mini|Thomas Schmidheiny am St. Gallen Symposium (2004) Thomas Schmidheiny (* 17. Dezember 1945 in BalgachHans O. Staub: Von Schmidheiny zu Schmidheiny. Verein für Wirtschaftshistorische Studien, Meilen 1994, ISBN 3-909059-07-4, S. 200.; heimatberechtigt ebendaOtto Oesch-Maggion: Geschlechterbuch der Hofgemeinde Balgach. Staatsarchiv St. Gallen, abgerufen am 12. Mai 2022.) ist ein Schweizer Unternehmer und Kunstsammler.

Leben Thomas Schmidheiny wurde geboren als Sohn des Unternehmers Max Schmidheiny (1908–1991); der Unternehmer Stephan Schmidheiny ist sein Bruder. Nach der Matur an der Kantonsschule Trogen studierte Thomas Schmidheiny Maschinenbau an der ETH Zürich und schloss 1969 mit dem Diplom (Diplom Ing. ETH Betriebswissenschaften sowie Regel- und Verfahrenstechnik) ab.

1970 wurde er technischer Direktor des mexikanischen Zementkonzerns Cementos Apasco (heute Holcim Apasco). 1972 erlangte er einen MBA der Privatschule IMD Lausanne. 1976 wurde er in die Geschäftsleitung und 1978 in den Verwaltungsrat des Zementherstellers Cementfabrik «Holderbank» berufen. Von 1978 bis 2001 war er Geschäftsführer und von 1984 bis 2003 ausserdem Verwaltungsratspräsident. Er ist Ehrenpräsident des Verwaltungsrates.

Er war Mitglied im Aufsichtsrat der Fletcher School of Law and Diplomacy. Er ist Hauptaktionär und sitzt im Verwaltungsrat der Grand Resort Bad Ragaz AG, eines der grösseren Hotelunternehmen der Schweiz, das er von seinem Vater geerbt hat. Die langfristige Präsenz der Familie ist durch die Tochter Lisa gesichertThomas Schmidheiny. In: Die 300 Reichsten, Bilanz 12/2021, S. 193.

Ihm gehört die nach Schweizer Recht errichtete Stiftung Kunstsammlung Thomas Schmidheiny, die insbesondere Werke des Schweizer Malers Ferdinand Hodler der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen will. Auch ist er Mitglied der Max Schmidheiny-Stiftung zugunsten der Universität St. Gallen und ihrer Institute sowie Mitglied der Stiftung zur Förderung des Studiengangs Master in Law and Economics an der Universität St. Gallen. Er ist (zusammen mit dem Unternehmer Klaus Gebert und der Stadt Rapperswil) Mitbegründer und Stiftungsratspräsident der Stiftung Futur zur Förderung von Jungunternehmern. Ausserdem betreibt er ein Weingut in Balgach und vertreibt Weine unter verschiedenen Marken.

Thomas Schmidheiny sah sich immer wieder der öffentlichen Kritik ausgesetzt, sei es als damaliger Grossaktionär bei der für ihre Lohnpolitik in Südafrika kritisierten Holcim, oder mit dem Austritt aus dem Aufsichtsgremium von Xstrata im Sommer 2001, deren Tochterfirma Vantech in Südafrika massiv gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorkehrungen verstossen haben soll. Der Austritt erfolgte, nachdem er wegen eines illegalen Börsengeschäftes ins Visier der spanischen Antikorruptionsbehörden kam und dank Kooperationsbereitschaft mit einer reduzierten Strafe von 1,5 Mio. Euro Busse bestraft wurde.Auch Thomas Schmidheiny kassierte einst. In: Tages-Anzeiger, 31. März 2011. Abgerufen am 27. August 2012. In: Bilanz, 30. April 2003. Abgerufen am 27. August 2012. In: work, 18. April 2004. Abgerufen am 27. August 2012.

Nach der erstinstanzlichen Verurteilung seines Bruders wurde im Juli 2012 auch gegen Thomas Schmidheiny in Italien im Eternit-Prozess eine Untersuchung eingeleitet, aber ergebnislos eingestellt.Untersuchung in Italien auch gegen Thomas Schmidheiny. In: Handelszeitung, 26. Juli 2012. Abgerufen am 27. August 2012.

1999 verlieh ihm die Tufts University für seinen Einsatz für nachhaltige Entwicklung ein Ehrendoktorat.

Schmidheiny ist verheiratet und hat einen Sohn und drei Töchter.Markus Städeli, Charlotte Jacquemart: In: NZZ am Sonntag vom 29. Juli 2012.

Engagement bei Swissair und Folgen Schmidheiny gehörte von 1980Swissair: Der Prozess kommt auf Touren. NZZ Online, 21. Januar 2007, abgerufen am 2. Oktober 2011. bis 2001 dem Verwaltungsrat der Fluggesellschaft Swissair (später: SAirGroup) an, ab 1994 als Vizepräsident., Handelsregister des Kantons Zürich, abgerufen am 2. Oktober 2011.

Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich erhob im März 2006 im Zusammenhang mit dem Swissair-Konkurs Anklage gegen Schmidheiny und weitere 18 Personen. Ihm wurde Gläubigerschädigung und mehrfache ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Er wurde, wie die anderen 18 Angeklagten, freigesprochen. Er erhielt eine Prozessentschädigung in der Höhe von 194'079 Franken.Swissair-Prozess: Verteidiger plädieren auf Freispruch in: Swissinfo vom 22. Februar 2007 In: Tages-Anzeiger vom 7. Juni 2007 Die Staatsanwaltschaft zog das Urteil nicht weiter; damit ist der Freispruch rechtskräftig.Staatsanwaltschaft zieht SAirGroup-Urteile nicht weiter. In: NZZ Online vom 7. September 2007

Vermögen Thomas Schmidheinys Vermögen wurde 2021 vom Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz auf 3 bis 3,5 Milliarden Schweizer Franken geschätzt. Gemäß der Forbes-Liste 2015 beträgt sein Vermögen ca. 5,5 Milliarden US-Dollar. Damit belegt er Platz 6 in der Schweiz und Platz 271 auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt.

Siehe auch Familie Schmidheiny

Werke Probleme und Zukunftschancen der St. Galler Wirtschaft. Randbedingungen für Unternehmungen der Hochtechnologie-Branche. Hochschule St. Gallen für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, St. Gallen 1985. (Unternehmungsführung; 1). Die Schweiz am Scheideweg. Tradition oder Aufbruch. Solothurnische Handelskammer, Solothurn 1990.

Literatur

Constantin Seibt: Der Swissair-Prozess. Echtzeit, Basel 2007, ISBN 978-3-905800-04-3.

Weblinks

Einzelnachweise

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