mini|300x300px|Luftbild von Gößweinstein aus Richtung Süden Gößweinstein [sprich: ] ist ein Markt und die flächenmäßig größte Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Forchheim mit etwa 4000 Einwohnern. Sie liegt in der Fränkischen Schweiz oberhalb des Zusammenflusses von Wiesent, Ailsbach und Püttlach bei Behringersmühle. Markant sind die Burg und die nach den Plänen von Balthasar Neumann erbaute Wallfahrtsbasilika.
Geographie Geographische Lage mini|hochkant=1.5|
Gößweinstein liegt im Herzen der Fränkischen Schweiz inmitten des Städtedreiecks Bamberg, Bayreuth und Nürnberg.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Waischenfeld, Ahorntal, Pottenstein, Obertrubach, Egloffstein, Pretzfeld, Ebermannstadt und Wiesenttal.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Gößweinstein hat 31 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Behringersmühle, Gößweinstein, Kleingesee (Gemarkungsteil 0), Leutzdorf, Morschreuth, Stadelhofen, Unterailsfeld und Wichsenstein (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Gößweinstein hat eine Fläche von 6,079 km². Sie ist in 1698 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3579,94 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Kohlstein.
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Die Burg „Goswinesteyn“ wurde 1076 erstmals urkundlich erwähnt. Vor 1102 fiel die Burg an das Hochstift Bamberg und war von 1348 bis 1780 Sitz eines Vogteiamtes der Bischöfe von Bamberg. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts waren die Burg und das Amt Gößweinstein an Hans, dann an Paul von Streitberg verpfändet. Die von Streitberg besaßen seit dem Mittelalter den Gößweinsteiner Zehnt als kaiserliches Lehen.Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie. Selbstverlag, Burggrub 2018.
Im Jahr 1525 kam es im Bauernkrieg zu Zerstörungen und zum anschließenden Wiederaufbau. Im Zweiten Markgrafenkrieg 1553 wurde Gößweinstein ein weiteres Mal zerstört und wiederaufgebaut. Der Bamberger Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn (regierte von 1729 bis 1746) erhob Gößweinstein zum Markt. Bei der Säkularisation des Jahres 1803 kam das Gebiet des Hochstifts Bamberg zu Bayern. mini|Gößweinstein, 1928
Kreiszugehörigkeit Am 1. Juli 1972 kam Gößweinstein vom aufgelösten Landkreis Pegnitz zum Landkreis Forchheim.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Behringersmühle, Kleingesee, Stadelhofen, Unterailsfeld und ein Teil der aufgelösten Gemeinde Tüchersfeld (Hühnerloh und Kohlstein) in den Markt Gößweinstein eingegliedert. Am 1. Januar 1974 kam Leutzdorf hinzu. Morschreuth und die Orte Wichsenstein, Altenthal, Hardt, Sattelmannsburg und Ühleinshof von der aufgelösten Gemeinde Wichsenstein folgten am 1. Mai 1978.
Politik Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat von Gößweinstein hat 16 Mitglieder zuzüglich des hauptamtlichen Bürgermeisters. CSU SPD Freie Wähler Jugend und Frauen Bürger-gemeinschaft BMG* Bürger vertreten Bürger Neue Liste Gesamt 2026 4 2 3 2 – 4 – 1 16 Sitze 2020 4 3 4 2 – 3 – – 16 Sitze 2014 5 3 3 2 1 2 – – 16 Sitze 2008 5 3 4 2 2 – – – 16 Sitze 2002 5 3 3 2 2 – 1 – 16 Sitze * Bürgervereinigung Marktgemeinde Gößweinstein
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2026 Georg Rodler (Freie Wähler). Er folgte dem seit 2014 amtierenden Hanngörg Zimmermann (Bürgervereinigung Marktgemeinde Gößweinstein), der seit 2026 Landrat des Landkreises Forchheim ist. Dessen Vorgänger war Georg Lang (CSU).
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Öffentlicher Personennahverkehr Das gesamte Marktgebiet von Gößweinstein gehört zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH (abgekürzt: VGN). Es gibt mehrere regelmäßige Busverbindungen in die umliegenden Orte und Städte.
Eisenbahn Der Markt Gößweinstein liegt an der Eisenbahnstrecke Forchheim–Behringersmühle. Während das Teilstück von Forchheim bis Ebermannstadt weiterhin durch Züge der agilis Verkehrsgesellschaft mbH bedient wird, wurde der Abschnitt Ebermannstadt bis Behringersmühle am 30. Mai 1976 für den Personenverkehr durch die Deutsche Bundesbahn stillgelegt. Allerdings gibt es mit der Dampfbahn Fränkische Schweiz vor allem in den Sommermonaten einen Museumsbetrieb. An der Strecke liegen die Bahnstationen Gößweinstein und die Endstelle Behringersmühle, die ebenfalls zum Markt Gößweinstein gehört. Ursprünglich sollte von der Station Behringersmühle nach 1930 die Strecke in Richtung Pottenstein oder sogar bis Pegnitz zum Anschluss an die Hauptstrecke Nürnberg–Bayreuth weitergebaut werden. Dieses Vorhaben konnte wegen der einsetzenden Weltwirtschaftskrise und der später wachsenden Bedeutung des Straßenverkehrs nicht mehr umgesetzt werden. Die nächsten regelmäßig bedienten Bahnhofshalte sind die Station Ebermannstadt, von wo aus es stündlich Verbindungen nach Forchheim gibt, Gräfenberg mit stündlichen Zügen nach Nürnberg-Nordost sowie der Bahnhof Pegnitz mit stündlichen Verbindungen nach Bayreuth und Nürnberg. Die nächsten Stationen der S-Bahn Nürnberg befinden sich in Forchheim und Kersbach.
