Cordelia Urueta Sierra (* 16. September 1908 (oder 1903) in Coyoacán, Mexiko-Stadt; † 3. November 1995 ebenda) war eine mexikanische Malerin und Dozentin.

Leben und Wirken Urueta war die Tochter der Schriftstellerin Tárcila Sierra González (1880–1958) und von Jesús Urueta Siqueiros (1868–1920), eines Politikers, Schriftstellers und Herausgebers der Revista Moderna, die die literarische und künstlerische Moderne Mexikos prägte. Sie war die Nichte des Dichters und Kunstkritikers José Juan Tablada. Ihre Schwester Margarita waren Schriftstellerin, Bruder Santiago Eduardo „Chano“ Schauspieler und der Maler David Alfaro Siqueiros ihr Cousin.

Während der Mexikanischen Revolution erhielt sie privaten Zeichenunterricht durch Gerardo Murillo (Dr. Atl). 1919 ging sie mit ihren Eltern nach Buenos Aires, als ihr Vater dorthin als mexikanischer Botschafter entsandt wurde. Nachdem Uruetas Vater verstorben war, kehrte sie zurück nach Mexiko, wo sie schwer erkrankte. Nach ihrer Genesung sorgte Dr. Atl dafür, dass sie an der Freiluftmalschule (Escuela de Pintura al Aire Libre) in Santa Anita bei Alfredo Ramos Martínez die Malerei erlernen konnte. 1929 ging sie nach New York und stellte dort zusammen mit Rufino Arellanes Tamayo und José Clemente Orozco in der von Alma Reed gegründeten Galerie aus. In den Jahren 1932 bis 1938 hatte sie einen Lehrauftrag des Secretaría de Educación Pública inne. Sie nahm bei den Malern Gustavo Montoya und Pastor Velázquez Unterricht. 1938 heiratete sie Montoya und ging nach Paris, wo sie Mitarbeiterin in der Botschaft war. Während des Zweiten Weltkriegs hielt sie sich in diplomatischer Mission in New York auf. Im Jahr 1943 kehrte sie nach Mexiko zurück und war als Dozentin am Instituto Nacional de Bellas Artes y Literatura (INBAL) tätig. 1965 erfolgte die Scheidung von Montoya.

Uruetas abstrakte Bilder waren in Mexiko und in Europa auf Ausstellungen zu sehen. Sie war 1949 Gründungsmitglied des Salón de la Plástica Mexicana. Ihre Werke befinden sich unter anderem im Museum für Moderne Kunst in Mexiko-Stadt. Den Nationalen Kunstpreis Premio Nacional de Artes lehnte sie mit der Begründung ab, dass künstlerische Anerkennung über Auszeichnungen und institutionelle Bestätigung hinausgehen sollte.

Cordelia Uruetas Werke bestanden anfangs aus harmonisch-farbkräftigen Ölgemälden. Diese entsprachen der zeitgenössischen figurativen Tradition mit naturalistischen Themen. Beeinflusst von Joseph Mallord William Turner, Rufino Tamayo und Manuel Felguérez näherte sie sich ab den 1950er Jahren der Abstraktion, behielt aber bis zuletzt gegenständliche Elemente bei. Kosmisch-spirituelle Elemente, später auch geometrische und surrealistische Formen sind Bestandteil der Arbeiten. Auseinandersetzungen mit Gewalt, Krieg und Zeitereignissen prägen das Spätwerk.

Bekannte Werke „Carmen Córdova“, 1936 „Mujeres con guitarra“, 1947 „Paisajes“ (‚Landschaften‘), 1947 „Paisaje marino“, 1948 „Autorretrato“, 1950 „El hombre de la luna“, 1951 „Paisaje“, 1952 „Pintora de luna“, 1952 „Retrato de Pita Amor“ (Porträt), 1953 „Mujer“ (‚Frau‘), 1956 „Voz“, 1958 „Pajaro de Presa“, 1960 „Iman“, 1960 „Rotación“, 1961 „Paisaje mejicano“ (‚Mexikanische Landschaft‘), 1966/67 „Fòrmula 18, el silencio“, 1970 „Pellejo de Piedras“, 1975 „Balance del miedo“, 1975 „Somos testigos“, 1975 „Óxido“, 1977 „Soldado“, 1983 „Abstracto“, 1984 „Perfil“ (‚Profil‘), 1985 „Ventana al sol“, 1985 „Nave“ (‚Schiff‘), 1987 „Pirámide“, 1989 „Viejo Barco“ (‚Altes Boot‘), 1989 „El barco perdido“, 1989 „El hechizo“, 1990 „Ojo del tiempo“, 1990

Literatur Raquel Tibol: Ser y ver. Mujeres En Las Artes Visuales / Being and seeing: Women in the Visual Arts, Plaza & Janés, Mexico, 2002 / 2008, ISBN 978-9-6811-0546-4

Weblinks

Werke von Cordelia Urueta, occultmexicanart.com

Einzelnachweise

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