Secret of Mana (, Seiken Densetsu 2) ist ein Rollenspiel für das Super Nintendo Entertainment System, welches am 24. November 1994 in Europa von Square (heute Square Enix) veröffentlicht wurde. Es ist die Fortsetzung des Spiels Mystic Quest und der erste Titel der Mana-Serie der nicht als Teil der Final-Fantasy-Serie vermarktet wurde. Eine Besonderheit auf dem SNES war die Möglichkeit, Mithilfe des Multitap-Adapters mit bis zu drei Spielern kooperativ gleichzeitig spielen zu können.
Am 15. Februar 2018 wurde ein 3D-Remake für die PlayStation 4 und Steam (PC) veröffentlicht.
Geschichte Drei Jungen aus dem Quelldorf missachten die Anordnungen des Dorfältesten und gehen zum nahen Wasserfall, von dem gesagt wird, dass dort ein Schatz aufbewahrt wird. Randi, einer der drei, stolpert und fällt den Wasserfall hinunter. Dort findet er ein altes, rostiges Schwert, das in einem Stein steckt. Eine ihm unbekannte Stimme sagt, dass er es herausziehen und befreien sollte. Als er das Schwert befreit hat, tauchen überall Monster in Quelldorf und der näheren Umgebung auf. Die Dorfbewohner sehen die Entfernung des Schwertes als schlechtes Zeichen und verbannen Randi für immer aus Quelldorf. Ein älterer Ritter mit Namen Gemma erkennt das Schwert kurz darauf als das legendäre Mana-Schwert und treibt Randi dazu an, die acht Manatempel zu besuchen, um die Kraft des Schwertes zu reaktivieren. Auf seinen Reisen lernt er schließlich Prim und Popoi kennen, die ihn begleiten. Popoi versucht zunächst, Randi um sein Geld zu erleichtern, sieht in ihm jedoch eine Möglichkeit, sein Gedächtnis zurückzuerlangen. Prim hingegen möchte ihre große Liebe Dyluck finden, der vor einigen Monaten verschollen ist.
Acht Mana-Samen Während ihrer Reise werden die Helden vom Imperium verfolgt, welche die Siegel der acht Mana-Samen brechen und damit die Mana-Festung wiederauferstehen lassen wollen. Weder Imperator Vandol noch seinen Untergebenen ist bewusst, dass sie von Thanatos manipuliert werden, einem antiken Magier, der ihnen versprochen hat, ihnen bei der Übernahme der Welt zu helfen. Da sich der Zustand von Thanatos' Körper immer mehr verschlechtert, ist er auf der Suche nach einem passenden Körper, den er besetzen kann. Nachdem er das komplette Imperium in eine Trance versetzt hat, entführt er zwei passende Kandidaten, Dyluck und eine junge Frau namens Phanna, entscheidet sich im Verlauf des Spiels jedoch für Dyluck. Schließlich gelingt es dem Imperium, alle acht Mana-Samen zu entsiegeln. Allerdings verrät Thanatos den Imperator und tötet ihn und seine Männer, um selbst die Kontrolle über die Mana-Festung zu erhalten.
Der Mana-Baum Die Gruppe reist zum Nebelvulkan, um den Mana-Baum aufzusuchen. Thanatos jedoch erkennt den Plan der Helden, positioniert die Mana-Festung über dem Baum und zerstört ihn. Die verbrannten Überreste des Baumes sprechen mit den Helden und offenbaren, dass bald eine Kreatur mit Namen Mana-Drache beschworen wird, welches die Festung zerstören wird. Dieser hat jedoch kaum Kontrolle über seine Macht und wird die Welt wohl gleich mit zerstören. Der Baum erklärt zudem, dass er aus den Seelen der Frauen einer bestimmten Blutlinie besteht und gerade mit der Stimme von Randis Mutter spricht. Sie war die Frau von Arion, dem ersten Mana-Ritter. Arions Geist hatte beim Wasserfall mit Randi gesprochen und ihn dazu gebracht, das Schwert aus dem Stein zu ziehen, damit er den Mana-Drachen aufhalten kann. Das Trio fliegt mit Luftis Hilfe zur Mana-Festung und konfrontiert Thanatos, welcher gerade die letzten Vorbereitungen trifft, um sein Gedächtnis mit dem von Dyluck zu tauschen. Mit seinen letzten Kräften warnt Dyluck die Helden davor, dass Thanatos seine Seele an die Unterwelt verkauft hat und die Festung keinesfalls haben darf. Daraufhin tötet er sich selbst und sorgt so dafür, dass Thanatos sich in einen skelettartigen Lich verwandelt, der letztendlich besiegt werden kann. Kurz darauf gibt sich der Mana-Drache zu erkennen und attackiert die Festung. Randi ist zurückhaltend beim Kampf gegen die Kreatur, weil er Angst hat, dass das Verschwinden allen Manas, was durch den Tod des Drachen verursacht würde, auch zu Popois Ende führt. Doch Popoi ermutigt ihn dazu und so aktiviert Randi die volle Kraft des Mana-Schwertes. Dies führt zu einer Explosion des Mana-Drachen und er verwandelt sich in Schnee, der auf die Erde rieselt. Am Ende des Spiels sieht man Randi, wie er das Schwert an seinen rechtmäßigen Platz zurückbringt und Popois Geist hinter ihm erscheint.