Straßenverkehr Mehrere Staatsstraßen stellen die Verbindung in die umliegenden Orte und Städte sicher. Der Markt Gößweinstein selbst ist von mehreren Straßen gut erschlossen. Die nächste Bundesstraße, die Bundesstraße 470 führt durch den Gemeindeteil Behringersmühle. Die nächstliegenden Bundesautobahnen sind die Bundesautobahn 73 in Richtung Bamberg und Erlangen sowie die Bundesautobahn 9 in Richtung Bayreuth und Nürnberg.
Kultur und Sport Am zweiten Weihnachtsfeiertag werden in den Straßen und auf den Berghängen der Stadt ab 16 Uhr, im Anschluss an ein 24-Stunden-Gebet in der Basilika, hunderte von Feuern entzündet.Martin Droschke: Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz verwandelt sich heute bei Anbruch der Dämmerung in einen übergroßen Weihnachtsbaum. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 26. Dezember. Gößweinstein liegt mitten im Klettergebiet Nördlicher Frankenjura. Zahlreiche Wander- und Radwege, unter anderem der Frankenweg und der Fränkische Marienweg führen durch den Markt.
Sehenswürdigkeiten
Museen Wallfahrtsmuseum Gößweinstein Heimatkundliche Sammlung im Haus des Gastes Dampfbahn Fränkische Schweiz (Museumsbahn) Fränkisches Spielzeugmuseum
Bauwerke mini| mini| Die Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit mit Franziskanerkloster wurde 1730–1739 unter Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn nach Plänen von Balthasar Neumann, der auch selbst den Bau überwachte, erbaut. Die Kirche wurde 1948 auf Antrag des Franziskanerpaters Luchesius Spätling, der aus Gößweinstein stammte und in Rom als Theologiedozent tätig war, durch Papst Pius XII. zur päpstlichen Basilica minor erhoben. Burg Gößweinstein Viktor-von-Scheffel-Denkmal, an dem an beiden Seiten die Verse aus dem Gedicht Ausfahrt zu lesen sind: „Ich fahr’ in die Welt! Mein Hutschmuck die Rose, mein Lager im Moose, Der Himmel mein Zelt.Mag trauern und lauern, wer will, hinter Mauern – Ich fahr’ in die Welt!“
Aussichtspunkte mini| Rund um den Ort gibt es mehrere Aussichtspunkte. Dazu zählen: der Gernerfels, der Kreuzberg mit Hochkreuz, die Martinswand und Bellevue, der Pavillon auf der Wagnershöhe die Ludwigshöhe (Theaterhöhle), der Bärenstein (529 m NN), die Fischersruh, die Nürnberger Kapelle der Aussichtsfelsen in Wichsenstein (585 m NN)
Freizeiteinrichtungen Natur-Freibad Gößweinstein Minigolfanlage Gößweinstein 3-D-Bogenparcour Kajak- und Bootsverleih Kneippanlagen im Kurpark und in Behringersmühle 250 km markierte Wanderwege Balthasar-Neumann-Rundwanderweg Reiterhof Fahrradverleihstation Naturwaldreservat Eibenwald bei Gößweinstein Quelle bei der Stempfermühle Kreativzentrum Morschreuth Frei-Schach in Behringersmühle Wassererlebnisplatz in Behringersmühle Bolzplatz in Behringersmühle
Flora Die Gößweinsteiner Mehlbeere (Sorbus pulchra) kommt als endemische Mehlbeeren-Art ausschließlich in Gößweinstein und seiner unmittelbaren Umgebung vor. Sie zählt ebenso wie die Hersbrucker Mehlbeere (Sorbus pseudothuringiaca) zu den gefährdeten Arten in Deutschland.
Nördlich von Gößweinstein existiert am Nordhang des Wiesenttales ein schöner Bestand von Buchen und vergleichsweise vielen Eiben als deren Begleitbaumart. Das Gebiet wurde auf 32 Hektar als Naturwaldreservat ausgewiesen und steht seit 1982 als Naturwaldreservat Eibenwald bei Gößweinstein unter Naturschutz.Kartenwerk der Schutzgebiete des Bundesamtes für Naturschutz
Persönlichkeiten Sebastião Wolf (* 1869 in Gößweinstein; † 1936 in Porto Alegre) wanderte nach Brasilien aus und gewann als brasilianischer Sportschütze die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1920. Josef Vilbig (1874–1956), Bauingenieur und Leiter der Obersten Baubehörde Bayerns Béatrice Hecht-El Minshawi (* 1947 in Behringersmühle), Expertin und Autorin für Interkulturelle Kompetenz Mechthild Thürmer (* 1958 in Allersdorf), Benediktinerin, Äbtissin des Klosters Maria Frieden seit 2011
Historische Abbildungen
Literatur Franz X. Bogner: Die Fränkische Schweiz. Ein Luftbildportrait. Ellwanger Verlag, Bayreuth 2007, ISBN 978-3-925361-62-3, S. 50–54.
Weblinks
Website der Gemeinde
Einzelnachweise
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Kategorie:Gemarkung im Landkreis Forchheim