Die Schlacht an der Neretva (Originaltitel Bitka na Neretvi, italienischer Titel La battaglia della Neretva, englischer Titel The Battle of the Neretva) ist ein international produzierter Kriegsfilm aus dem Jahr 1968. Er behandelt die Schlacht an der Neretva, die für die jugoslawischen Partisanen den Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges darstellte. Die deutsche Fassung des Films stammt von Alfred Weidenmann. Die Hauptrollen sind besetzt mit Sergei Bondartschuk, Yul Brynner, Milena Dravić, Curd Jürgens, Sylva Koscina, Hardy Krüger, Franco Nero, Ralph Persson, Howard Ross, Lojze Rozman, Ljubiša Samardžić, Oleg Widow, Orson Welles und Bata Živojinović.

Das Filmmuseum Potsdam schrieb: „Jugoslawien 1943: Deutsche und italienische Truppen wollen mit den jugoslawischen Nationalisten Titos Partisanenarmee vernichten. Im engen Tal der Neretva schließt sich der Ring um die Untergrundkämpfer. Ein aufwendiges Schlachtengemälde um den Freiheitskampf der Jugoslawen.“Die Schlacht an der Neretva filmmuseum-potsdam.de

Handlung Die Vorbereitung der Schlacht Nach einer Erläuterung der Kriegslage anhand einer Karte Jugoslawiens kommt eine deutsche Panzerkolonne ins Bild, die sich über die Landstraße wälzt. Die Szene wechselt ins Partisanengebiet, wo ein Umzug von Anhängern der Volksrepublik Jugoslawien mit vorangetragenem Transparent erscheint und unter dem Jubel der Bevölkerung durch die Straße einer jugoslawischen Stadt zieht. Am Rande des Umzugs lassen sich die drei Geschwister Danica, Novak und Vuko von einem Fotografen in der Uniform der Partisanen ablichten.

Unterdessen findet im Hauptquartier von General Lohring (der Name ist offensichtlich an den Namen des realen Oberbefehlshabers, Alexander Löhr, angelehnt) eine Lagebesprechung statt, in der der General den Kommandeuren der drei deutschen Divisionen den Schlachtplan erläutert. Besondere Aufmerksamkeit widmet der General dem Divisionskommandanten Krenzer, der von Norden her angreifen soll. Im Anschluss empfängt Lohring den italienischen General Morelli, dessen Einheiten nun ebenfalls ins Kampfgebiet vorrücken. An einer Bahnstation steigen italienische Soldaten aus einem Zug, und am Rande der Szene unterhält sich Capitano Rossi mit seinem Sergeanten Maro über den bevorstehenden Angriff. Dabei lässt Rossi durchblicken, dass er den Kampf der Partisanen als gerechte Sache zur Verteidigung ihrer Heimat ansieht, wohingegen er die eigene Armee als Aggressor empfindet. Die Italiener erhalten den Befehl, sich rasch nach Prozor zu begeben.

Der Rückzug der Partisanen Oberst Krenzers Division bewegt sich nun in das vorgesehene Kampfgebiet, während der Senator der königlich-jugoslawischen Regierung vor den Einheiten der Tschetniks eine einpeitschende Rede hält, in der er unter dem Jubel der Soldaten betont, dass die kommunistischen Partisanen Titos und ihr Staat vernichtet würden. Der Kampf beginnt mit einem massiven deutschen Luftangriff auf das Hauptquartier der Partisanen, an den sich heftige Kampfszenen zwischen der Division von Oberst Krenzer mit Einheiten der Partisanen anschließen. Oberst Krenzer meldet an Lohring, dass der Widerstand der Partisanen heftiger als erwartet sei. Der Kampf wird auf Seiten der Partisanen vom Brigadekommandanten Ivan und dem Artilleriekommandanten Martin angeführt. Beide erhalten den Befehl zum Rückzug. In diesen ersten Kämpfen fällt der Partisan Vuko (einer der fotografierten drei Geschwister) und stirbt in den Armen seines Bruders Novak.

