Juschno-Kurilsk () ist eine Siedlung städtischen Typs in der Oblast Sachalin (Russland) mit Einwohnern (Stand ).

Geographie Die Siedlung liegt auf einer Landspitze an der Ostküste der zur Südgruppe der Kurilen gehörenden Insel Kunaschir.

Juschno-Kurilsk ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons Juschno-Kurilsk („Süd-Kurilen-Rajon“) und heute größter Ort der gesamten Inselgruppe. Es liegt 550 Kilometer (Luftlinie) südöstlich des Oblastverwaltungszentrums Juschno-Sachalinsk (auf Sachalin).

Geschichte Bereits im 19. Jahrhundert – bevor die Zugehörigkeit der Kurilen zu Japan 1855 im Vertrag von Shimoda festgeschrieben wurde – gab es auf Kunaschir mehrere japanische Siedlungen, so im Bereich des heutigen Juschno-Kurilsk den Ort Furukamappu (jap. ).

Im Zweiten Weltkrieg wurde Kunaschir am 1. September 1945 von der Roten Armee kampflos eingenommen. In der Folge wurde die japanische Zivilbevölkerung bis 1947 deportiert und Kunaschir wie die Nachbarinseln der Sowjetunion einverleibt, was jedoch Japan bis heute nicht anerkennt und daher Insel wie Siedlung zu seiner Unterpräfektur Nemuro zählt (Kurilenkonflikt).

Die Errichtung einer neuen Siedlung Juschno-Kurilsk (russisch etwa für „Süd-Kurilen-Siedlung“) als Verwaltungszentrum für den neu geschaffenen Rajon der Oblast Sachalin begann 1946 hauptsächlich mit Kräften japanischer Kriegsgefangener. 1949 wurde der Status einer Siedlung städtischen Typs verliehen.

Nachdem die unmittelbar an der Küste gelegene Siedlung 1953 durch einen Tsunami stark zerstört worden war, wurde sie etwa 30 Meter höher gelegen erneut aufgebaut. Am 5. Oktober 1994 wurden durch ein Erdbeben mit folgendem Tsunami 90 Prozent der Gebäude beschädigt, elf Menschen kamen ums Leben. des Tsunami-Warnzentrums Juschno-Sachalinsk (englisch)

Bevölkerungsentwicklung mini|Ortszentrum mini|Russisch-Orthodoxe Kirche in Juschno-Kurilsk Jahr Einwohner 1959 3478 1970 3214 1979 4633 1989 6344 2002 5751 2010 5832 2021 6991 Anmerkung: Volkszählungsdaten

Kultur und Sehenswürdigkeiten Seit 1991 gibt es in Juschno-Kurilsk ein Heimatmuseum der Südkurilen.

Wirtschaft und Infrastruktur Die Wirtschaft von Juschno-Kurilsk wird von Fischfang und -verarbeitung bestimmt. Die Inselverwaltung setzt große Hoffnungen in die Entwicklung des Tourismus, insbesondere aus Japan.

Straßen verbinden die Siedlung mit den wenigen nördlich (Otradnoje) und südlich (Gorjatschi Pljasch, Golownino) gelegenen Dörfern der Insel. An der Straße nach Golownino liegt etwa 15 Kilometer südwestlich der Flughafen Mendelejewo. Der Flughafen wurde jedoch seit seiner Errichtung noch durch die Japaner kaum erneuert, war deshalb bereits bis Mitte der 1990er-Jahre für einige Zeit außer Betrieb und ab 2006 erneut geschlossen. (russisch) Momentan besteht wieder Verbindung nach Juschno-Sachalinsk (November 2008).

Passagierschiffsverbindung besteht einmal wöchentlich nach Korsakow auf Sachalin.

Einzelnachweise

Weblinks

Website der Verwaltung von Juschno-Kurilsk (russisch)

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