mini|Logo des CFDA Der Council of Fashion Designers of America (CFDA) ist ein Berufsverband US-amerikanischer Modedesignerinnen und -designer. Er verleiht mit dem gleichnamigen Fashion-Award die angesehenste Auszeichnung der Modebranche in den Vereinigten Staaten.
Geschichte Die Nonprofit-Organisation mit Sitz in New York City wurde 1962 von der Mode-Journalistin und Kritikerin Eleanor Lambert gegründet. Zweck der Organisation ist die Förderung des Erfolgs von amerikanischen Modeunternehmen. Der CFDA vergibt jährlich den gleichnamigen Preis, arbeitet mit Hochschulen und Universitäten zusammen und unterstützt Nachwuchs-Designer, u. a. durch Stipendien. Zu den Präsidenten des CFDA zählten in der Vergangenheit unter anderem Norman Norell, Óscar de la Renta, Bill Blass oder Perry Ellis. Von 2006 bis 2019 stand Diane von Fürstenberg als Vorsitzende des Verbandes einem Board of Directors vor, dem mit ihr 26 amerikanische Modedesigner angehörten. Ihr Nachfolger wurde Tom Ford, seit Januar 2023 hat Thom Browne den Vorsitz. Derzeit hat der CFDA um die 400 Mitglieder, die allesamt Designer von Damen- oder Herrenmode bzw. von Schmuck oder Accessoires sind und entweder US-Bürger oder Ausländer mit in den USA angesiedelten Modefirmen sein müssen.
CFDA Fashion Awards mini|Calvin Klein gehörte 1981 zu den ersten Gewinnern des CFDA Fashion Awards Seit 1981 verleiht der Verband im Rahmen der CFDA Fashion Awards im Lincoln Center in New York mehrere Preise an vorwiegend US-amerikanische Modedesigner, aber auch an internationale Modeschöpfer, für besondere Leistungen in der Welt der Mode. Aufgrund des hohen Ansehens, das die Auszeichnungen in der Modebranche genießen, wird die Gala auch als „Oscars of Fashion“ (‚Oscar-Verleihung der Mode‘) bezeichnet. Ähnlich wie bei der Oscar-Verleihung werden auch bei den CFDA Fashion Awards einige Monate vor der eigentlichen Zeremonie die Nominierten in den einzelnen Kategorien bekanntgegeben, von welchen dann am Abend der Verleihung der oder die Gewählte (mitunter werden die Preise auch an mehrere Personen vergeben) gekürt wird. Die Verleihungen finden in der Regel im Juni eines jeden Jahres statt.
Vorläufer der CFDA Fashion Awards waren die Coty American Fashion Critics’ Awards, kurz Coty Awards, die von dem Parfümhersteller Coty Inc. unter der Leitung von Eleanor Lambert 1942 ins Leben gerufen worden waren und von 1943 bis 1984 ausschließlich an amerikanische Persönlichkeiten aus der Modebranche verliehen wurden. Zu den ersten Preisträgern 1943 gehörten Hattie Carnegie, Lilly Daché und Norman Norell; zu den letzten im Jahr 1984 Donna Karan, Perry Ellis und Jhane Barnes. Eine ähnliche Mode-Preisverleihung in den USA war der Neiman Marcus Award for Distinguished Service in the Field of Fashion, der 1938 erstmals verliehen wurde.