In einer Lagebesprechung der Partisanen wird nun ein umfassender Rückzugsplan vorgestellt, da die Kräfte für eine offene Schlacht gegen die Übermacht der Angreifer nicht ausreichen. Das Kampfgebiet und der Partisanenstaat Titos am Westufer der Neretva sollen aufgegeben werden und ein Übergang über den Fluss nach Osten vorgenommen werden. Die zahlreichen Verwundeten und Typhuskranken sollen ebenfalls gerettet werden, was zwar von Djuka als schwere Bürde für die Beweglichkeit der Partisanen empfunden wird, aber dennoch von den anderen Kommandeuren unterstützt wird. Kommandant Stole vermeldet aus dem Hauptquartier Titos, dass es zunächst gelte, die Stadt Prozor anzugreifen, wo die Italiener Stellung bezogen haben. Die Pioniere von Kommandant Vlado sollen unterdessen die Zufahrtswege sprengen, um ein Vorrücken der Deutschen zu behindern. In der nächsten Szene gerät eine deutsche Panzerkolonne auf einem Gebirgsweg in die Sprengfalle von Vlados Leuten. Nicht nur die kämpfenden Einheiten, sondern auch viele Zivilisten mit Frauen und Kindern, darunter auch ein Dichter mit literarischen Werken in der Landessprache, begeben sich auf die Flucht. Mit Pferde- und Rinderfuhrwerken, begleitet von Viehherden, bewegt sich der Flüchtlingstreck übers Land. Notdürftige Lager mit Feuerstellen gegen das kalte Winterwetter gruppieren sich entlang der Fluchtwege.

Die Ruhe vor dem Sturm Deutsche Soldaten bringen in den eroberten Gebieten Steckbriefe an den Hauswänden an, dass auf die Ergreifung Titos eine Belohnung von 100.000 Goldmark ausgesetzt ist. Szenen sind nun zu sehen, in denen Deutsche und Ustascha-Einheiten gefangene Partisanen hängen oder erschießen.

Das Elend der Flüchtlinge wird deutlich, als ein Mann darum bittet, dass seine beiden Kinder, die schon seit zwei Wochen unterwegs sind, auf einem der Lastwagen des Verwundetentransports der Partisanen mitfahren dürfen. Dies ist möglich, weil kürzlich ein Verwundeter gestorben und sein Platz freigeworden ist. Die flüchtenden Einheiten sind wiederum starken Luftangriffen ausgesetzt. Bei dem Angriff wird das Funkgerät von Artilleriekommandant Martin zerstört, so dass die anderen Kommandeure zunächst einen Überraschungsangriff ihrer Infanterie auf Prozor vereinbaren, ohne auf Artillerieunterstützung zu warten. Inmitten des Aufbruchs zum Angriff wird deutlich, dass Brigadekommandant Ivan und Partisanin Danica mehr als nur Freundschaft verbindet. Beiden bleibt jedoch kaum die Zeit für eine zärtliche Umarmung, ehe sie sich wieder voneinander verabschieden müssen.

Die Italiener in Prozor begeben sich in Gefechtsbereitschaft. Der erste Angriff der Partisanen auf Prozor misslingt, da er ohne Artillerieunterstützung im heftigen Kugelhagel der italienischen Gegenwehr stecken bleibt. General Morelli kann seine Soldaten beglückwünschen, dass sie durch die erfolgreiche Verteidigung Prozors den Übergang der Partisanen über die Neretva verhindert haben. Er kündigt an, dass die Reste der Partisanenverbände mit Hilfe der Deutschen alsbald restlos vernichtet würden.

Nächtliche Überraschung in Prozor An die Partisanenkommandeure ergeht nun der schriftliche Befehl Titos, dass Prozor noch in der Nacht erneut anzugreifen sei und erobert werden müsse. Nach heftigen Straßenkämpfen fällt Prozor in die Hände der Partisanen, und die Italiener ziehen sich zurück. Im Trubel der Siegesfeier erfährt Danica von Boško, der durch eine Kopfverletzung geistig verwirrt ist, dass ihr Bruder Vuko bereits bei den ersten Kämpfen gefallen ist. Der italienische Capitano Rossi läuft zu den Partisanen über und wird von Martin in die Artillerieeinheit aufgenommen.

Entscheidung in Jablanica Beim Angriff der Partisanen auf Jablanica gelingt es Kommandant Martin, das Hauptmunitionslager der Italiener zu treffen. Schließlich fällt die Stadt Jablanica in die Hände der Partisanen, und General Morelli wird gefangen genommen. Die Partisanen weigern sich, Morelli, wie von ihm verlangt, zu füsilieren und wollen ihn stattdessen wie jeden anderen gewöhnlichen Gefangenen zum Tragen von Lasten heranziehen. Um dem ihm zugedachten Schicksal zu entrinnen, begeht General Morelli mit Hilfe einer versteckten Pistole Selbstmord.

