mini|Russische Kirche mini|Neue Synagoge mini|Wittelsbacher Turm mini|Eigenhändige Zeichnung der Dapper-Sanatoriumsanlage in Bad Kissingen

Carl Krampf (* 23. August 1863 in Bad Kissingen; † 16. Juni 1910 ebenda; vollständiger Name Franz Carl Joseph Krampf) war ein deutscher Architekt und Bauunternehmer.

Leben Krampf war eines von sechs Kindern des Hoteliers Wilhelm Krampf (1831–1917), Inhaber des Hotels „Wittelsbacher Hof“ in Bad Kissingen, und der Bierbrauers- und Gastwirtstochter Barbara (Babette) Graser (1836–1908) aus Untersteinbach (heute Rauhenebrach, Landkreis Haßberge). Auch Carls wesentlich jüngerer Bruder Franz Krampf (1875–1945) war Architekt; von diesem stammt in Bad Kissingen unter anderem der Tattersall.

Carl Krampf lebte als „Privatarchitekt“ in Bad Kissingen und war zu seiner Zeit der bedeutendste Architekt der weiteren Region. Allein in Bad Kissingen hat er um die Jahrhundertwende mit etwa 50 Bauwerken das Bild seiner Heimatstadt nachhaltig geprägt. Zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Glanzzeit der Kurstadtsiehe auch Liste bekannter Kurgäste in Bad Kissingen führte er dort eine künstlerisch wertvolle und ästhetisch befriedigende Bauweise einNachruf in der Saale-Zeitung vom 17. Oktober 1910. und folgte mit seiner Architektur den damals beliebten Stilrichtungen des Historismus und des Jugendstils. Einige seiner Bauwerke sind noch immer erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz.

Er war Mitinhaber der Bad Kissinger Bauunternehmung „Krampf & Bauer“. Als angesehener Bürger Bad Kissingens wurde er als Mitglied in den Magistrat gewählt. Außerdem war er Oberleutnant der Landwehr, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und Gründungsmitglied der Sektion Bad Kissingen des Deutschen Alpenvereins.

Krampf heiratete am 13. April 1894 in Bad Kissingen Olivia Streit (* 1. Januar 1874 in Oakland (Kalifornien), USA; † 10. August 1913 in Bad Kissingen), die Tochter des Kissinger Privatiers Kaspar Wilhelm Streit (1839–1899) und der Amerikanerin Barbara Hack (1846–1915). Aus dieser Ehe stammen die Tochter Anna (1897–1961) und der Sohn Wilhelm Karl Franz Krampf (1898–1991), Professor an der Universität Regensburg.

Krampf wurde auf dem Kapellenfriedhof beigesetzt.

Bauwerke 1888: Zusammenführung des Hotels Kaiserhof und des Hotels Karl von Hess zum Kaiserhof Victoria 1892: Salinenstraße 16 in Bad Kissingen 1893–1894: Sanatorium Sanatorium Dr. Dapper in der Menzelstraße 21 in Bad Kissingen 1896–1897: Marktplatz 9 in Bad Kissingen 1897: Salinenstraße 22 in Bad Kissingen 1897: Neugestaltung Theresienstraße 12 in Bad Kissingen 1898: Maxstraße 30 in Bad Kissingen 1898: Salinenstraße 4a in Bad Kissingen 1898: Neugestaltung Weingasse 1 in Bad Kissingen 1898–1900: St.-Laurentius-Kirche in Reiterswiesen, heute Ortsteil von Bad Kissingen 1898–1901: Bauausführung der russisch-orthodoxen Kirche in Bad Kissingen nach Plänen (1897/1898) des russischen Hofbaumeisters Viktor Schröter 1899: Bauleitung für das neue Dampfbrauhaus der ehemals fürstbischöflichen Brauerei in Aschach 1899: Hartmannstraße 25 in Bad Kissingen 1899: Salinenstraße 26 in Bad Kissingen 1899: Salinenstraße 37 (Bad Kissingen) mit Ladenzeile (1904) 1900: Maxstraße 24 in Bad Kissingen 1900: Villa mit Turm und Holzlauben in Münnerstadt (Gymnasiumstraße 17) 1902: Neue Synagoge mit jüdischem Gemeindehaus (1898) in Bad Kissingen 1902: Frühlingstraße 5 in Bad Kissingen 1902/03: Prinzregentenstraße 11 in Bad Kissingen 1903: Wohnhaus von Valentin Weidner am Maxplatz 1 (heute Valentin-Weidner-Platz 1); im Jahr 1904 um ein Gartenhaus mit Künstleratelier ergänzt 1903: Menzelstraße 14 in Bad Kissingen 1903/04: Ludwigstraße 14 in Bad Kissingen 1903/04: Salinenstraße 41 in Bad Kissingen 1903/04: Von-der-Tann-Straße 11 in Bad Kissingen 1904: Ludwigstraße 21 in Bad Kissingen um 1905: Hartmannstraße 20 in Bad Kissingen 1905: Israelitische Kinderheilstätte in der Salinenstraße 34 1905: Obere Marktstraße 2 in Bad Kissingen (Umgestaltung des Erdgeschosses) 1905/06: Menzelstraße 6 in Bad Kissingen 1906: Marktplatz 15 in Bad Kissingen 1907: Planung und Bauleitung des Wittelsbacher Turms in Bad Kissingen 1907: Balthasar-Neumann-Promenade 16 in Bad Kissingen 1907/08: Schönbornstraße 16 in Bad Kissingen 1908: Hartmannstraße 11 in Bad Kissingen (Rückgebäude) 1908: Am Steig 16 in Bad Kissingen 1909: Bismarckstraße 36 in Bad Kissingen (Kurhotel und Gartenhaus) 1909: Hartmannstraße 30 1910: Marktplatz 10 in Bad Kissingen 1910: Marktplatz 7 in Bad Kissingen 1912: Marktplatz 17 in Bad Kissingen

Literatur Saale-Zeitung vom 17. Oktober 1910 (Nachruf) Denis Chevalley, Stefan Gerlach (Bearb.): Stadt Bad Kissingen. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler in Bayern, VI. 75/2.) Karl M. Lipp Verlag, München 1998, ISBN 3-87490-577-2. Stadtarchiv Bad Kissingen (Hrsg.), Gerhard Wulz: Der Kapellenfriedhof in Bad Kissingen. Ein Führer mit Kurzbiographien. Bad Kissingen 2001, ISBN 3-934912-04-4.

Weblinks

Ausführliche Ahnenliste Außen- und Innenaufnahmen der Synagoge Geschichte des Wittelsbacher Turms Geschichte der russischen Kirche

Einzelnachweise

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