mini|Erinnerungstafel für Franz Wilhelm Schweigger-Seidel in Halle (Saale) Franz Wilhelm Schweigger-Seidel (* 16. Oktober 1795 in Weißenfels als Franz Wilhelm Seidel; † 5. Juni 1838 in Halle (Saale)) war ein deutscher Mediziner und Chemiker.

Leben Seidel, Sohn des Lehrers Carl August Gottlieb Seidel, besuchte die Hauptschule in Dessau und widmete sich dann 1811 in Leipzig der Pharmazie. Ab 1815 arbeitete er als Apothekergehilfe in Merseburg, Dessau, Chemnitz und München. 1820 begann er in Halle ein Studium der Medizin und Naturwissenschaften. Nach zwei Jahren wurde er Assistent am dortigen chemischen Laboratorium, wo er Johann Salomo Christoph Schweigger kennenlernte. Seidel wird in manchen Quellen als Johann Schweiggers Adoptivsohn bezeichnet, er war jedoch sein „Adoptivneffe“. Den Namen Schweigger nahm er 1822 als Ehrung für dessen in Sizilien ermordeten Bruder, den Botaniker August Friedrich Schweigger, an. 1824 wurde er mit der Dissertation „De fibrium aestivalium origine atque natura“ zum Dr. med. promoviert. Danach absolvierte er in Berlin die praktischen Staatsprüfungen und ließ sich 1825 als Arzt in Halle nieder. Dort habilitierte er sich 1826 mit der Schrift „Prolusiones ad chemiam medicam“.

1827 wurde Schweigger-Seidel Professor für Medizin an der Universität Halle. 1828 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. 1829 begründete er in Halle das Pharmazeutische Institut, dessen Direktor er auch war. 1835 wurde er zum Schriftführer der Naturforschenden Gesellschaft zu Halle ernannt.

Schweigger-Seidel war von 1825 bis 1829 Mitherausgeber und von 1829 bis 1833 alleiniger Herausgeber des von Johann Schweigger initiierten Journals für Chemie und Physik. Danach wirkte er bis zu seinem Tod an der Herausgabe des Journals für praktische Chemie mit. Zudem gehörte er ab 1837 zu den Redakteuren des Handwörterbuches der Chemie.

1837 musste Schweigger-Seidel seine Arbeit aufgrund zunehmender Krankheit unterbrechen und suchte Erholung in den Bädern von Karlsbad. Danach nahm er noch einmal kurzzeitig seine Arbeit wieder auf. Am 5. Juni 1838 beging er Suizid durch Ertrinken in der Saale.

Sein Sohn war der Mediziner Franz Schweigger-Seidel (* 24. September 1834 in Halle; † 23. August 1871 in Halle).

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Chemiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Kategorie:Geboren 1795 Kategorie:Gestorben 1838 Kategorie:Mann