mini|270px|Filialkirche St. Nikolaus
Herzogenreuth (bambergisch: Herzareud) ist ein Gemeindeteil des Marktes Heiligenstadt i.OFr. im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Herzogenreuth hat eine Fläche von 4,214 km². Sie ist in 415 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10153,40 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Geisdorf.
Geografie Das Kirchdorf liegt in der Fränkischen Schweiz und ist mit das höchstgelegene Dorf im Landkreis Bamberg und liegt nordöstlich vom Geisberg. Hier auf den Hochflächen des Jura hat man bei gutem Wetter einen Blick bis ins Fichtelgebirge.
Die Staatsstraße 2187 führt nach Tiefenpölz (2,4 km südöstlich) bzw. nach Neudorf bei Scheßlitz (3,5 km nördlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Laibarös zur Staatsstraße 2281 (2,9 km nordöstlich), nach Geisdorf (1,4 km östlich) und nach Lindach (1,7 km südlich).
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1255, als der Bamberger Bischof dem Chunemund von Giech das Dorf „Herzogengeriuth“ für 150 Mark Silber verpfändete.
Zur Realgemeinde Herzogenreuth gehörte Geisdorf. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herzogenreuth aus 27 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Scheßlitz. Grundherren waren das Amt Scheßlitz (3 Höfe mit je 2 Häusern, 1 Hof mit 2 Häusern und Schmiede, 1 Hof mit 2 Häusern, 1 Schenkstatt mit Brauhaus, 5 Höfe, 3 Halbhöfe, 3 Viertelhöfe, 1 Sölde, 1 Gütlein), das Gotteshaus Scheßlitz (1 Sölde, 1 Schulhaus) und die Gemeinde (1 Hirtenhaus).W. Weiß: Bamberg, S. 129.
Im Jahre 1802 kam Herzogenreuth an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Herzogenreuth gebildet, zu dem Geisdorf gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Herzogenreuth, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, seit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).W. Weiß: Bamberg, S. 247. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,205 km².
Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Herzogenreuth im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Heiligenstadt eingegliedert.
Baudenkmäler In Herzogenreuth gibt es drei Baudenkmäler: Haus Nr. 6: Bauernhaus mit Austragshaus Haus Nr. 23: katholische Filialkirche St. Nikolaus. Die Kirche hat mit ihrem romanischen Chorturm und der über einen Meter starken Friedhofsmauer noch das Aussehen einer Dorfburg. Großstadel bei Haus Nr. 25
Alte Beschreibungen In Biedermanns Topographische Beschreibung aus dem Jahr 1752 wird Herzogenreuth folgendermaßen geschildert:
Einwohnerentwicklung Gemeinde Herzogenreuth Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 167 184 174 177 179 178 177 184 198 189 179 196 156 166 171 193 206 207 204 221 213 206 184 170HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 48 33 35 35 33 32 32 33 Quelle
Ort Herzogenreuth Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 142 152 147 167 140 181 173 163 154 138Häuser 32 30 28 28 27 28 32Quelle
Religion Herzogenreuth ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Martin (Tiefenpölz) gepfarrt.
Literatur
Dieter Zöberlein: Gemeindechronik Markt Heiligenstadt i. OFr. – Herausgegeben anlässlich der Feier des 450-jährigen Jubiläums der Verleihung des Marktrechtes an Heiligenstadt i. OFr. Heiligenstadt 1995.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Ortsteil von Heiligenstadt in Oberfranken Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Geographie (Fränkische Schweiz) Kategorie:Ersterwähnung 1255 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg