet hatten, wurde die Konvention im Laufe der folgenden Jahre durch die einzelnen Staaten ratifiziert. Ab dem 4. Januar 2006 trat die Konvention schrittweise in allen beteiligten Staaten in Kraft.

Übersicht über die Unterzeichnung und den Stand der Ratifizierung der Karpatenkonvention:

Staat Unterzeichnungsdatum Datum und Art der nationalen Umsetzung und Ratifikation Datum des Inkrafttretens25. November 200327. Februar 2006, Staatliche Veröffentlichung Nr. 96/63419. Juni 200622. Mai 200313. Oktober 2006, Gesetz Nr. 389/20066. März 200722. Mai 20035. November 2007, Staatliche Veröffentlichung Nr. 102/710. März 200822. Mai 20033. März 2004, Resolution Nr. 1944. Januar 200623. Mai 200313. Juni 2005, Dekret des Präsidenten4. Januar 200622. Mai 20037. April 2004, Resolution Nr. 1672-IV4. Januar 200622. Mai 200321. Mai 2004, Resolution Nr. 2118 / 20044. Januar 2006

Ziele mini|Ostkarpaten – Bieszczady – eine Polonina, Polen

Zu den Zielen der Karpatenkonvention zählen der Schutz und die nachhaltige Nutzung der landschaftlichen und biologischen Vielfalt, eine koordinierte Raumplanung in Grenzgebieten, ein integriertes Management von Wasserressourcen und Flussbetten, die Förderung nachhaltiger Land- und Forstwirtschaft, die Entwicklung einer nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur, die Förderung des nachhaltigen Tourismus, eine Steigerung des Umweltbewusstseins in Industrie und Energiewirtschaft, die Bewahrung des kulturellen Erbes und des traditionellen Wissens, eine Überwachung und Erforschung der Umwelt sowie Programme zur Förderung des Bewusstseins und Wissens über ökologische Zusammenhänge in der Bevölkerung. (Abgerufen am 22. November 2008)

Nachdem die Karpaten zu den Gebieten mit den größten unberührten Waldgebieten Europas zählt, wurde 2011 in Bratislava im Jahr 2011 ein Abkommen für ein nachhaltiges Forstmanagement unterzeichnet.Slowakei führt Karpatenschutz auf Radio Slovakia International vom 30. Mai 2011, abgerufen am 8. Juni 2011.

Institutionen und Finanzierung Die Umsetzung der Karpatenkonvention wird durch das Sekretariat der Konvention vorangetrieben. Derzeit übernimmt diese Aufgabe ein Interim-Sekretariat des UNEP in Wien, das so genannte Interim Secretariat of the Carpathian Convention (ISCC).Vienna Programme Office Secretariat of the Carpathian Convention, UN Environment, Vienna International Centre, 1400 Vienna Finanziert wird die Konvention durch die Beiträge der Unterzeichnerstaaten. Der Vorsitz der Staaten übernahm im Jahr 2011 die Slowakei für drei Jahre.

Weblinks Homepage der Karpatenkonvention (englisch) Vertragstext der Karpatenkonvention (englisch)

Literaturverzeichnis

Einzelnachweise

Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Umwelt- und Naturschutz) Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Polen) Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Rumänien) Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Serbien) Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Slowakei) Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Tschechien) Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Ukraine) Kategorie:Völkerrechtlicher Vertrag (Ungarn) Kategorie:Vertrag (21. Jahrhundert) Kategorie:Internationale Organisation (Wien) Kategorie:Karpaten Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 2003