Entwicklung Secret of Mana wurde von Koichi Ishii, dem Schöpfer des Game-Boy-Vorgängers, Final Fantasy Adventure, inszeniert und entworfen. Er erklärte, dass er der Meinung sei, dass Secret of Mana mehr „sein Spiel“ ist als andere Projekte, an denen er gearbeitet hat, wie die Final-Fantasy-Serie. Das Spiel wurde in erster Linie von Nasir Gebelli programmiert und vom erfahrenen Designer Hiromichi Tanaka produziert. Zusätzlich zur besseren Grafik- und Klangqualität als sein Vorgänger wurde die Angriffskraftanzeige geändert, um noch ansprechender zu sein. Das Waffenlevelsystem ersetzte das System von Final Fantasy Adventure, um die Geschwindigkeit der Angriffslehre zu erhöhen.
Mehrspieler-Spiel Das Partysystem erhielt auch ein Upgrade vom ersten Teil. Anstelle von temporären Gefährten, die nicht aktualisiert werden konnten, wurden Gruppenmitglieder zu ständigen Protagonisten und konnten von anderen Spielern kontrolliert werden. Die Multiplayer-Komponente war nicht Teil des ursprünglichen Designs, wurde jedoch hinzugefügt, als die Entwickler erkannten, dass sie alle drei Charaktere leicht vom Menschen steuern lassen konnten.
Echtzeit-Kampfsystem Wie schon im ersten Seiken Densetsu finden die Kämpfe in Echtzeit statt; zwischen den Angriffen müssen Spieler eine feste Zeitspanne warten, um wieder einen effektiven Waffenhieb auszuführen zu können. Ebenso führen die Gegner ihre Angriffe mit unterschiedlichen Zeitabständen aus, je nachdem, ob sich der Spieler in ihrer Nähe befindet.
Die begleitenden Spielfiguren können zusätzlich unterschiedliche Zauber wirken, wobei das Mädchen eher über defensive Magien verfügt und der Kobold vorwiegend Angriffszauber ausübt. Werden die Begleiter nicht von zwei zusätzlichen Spielern gesteuert, übernimmt das Spiel ihre grundlegende Kontrolle, wobei der Spieler den Grad ihrer Aggressivität und die Aufladung der Waffen vorgeben kann.
Neben der Stufenerhöhung der Spielfiguren steigern sich auch Waffen und Zauber durch wiederholten Gebrauch in ihrer Effektivität. Das Fenstermenü des Vorgängers wurde durch das sogenannte Ringmenü ersetzt, bei dem Gegenstände oder Zauber als ein Reif von Symbolen dargestellt werden, welcher über einen Cursor rotierend die Auswahl wechselt. Das verwendete Echtzeit-Kampfsystem wurde von seinen Entwicklern als Erweiterung des Kampfsystems beschrieben, das in den Final-Fantasy-Titeln verwendet wurde. Das System für Erfahrungspunkte und das Aufsteigen wurde aus Final Fantasy III übernommen. Laut Tanaka verfügt das Kampfsystem des Spiels über Mechaniken, die erstmals für Final Fantasy IV in Betracht gezogen wurden. In ähnlicher Weise wurden nicht verwendete Funktionen in Secret of Mana vom Chrono-Trigger-Team übernommen, das (wie Final Fantasy IV) zu dieser Zeit in Produktion war. Laut Tanaka war das Projekt ursprünglich als Final Fantasy IV mit einer „aktionsbasierteren, dynamischeren Oberwelt“ geplant. Es wurde jedoch nicht mehr Final Fantasy IV, sondern wurde während der Entwicklung zu einem separaten Projekt mit dem Codenamen Chrono Trigger, bevor es schließlich zu Seiken Densetsu 2 wurde. Tanaka sagte, dass es sich für ihn „immer wie eine Fortsetzung“ von Final Fantasy III anfühlte.
