Littel ist ein Ortsteil der Gemeinde Wardenburg südlich von Oldenburg im nordwestlichen Niedersachsen. Es wird gelegentlich auch als „das oldenburgische Geestdorf am Vehnemoor“ bezeichnet.

Geographie Littel liegt in der Letheniederung zwischen den Wäldern Tüdick und Litteler Fuhrenkamp. Die Umgebung ist durch Moorlandschaften geprägt. In der näheren Umgebung befinden sich unter anderem das Benthullener Moor und das Böseler Moor.

Der etwa 5 km nordöstlich gelegene Hauptort Wardenburg, ist über die L 847 mit Littel verbunden. Die Landesstraße führt in südlicher Richtung weiter nach Nikolausdorf, das bereits zur Gemeinde Garrel im Landkreis Cloppenburg gehört. Die Grenze zwischen dem Gemeindegebiet Wardenburgs und der Gemeinde Garrel bildet zugleich eine Konfessionsgrenze.

Nördlich von Littel liegt Achternholt, nordwestlich Benthullen, westlich Charlottendorf West und östlich Charlottendorf Ost.

Geschichte

Erste Erwähnung bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des heutigen Ortsteils Littel bereits in der Eisenzeit. Dazu zählen unter anderem der 1880 vom Litteler Bauern Fritz Krumland beim Torfgraben entdeckte „Prachtmantel aus dem Vehnemoor“ sowie eine reich verzierte römische Bronzeschale. Beide Fundstücke lassen sich in das 2. Jahrhundert n. Chr. datieren werden heute im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg ausgestellt. mini|Symbol für die Ortschaft Littel auf der Skulptur „Gemeindebaum“, geschaffen 2006 von Daniel Hübner Die älteste urkundliche Erwähnung einer Siedlung an der Lethe namens Letiloun stammt aus dem Jahr 842. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Grundbesitz des Klosters Corvey. Im Jahr 872 wird das Dorf als Litelouse aufgeführt. Nach Westerburg ist Littel damit die zweitälteste Siedlung im Gebiet der heutigen Gemeinde Wardenburg. In einer Urkunde von 1350 wird der Verkauf eines Zehnt-Anteils an einem Hof in „Litlo“ an die Wardenburger Kirche festgehalten.

Späte Neuzeit und Moderne ab 1650 Im Jahr 1656 wurde in Littel eine kirchliche Winkelschule gegründet. 1745 wurde erstmals eine reguläre Volksschule errichtet, die später erweitert wurde.

Littel war seit jeher von der Landwirtschaft geprägt. Eine besondere Bedeutung hatte die Schafzucht. In der Wardenburger Kirchenchronik ist beispielsweise folgende Gegebenheit überliefert:

Bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte ein deutliches Bevölkerungs- und Siedlungswachstum ein. Zwischen 1750 und 1810 stieg die Zahl der Höfe von 17 auf 48. Im Jahr 1803 wurden in Littel insgesamt 42 Gebäude erfasst. Am 1. November 1908 eröffnete der Litteler Stukkateur Heinrich Dahms den Gasthof des Dorfes. Dort wurde 1923 der Heimatverein gegründet.

Littel im Nationalsozialismus (1933 bis 1945) mini|Kriegsdenkmal in Littel in der Gemeinde Wardenburg (2026) Im April 1933 richtete der Freiwillige Arbeitsdienst (FAD) im Saal der Litteler Gastwirtschaft Dahms ein Arbeitslager ein. Dort waren 40 überwiegend aus Osternburg stammende junge Männer untergebracht, die im Straßenbau eingesetzt wurden. Bereits nach viereinhalb Monaten wurde das Arbeitslager in Littel aufgelöst. Die Arbeitskräfte wurden anschließend in die Arbeitslager nach Harbern I und Benthullen verlegt.

Die Freiwillige Feuerwehr Littel wurde während des Zweiten Weltkriegs im Jahre 1942 gegründet.

Während des Kriegs waren bei Dahms durchschnittlich 40 bis 45 französische Kriegsgefangene in einem Saalanbau untergebracht. Sie mussten auf den Höfen im Dorf Zwangsarbeit leisten. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen waren schwierig. Den Gefangenen standen lediglich Holzpritschen mit Strohsäcken und unzureichende sanitäre Einrichtungen zur Verfügung. Der Bereich um das Gasthaus war mit Stacheldraht umzäunt.

Entwicklung nach 1945 mini|Litteler Krug (2026) Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ließen sich zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene in den Dörfern des Oldenburger Landes nieder, darunter auch in Littel. Zu ihnen gehörte der Kölner KPD-Funktionär Wilhelm Weber, der das nahe gelegene Konzentrationslager Esterwegen überlebt hatte. Weber ließ sich in Littel nieder und starb dort 1953 an den Folgen der erlittenen Folter.

Im Jahr 1956 wurde ein Schulneubau eingeweiht. Nach der Schließung der Dorfschule im Jahr 1973 besuchen die Schulkinder aus Littel andere Grundschulen im Gemeindegebiet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Wahrzeichen "Litteler Soot" (2019), Ziehbrunnen in der Dorfmitte Freiwillige Feuerwehr Littel Heimatverein und Dorfgemeinschaft Littel e. V. Landleben Littel e. V. Sportfreunde Littel Charlottendorf e. V. Männergesangsverein Liederkranz Littel Frauensingkreis Litteler Hähne, Litteler Hähnchen Das Wahrzeichen des Heimatvereins ist der alte Ziehbrunnen des Dorfes. Das Wort Brunnen wird im Plattdeutschen als „Soot“ bezeichnet, wodurch der Name Litteler Soot zustande kommt.

Literatur Hans-Hermann Büsselmann, Heinz Büschelmann: Littel Ein Geestdorf am Vehnemoor – Eine Dorf- und Familienchronik. Selbstverlag, Littel 2003.

Weblinks Littel. In: „Wardenburger Geschichten“

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Oldenburg Kategorie:Geographie (Wardenburg) Kategorie:Ersterwähnung 1350