Der Exzellenzcluster 243 Die Herausbildung normativer Ordnungen (engl. „The Formation of Normative Orders“, kurz Normative Orders), war ein Forschungsnetzwerk, das von Ende 2007 bis 2019 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert wurde.
Aus diesem Exzellenzcluster ging das Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt hervor.
Organisation und Forschungsschwerpunkte Am Exzellenzcluster an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main beteiligten sich folgende Partnerinstitutionen: Frobenius-Institut (Frankfurt am Main), Peace Research Institute Frankfurt – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (Frankfurt am Main), Institut für Sozialforschung (Frankfurt am Main), Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Heidelberg), Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt am Main), Point Sud, Centre for Research on Local Knowledge (Bamako, Mali) und Technische Universität Darmstadt.
Die im Exzellenzcluster versammelten Geistes- und Sozialwissenschaftler machten es sich zur Aufgabe, die gegenwärtigen sozialen Auseinandersetzungen – etwa um eine gerechte Ordnung der Gesellschaft in Zeiten der „Globalisierung“ – zu analysieren. Der Blick wurde dabei vor allem auf die normativen Vorstellungen gerichtet, die bei derartigen Prozessen und Konflikten eine Rolle spielen.
Am Exzellenzcluster beteiligten sich Forscher aus den Bereichen Philosophie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Religionswissenschaft und Ökonomie. Die Forschung ist in drei miteinander vernetzten Forschungsfeldern organisiert, die sich mit den konzeptuellen Grundlagen (insbesondere den Begriffen der Normativität und des Rechtfertigungsnarrativs) sowie der Dynamik und der Pluralität normativer Ordnungen befassen.
Sprecher Sprecher des Clusters waren Klaus Günther (Professur für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht) und Rainer Forst (Professur für Politische Theorie und Philosophie).
Veranstaltungen Der Cluster organisierte eine Vielzahl wissenschaftlicher Veranstaltungen. Dazu gehörten unter anderem die Jahreskonferenzen, die Ringvorlesungen und die Frankfurt LecturesFrankfurt Lectures. Website der Veranstaltungsreihe. Abgerufen am 21. November 2013. sowie die Nachwuchskonferenzen.Nachwuchskonferenzen. Website der Veranstaltungsreihe. Abgerufen am 21. November 2013.
Daneben richtete sich der Cluster mit einigen Veranstaltungsreihen, vor allem mit dem Frankfurter Stadtgespräch, an die interessierte Öffentlichkeit. Dieses wurde an verschiedenen Orten, die in Frankfurt am Main außerhalb der Universität gelegen sind, durchgeführt, insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kunstverein. Gäste (in zeitlicher Folge): Tom Koenigs, Feridun Zaimoglu, Juliane Rebentisch, Thea Dorn, Erhard Eppler, Hans Christoph Binswanger und Toni Föllmi, Sebastian Schipper, Joachim Gauck, Carl Hegemann, Markus Beckedahl, Hoda Salah, Tanja Gönner, Christopher Clark, Ute Frevert, Stephan Steinlein, Armin von Bogdandy, Rita Süssmuth, Stefan Sagmeister und Mouhanad Khorchide.Frankfurter Stadtgespräch. Website der Veranstaltungsreihe. Abgerufen am 4. März 2018.
Seit 2018 beteiligte sich der Cluster an den Römerberggesprächen.
Weitere Entwicklung Nachdem der Antrag an die DFG zur Fortführung des Clusters Ende September 2017 nicht angenommen worden war, hatten zahlreiche Sozial- und Geisteswissenschaftler ihre Unterstützung für den Cluster bekundet, insbesondere in einem offenen Brief, der im November 2017 veröffentlicht wurde.Yale Department of Political Science: . 14. November 2017. Abgerufen am 25. Dezember 2017 (englisch). Das Land Hessen hatte daraufhin zugesagt, den Fortbestand des Projekts sicherzustellen. Der Cluster diskutierte seitdem, wie man sich organisatorisch und inhaltlich weiterentwickeln wolle. Die Zeit resümierte im Dezember 2017 in einer hintergründigen Reportage über die Bewerbung um weitere Leistungen den Ausgang des gescheiterten Förderverfahrens mit den Worten, die Universität Frankfurt habe „alles richtig gemacht und ist trotzdem gescheitert.“ Die Versagung der weiteren Förderung habe Zweifel an der Exzellenzinitiative als Fördermodell für die Wissenschaft genährt: diese habe sich als „grundfalsch und goldrichtig zugleich“ erwiesen.
Publikationen Ein Bericht über die erste Förderperiode des Clusters in den Jahren 2007 bis 2012 wurde im Mai 2012 vorgelegt.Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen (Hrsg.): Die erste Förderperiode 2007–2012. Frankfurt am Main. Mai 2012.
Die Frankfurt Lectures werden bei Suhrkamp publiziert.
Darüber hinaus gibt der Cluster eine Working-Paper-Reihe heraus.
Im Campus Verlag erscheint die Cluster-Schriftenreihe Normative Orders.
Weblinks Website des damaligen Exzellenzclusters und heutigen Forschungsverbunds Seite des Clusters im Gepris-System der DFG, Übersicht über Themen und Personen Kanal des Clusters auf Youtube
Einzelnachweise
Kategorie:Wissenschaft in Frankfurt am Main Kategorie:Organisation (Frankfurt am Main) Normative Orders Kategorie:Forschungseinrichtungsgründung 2007 Kategorie:Aufgelöst 2019