SNES-CD Add-On Secret of Mana war ursprünglich als Starttitel für das SNES-CD-Add-On geplant. Nachdem der Vertrag zwischen Nintendo und Sony über die Produktion des Add-Ons fehlgeschlagen war und Sony seine Arbeit an der SNES-CD in die konkurrierende PlayStation-Konsole umwandelte, passte Square das Spiel für das SNES-Modul an. Das Spiel musste verkleinert werden, da der Speicherplatz eines Super-Nintendo-Moduls viel kleiner war als eine CD-ROM. Aufgrund der Hardwareänderung mussten einige Funktionen aus dem Spiel entfernt und einige abgeschlossene Arbeiten erneut ausgeführt werden. Eine der wichtigsten Änderungen war die Aufhebung der Option, mehrere Routen durch das Spiel zu nehmen, was im Gegensatz zur linearen Reise im Endprodukt zu mehreren möglichen Enden führen sollte. Die verbleibende Handlung war anders als die ursprüngliche Vorstellung, und Tanaka sagte, dass die ursprüngliche Geschichte einen viel dunkleren Ton hatte. Ishii schätzte, dass bis zu vierzig Prozent des geplanten Spiels fallen gelassen wurden, um die Platzbeschränkungen zu erfüllen, und Kritiker merkten an, dass die Hardwareänderung zu technischen Problemen führte, wenn zu viel auf einmal im Spiel passiert.
Übersetzung Die englische Übersetzung für Secret of Mana wurde in nur 30 Tagen bzw. wenigen Wochen nach der Veröffentlichung in Japan fertiggestellt und die nordamerikanische Lokalisierung wurde ursprünglich als Final Fantasy Adventure 2 beworben. Kritiker merkten an, dass die Übersetzung hastig durchgeführt wurde, damit das Spiel für die Weihnachtszeit 1993 in Nordamerika veröffentlicht werden kann. Laut dem Übersetzer Ted Woolsey wurde ein großer Teil des Drehbuchs des Spiels aus Platzgründen in der englischen Lokalisierung herausgeschnitten. Um Text auf dem Hauptspielbildschirm anzuzeigen, verwendet die englische Übersetzung eine Schriftart mit fester Breite. Dies begrenzt den verfügbaren Speicherplatz für die Anzeige von Text. Woolsey war unglücklich darüber, dass er Gespräche reduzieren musste und dass er so wenig Zeit für Übersetzungen hatte, und kommentierte, dass es ihn „fast umgebracht hätte“. Das Drehbuch war schwer zu übersetzen, da es Woolsey in ungeordneten Textgruppen wie „gemischte Seiten eines Romans“ präsentiert wurde. Andere Lokalisierungen wurden in Deutsch und Französisch vorgenommen. In der japanischen Version wurden nur die drei Protagonisten im Handbuch genannt, während in westlichen Versionen die Namen der Charaktere bis zum erweiterten Port des iOS weggelassen wurden.
Die deutsche Übersetzung des Originals fertigte der für seinen flapsigen Humor in seinen Übersetzungen bekannte Claude M. Moyse an, der selbst kein Japanisch sprach, aber von Nintendo of Europe trotzdem für Videospiel-Übersetzungen aus dem Japanischen, zum Beispiel auch für Link's Awakening, beschäftigt wurde. Auf ihn gehen die im Spiel vorkommenden Namen wie „Horrorwindel“ und „Pogopuschel“ zurück. Ein blonder Stadtbewohner mit dem Namen Heino sucht seine Sonnenbrille, und Goblins flüchten vor dem Spieler, da die Lindenstraße gleich beginnt – Easter Eggs, die im Originaltext nicht vorgekommen sind. Zudem unterscheiden sich auch die Eigennamen der Protagonisten. Randi, Prim und Popoi haben in der ursprünglichen deutschen Ausgabe keine kanonischen Namen, sondern werden lediglich als der Junge, das Mädchen und die Koboldin bezeichnet. Gemma heißt dagegen Victor und aus Dyluck wurde Hagen.
Für die deutsche Version des Remakes wurde eine neue Übersetzung angefertigt, die sich teils deutlich von der recht freien SNES-Version unterscheidet, dafür aber näher am japanischen Original ist.
Musik mini|Komponist Hiroki Kikuta