Es folgt eine Lagebesprechung zwischen General Lohring und dem jugoslawischen Senator. Dabei drängt der General auf eine rasche Vernichtung der Partisanen, nachdem der Senator vorgeschlagen hat, dass man die Partisanen langsam aushungern solle. Nach weiteren Luft- und Artillerieangriffen der Deutschen auf den Treck der Partisanen kommt das Gros der Flüchtlinge an der Stelle an, wo die einzige noch verbliebene Brücke über die Neretva führt.

Die Zerstörungsstrategie Vlado sprengt die Brücke auf Befehl von Titos Hauptquartier vor vieler Augen in die Luft, was ihm großes Unverständnis einträgt. Auch General Lohring fragt sich nun angesichts der Bilder der Luftaufklärung, die ihm vorgelegt werden, warum die Partisanen ihre einzige noch verbliebene Fluchtmöglichkeit über die Neretva selbst zerstört haben. Er kommt zur Überzeugung, dass Titos Leute über Jablanica hinaus jetzt nach Norden vorstoßen, wo die Division von Oberst Krenzer bereitsteht. Deshalb wird die Konzentration auf die bisherigen Ziele aufgegeben.

Ivan kommt mit seiner Brigade der Nachhut der Partisanen zu Hilfe, die nun in einen neuen Kampf mit den Truppen von Oberst Krenzer hineingezogen werden. Während dieses Kampfes wird Capitano Rossi durch ein Panzer MG schwer verwundet. Mit letzter Kraft schleppt er sich zu den Stellungen der Partisanen, wo er in Martins Armen stirbt, nachdem ihm ebenjener versprochen hat, einen Brief an Micheles Frau zu schicken. Die verwundeten Partisanen stimmen ermutigt durch Martin mitten im Schlachtenlärm ein patriotisches Lied an, welches zur Hebung der Kampfmoral beiträgt. Während der Schlacht kommt es nun zu grausamen Nahkampfszenen, in welche die Ustaschi verwickelt sind. General Lohring verlangt von Krenzer einen erneuten Angriff, damit die Partisanen unbedingt am Vordringen ins nördliche Bosnien gehindert werden, aber Krenzer entschließt sich, in Verteidigungsposition zu verharren. Inzwischen hat General Lohring erkannt, dass die Partisanen nun doch im Begriff sind, die Neretva zu überqueren, da Vlados Pioniere an der Stelle der gesprengten Brücke einen provisorischen Übergang errichtet haben. Die Tschetniks werden nun zur Neretva beordert und die Luftwaffe fliegt heftige Angriffe auf die flüchtigen Partisanen, die im Begriff sind, die Brücke zu überqueren. Dabei sterben viele Flüchtlinge im Bombenhagel.

Die Einkreisung der Tschetniks Der Partisanenkommandant Stole plant, die Tschetniks einzukesseln und zu vernichten. Solange noch nicht alle Partisaneneinheiten in Stellung sind, sollen die Tschetniks durch eine Vorhut am alten Friedhof in Schach gehalten werden. Der Senator der königlich-jugoslawischen Regierung erkennt, dass die Tschetniks Gefahr laufen, im bevorstehenden Kampf aufgerieben zu werden und möchte im letzten Augenblick ein Eingreifen in die Schlacht verhindern. Der Kommandeur der Tschetniks widersetzt sich jedoch diesem Ansinnen und erschießt den Senator. Der Kampf ist nun nicht mehr aufzuhalten. Die beiden Geschwister Danica und Novak fallen wie fast alle ihre Genossen beim hinhaltenden Kampf gegen die Tschetniks am alten Friedhof, jedoch trägt dieses Opfer dazu bei, dass es den Partisanen gelingt, die Tschetniks vollständig einzukreisen und schließlich deren Kapitulation zu erzwingen.

Die Partisanen werfen noch verbliebenes schweres Gerät am Westufer der Neretva in den Fluss und setzen sich nach Osten ab. Kommandant Martin ist traurig, dass er seine Geschütze zurücklassen muss, aber Vlado tröstet ihn mit den Worten, dass im Osten neue auf ihn warten. Auf dem Marsch nach Osten sterben viele der Erkrankten an Erschöpfung, darunter auch die an Typhus erkrankte Krankenpflegerin Nada und ihr Freund, der ebenfalls erkrankte Genosse Nikola.

Historischer Hintergrund