Die CFDA Fashion Awards werden seit Ende der 1980er Jahre in den folgenden Kategorien verliehen (bis Mitte der 1980er hatte es keine festen Kategorien gegeben): Der Womenswear Designer of the Year (Damenmode), der Menswear Designer of the Year (Herrenmode) und der Accessory Designer of the Year (Accessoires) sind die Hauptpreise. Sie werden nur an Designer vergeben, die in den Vereinigten Staaten arbeiten und dort ihren Hauptsitz haben. Der Google Shopping American Emerging Designers Award ist eine Auszeichnung für amerikanische Nachwuchstalente. Der Nachwuchspreis wurde von 1986 bis 2000 sowie 2002 in Gedenken an den 1986 verstorbenen Designer Perry Ellis verliehen. In den Jahren 2001 sowie von 2003 bis 2006 wurde er unter dem Namen Swarovski’s Perry Ellis Award verliehen, von 2007 bis 2019 hieß er Swarovski Award. Seit 2023 wird der Preis von Google gesponsort. Anfangs ein einzelner Preis, gab es seit 1993 in der Regel je einen Preis für die Kategorien Womenswear und Menswear sowie seit 1995 auch für die Kategorie Accessory Design (siehe A). 2017 wurden die drei Kategorien wieder zu einem Preis zusammengefasst. Der Eugenia Sheppard Award wird, benannt nach der amerikanischen Modejournalistin Eugenia Sheppard (1900–1984), seit 1987 für außergewöhnliche Leistungen an Journalisten oder Künstler verliehen, deren Einfluss die Modewelt verändert hat. Der Geoffrey Beene Lifetime Achievement Award (von 1985 bis 2006: Lifetime Achievement Award), benannt nach dem amerikanischen Modeschöpfer Geoffrey Beene (1927–2004), wird für das Lebenswerk verliehen. Zu den Preisträgern der Vergangenheit gehören unter anderem Nancy Reagan, Ralph Lauren, Gianni Versace und Valentino Garavani. Der International Award wird an international tätige Designer verliehen. Die Kategorie wurde 1992 erstmals offiziell verwendet, obwohl schon zuvor nicht-amerikanische Preisträger vom CFDA geehrt worden waren. 2019 wurde der Preis in Valentino Garavani and Giancarlo Giammetti International Award umbenannt, nachdem der italienische Modedesigner Valentino und sein Geschäftspartner Giammetti einen Sponsorenvertrag abgeschlossen hatten. Der Eleanor Lambert Award (seit 2002), in Anerkennung an Eleanor Lambert, ist ein Preis für einzigartige Beiträge zur Modewelt und/oder Beiträge, die die Anerkennung der Modeindustrie verdienen, aber nicht in eine der anderen Kategorien fallen. Der Board of Directors’ Special Tribute ist seit 2003 als spezielle Ehrung für außergewöhnliche Beiträge zur Modewelt gedacht. Zu den Preisträgern der Vergangenheit zählen unter anderem Oleg Cassini, Tom Ford, Norma Kamali, Bono, Michael Bloomberg, Michelle Obama und Alexander McQueen (postum). Der Fashion Icon Award wird seit 2002 (keine Vergabe 2004 und zwischen 2006 und 2009) an Personen verliehen, deren persönlicher Stil einen starken Einfluss auf die Modewelt hat. Bislang wurden unter anderem Nicole Kidman, Kate Moss, Iman Abdulmajid, Lady Gaga, Johnny Depp und Rihanna geehrt.
Gewinner (Auswahl) JahrWomenswear Award (Damenmode)Menswear Award (Herrenmode)Accessories Award (Accessoires)American Emerging Designer (Nachwuchspreis)Womenswear (siehe W in Tabelle; dt. Damenmode), Menswear (siehe M; dt. Herrenmode), Accessory Design (siehe A; dt. Accessoires-Entwurf).LebenswerkInternational Award2022Catherine Holstein für KhaiteEmily Bode Aujla für BodeRaul Lopez für LuarElena VelezLaurie Lynn Stark und Richard Stark für Chrome Hearts2021Christopher John RogersEmily Bode Aujla für BodeTelfar Clemens für TelfarEdvin Thompson für TheophilioDemna für Balenciaga (W), Grace Wales Bonner (M)2020Gabriela HearstKerby Jean-Raymond für Pyer MossTelfar Clemens für TelfarChristopher John RogersPierpaolo Piccioli für Valentino (W),